1,7 Promille und fast in Polizeiauto gefahren: Lüner entschuldigt sich

mlzGerichtsprozess

Die Silvesternacht lief nicht wie geplant, wütend setzte sich ein Lüner mit fast 1,7 Promille hinters Steuer – und fuhr der Polizei beinahe in den Wagen. Das kommt ihn nun teuer zu stehen.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 12.06.2020, 09:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Alkohol floss am letzten Abend des Jahres reichlich. Auch für den jungen Mann aus Lünen. An sich auch kein Problem, weil der 19-Jährige und ein Kumpel im Vorfeld entschieden hatten, bei dem Gastgeber der Silvesterparty zu übernachten. Es kam anders. Der Begleiter machte sich vom Acker und ließ den Lüner zurück. Der geriet in Rage, lud noch zwei Freunde ins Auto, gab Gas und brachte die Freunde heim.

Danach wurde sein Alkoholpegel ihm und der Besatzung des Streifenwagens beinahe zum Verhängnis. Auf der Halleschen Straße in Dortmund geriet er auf die Gegenfahrbahn. Der Polizist im anderen Fahrzeug reagierte sofort, bremste und verhinderte so die Kollision. Ein Test bescheinigte dem Lüner eine gute Stunde nach dem Vorfall noch 1,64 Promille. Sein Führerschein wurde sofort sichergestellt.

19-Jähriger räumte Tat sofort ein

Fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs in Folge von Trunkenheit wurde dem 19-Jährigen nun in einem Prozess vor dem Amtsgericht Lünen zur Last gelegt. Er räumte die Tat sofort ein und zeigte sich dabei auch reichlich verlegen. Offen berichtete er, wie er auf der Party ein Gemisch aus Gin und Sprite getrunken habe, der Freund plötzlich gegangen sei und er selbst so richtig sauer geworden sei. Warum er sich aber dann ins Auto gesetzt habe, das könne er sich selbst nicht erklären. Danach habe er erstmal die Finger vom Alkohol gelassen. „Weil es mir so leid tat“, betonte der Angeklagte. Tatsächlich bereue er das Ganze sehr.

Diese glaubhafte Reue, das offene Geständnis und der gute Eindruck, den der 19-Jährige vor Gericht machte, sprachen sicherlich für ihn. Strafschärfend mussten sich allerdings der hohe Grad der Alkoholisierung und das Risiko, dem er sich und andere Personen aussetzte, ins Gewicht fallen. Der Jugendrichter sprach Tacheles: „Sie haben einen massiven Fehler gemacht.“

Die Verhandlung endete für den jungen Lüner mit einer richterlichen Ermahnung, 400 Euro Geldbuße zugunsten des Verkehrsclubs Deutschland, weiteren zehn Monaten Sperrfrist zur Wiedererteilung einer Fahrerlaubnis und der Auflage, Kontakt zur Suchtberatung aufzunehmen. Zum Abschied warnte der Jugendrichter den 19-Jährigen davor, noch einmal in Erscheinung zu treten. Auch forderte er ihn auf, alle Auflagen zu erfüllen. Ansonsten, so die Warnung, könne das bis zu vier Wochen Arrest zur Folge haben. Der junge Mann akzeptierte seine Strafe postwendend. Das Urteil wurde sofort rechtskräftig.

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