Geschwister Wrobel werden sich die Verantwortung für Familienbetrieb teilen

mlzSerie Familiensache

In die beruflichen Fußstapfen der Eltern treten - das ist heute nicht mehr selbstverständlich. Doch in Lünen gibt es erfolgreiche Beispiele der Firmenübernahme. Wie Simon und Sara Wrobel.

Beckinghausen

, 07.08.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Jürgen Wrobel sich vor 26 Jahren mit seiner Sanitärfirma selbstständig machte, war Sohn Simon knapp drei Jahre alt und Tochter Sara noch gar nicht geboren. Heute sind sie beide Teil des Teams und werden wohl, wenn der Vater in Rente gehen möchte, den Betrieb an der Kreuzstraße in Beckinghausen übernehmen.

„Sara macht das Kaufmännische, ich das Technische“, so Simon Wrobel (28). Dass er tatsächlich mal in die beruflichen Fußstapfen des Vaters treten würde, war allerdings nicht immer klar.

Ferienjob in Vaters Firma ausprobiert

„Als ich so 13, 14 Jahre alt war, hat mich mein Vater gefragt, ob ich nicht Lust hätte, bei ihm in der Firma einen Ferienjob zu machen.“ Die Antwort lautete Nein. Simon hatte keine Lust, wollte lieber seine Ferien genießen.

Aber Vater Jürgen blieb hartnäckig: „Er meinte, eine Woche sollte ich doch mal in den Ferien bei ihm in der Firma jobben.“ Und der Chef des Unternehmens kannte seinen Sohn offenbar gut, denn nach der einen Woche war Simon so begeistert von der Arbeit, dass er danach in jeden Schulferien in der Firma mithalf.

Während der Schulzeit absolvierte er allerdings ein dreiwöchiges Praktikum bei einem Elektriker: „Dass ich mal irgendwas Handwerkliches machen wollte, war schon klar“, erinnert sich der 28-Jährige.

Lehre und dann die Meisterschule absolviert

Er entschied sich dann, die Familientradition fortzusetzen. Deshalb absolvierte Simon Wrobel 2007 eine Lehre als Anlagenmechaniker SHK (Sanitär, Heizung, Klima). Bewusst nicht im väterlichen Betrieb, sondern bei einer anderen Firma. „Ich glaube, das wäre schon komisch gewesen, auch für die Mitarbeiter. So als Sohn des Chefs und dann Azubi in der Firma“, meint Simon Wrobel.

Verantwortung für die Firma zusammen mit dem Vater

Nach der erfolgreich absolvierten Lehre startete er 2010 als Monteur in der Familienfirma. 2013 begann er dann mit der Meisterschule und zwei Jahre später stellte ihn sein Vater als Installateur- und Heizungsbaumeister ein.

Mittlerweile hat Simon Wrobel eine leitende Position im Betrieb inne, kümmert sich mit seinem Vater um die Kunden und die knapp 40 Mitarbeiter.

Schwester hatte erst andere Pläne

Schwester Sara (25) ist erst im Oktober 2018 in die Firma eingestiegen: „Ein Mitarbeiter aus dem Büro hatte gekündigt und ich bin eingesprungen.“ Sie studiert eigentlich in Hamm Energietechnik und Ressourcenoptimierung, muss und will dort auch noch ihren Abschluss machen.

„Eigentlich war es nie mein Plan, in unserer Firma zu arbeiten. Aber ich sehe mittlerweile schon die Vorteile. Man ist zeitlich ziemlich flexibel und der lockere Umgang im Betrieb untereinander gefällt mir auch. Es ist wirklich alles sehr familiär hier“, sagt die 25-Jährige.

Natürlich sei es dafür auch wieder ganz normal, ein paar Stunden mehr als die Angestellten zu arbeiten. Sara Wrobel: „Auch zuhause ist die Firma ganz oft das Thema Nummer 1.“

Mitarbeiter hat früher auf die Geschwister aufgepasst

Einige der Mitarbeiter kennen Sara und Simon Wrobel schon lange, manche seit ihrer Kindheit. „Einer ist schon seit dem ersten Tag bei meinem Vater angestellt. Früher, als wir klein waren, hat er sogar auf uns aufgepasst“, so Simon Wrobel. Inzwischen ist er Kollege der Geschwister.

Das Handwerk liegt schon lange in der Familie. Sara und Simon Wrobel setzen also eine Tradition fort, die mit dem Ururgroßvater begann. Er hatte in Bayern als Spenglermeister (Ausdruck für Klempnermeister, Anm.d.Red.) einen Betrieb, den sein Sohn, der ebenfalls Meister war, dann weiterführte. Während der Großvater der Geschwister als Angestellter arbeitete, entschied sich dann ihr Vater, sich vor 26 Jahren selbstständig zu machen.

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