Gastronomie zu, weniger Kunden in der City: Das spürt der Handel in Lünen

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Sich zum Essen in der City verabreden und anschließend zum Einkaufsbummel gehen, das ist nach der Schließung der Gastronomie nicht mehr möglich. Der Einzelhandel in Lünen spürt die Folgen.

Lünen

, 10.11.2020, 09:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es ist momentan echt schwer“, kommentiert Helmut von Bohlen, Vorsitzender des City-Rings, die Situation des Einzelhandels. Dass die Gastronomie Anfang November schließen musste, nehme der Stadt Lebensqualität. Er gehe davon aus, dass sich das auch an der Kundenfrequenz und an den Umsätzen bemerkbar mache. Trotz aller Probleme äußert von Bohlen angesichts steigender Corona-Infektionszahlen aber auch Verständnis für diese Maßnahmen.

„Es ist schon extrem“, sagt Daniela Große Kleimann, die den Street One/Cecil-Store an der Lange Straße betreibt. Es kämen weniger Kunden in den Laden und man spüre sinkende Umsätze. In der Stadt sei es seit der Gastronomie-Schließung deutlich ruhiger geworden. „Viele erledigen nur noch das Notwendige und sind dann wieder weg“, ist ihr Eindruck.

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Buchhandel: Weniger Kunden kaufen mehr

Für Heidi Vakilzadeh, Inhaberin der Lippe Buchhandlung, wirkt sich die fehlende Gastronomie bislang nicht aus, obwohl sie ihr Geschäft direkt neben dem Restaurant Baseburger hat. Viele Kunden ließen sich schon für Weihnachten inspirieren. Und für die, die aufgrund der Corona-Krise nicht mehr gerne unterwegs sind, bietet die Buchhandlung auch einen Lieferservice. „Da ist die Nachfrage gestiegen“, berichtet Heide Vakilzadeh. Auch Dirk Bluhm, Filialleiter der Thalia-Buchhandlung in Lünen, ist nicht unzufrieden. Es kämen zwar weniger Kunden, aber die kauften mehr ein. Eigentlich sei schon mit dem ersten Lockdown im März die Kundenfrequenz geringer geworden. Der Rückgang liege im zweistelligen Bereich. Jetzt im November sei die Kundenzahl nicht überproportional gesunken. Wie im letzten Jahr würden Kunden schon Adventskalender besorgen. Gezielte Weihnachtseinkäufe nehme er noch nicht wahr.

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Sportgeschäft doppelt getroffen

Für Gero Lang von Sport Duwe ist die Situation doppelt schwierig: Fitnessstudios haben seit Monatsbeginn geschlossen, im Sport ist vieles nicht mehr möglich. „Das sind harte Zeiten, definitiv“, sagt er. Hinzu kommt, dass man sich auch nicht mehr trifft, um in der Fußgängerzone mal ein Brötchen zu essen oder einen Kaffee zu trinken. „Es ist ruhig geworden in der Stadt“, so Lang.

Seine Beobachtung deckt sich mit einer Trendumfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) unter mehr als 500 Handelsunternehmen. Danach beklagten innerstädtische Einzelhändler in der ersten November-Woche einen massiven Rückgang der Kundenzahlen und deutlich sinkende Umsätze. Der Verband appelliert an die Bundesregierung, auch Einzelhändler in ihr Nothilfeprogramm aufzunehmen und die Hürden für Überbrückungshilfen zu senken.

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