Getötete 53-Jährige: Amtsrichter weist Tatverdächtigen vorläufig in Forensik ein

mlzTotschlag

Ein 21-jähriger Lüner steht im Verdacht, seine Mutter mit einem Messer getötet zu haben. Nun wurde der Mann in eine Forensik eingewiesen. Endgültig geklärt ist die Tat jedoch noch nicht.

Lünen

, 10.12.2019, 12:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es sieht zwar alles recht eindeutig aus - doch ob ein 21-jähriger Lüner auch tatsächlich wegen Totschlags an seiner Mutter verurteilt wird, steht noch nicht fest. Wie die Staatsanwaltschaft Dortmund nun mitteilt, wurde der Verdächtige vorläufig in eine Forensik in Schleswig-Holstein eingewiesen.

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Der 21-Jährige hatte sich am vergangenen Freitag (6.12.) in Neumünster, rund 380 Kilometer vom Tatort in der Wagnerstraße in Lünen-Süd entfernt, der Polizei gestellt. In der Lüner Wohnung fanden Polizisten schließlich die getötete Mutter. Wie die Obduktion ergab, war die 53-Jährige nach Stichen im Kopf- und Halsbereich verblutet. Der Vater war zum Tatzeitpunkt auf Nachtschicht und kam erst am Morgen nach Hause. Die Polizei hat den Mann vernommen und stellte klar, dass es keine Anhaltspunkte für eine Beteiligung an der Tat geben würde.

Gutachten zur Schuldfähigkeit

Auch wenn sich der Verdächtige selbst gestellt hat, steht er bisher „nur“ unter Verdacht. „Den Sachverhalt stellt endgültig nur ein Richter fest“, erklärte Felix Giesenregen von der Staatsanwaltschaft Dortmund gegenüber unserer Redaktion.

In der Forensik erfolge nun zunächst die Begutachtung durch einen Sachverständigen. Von diesem Gutachten hängt ab, zu welchem Prozess es danach kommt. „Es geht insbesondere um die Schuldfähigkeit“, so Giesenregen weiter. Komme man zu dem Ergebnis, dass der 21-Jährige schuldunfähig ist - „was nach derzeitigem Stand der Ermittlungen naheliegt“ - schließt sich ein sogenanntes Sicherungsverfahren an.

Ein solches Verfahren würde genau wie ein „normaler“ Prozess vor einem Schwurgericht stattfinden - mit dem Unterschied, dass der Richter am Ende die Unterbringung in einer Psychiatrie anordnet, anstatt den Verurteilten ins Gefängnis zu schicken. „Das alles natürlich nur unter der Prämisse, dass der Mann auch wirklich der Täter ist“, erklärt Felix Giesenregen.

Unterbringung ohne zeitliche Beschränkung

Während für Totschlag in der Regel Freiheitsstrafen zwischen fünf und fünfzehn Jahren ausgesprochen werden können, erfolgt die Unterbringung in einer Psychiatrie laut Staatsanwaltschaft grundsätzlich erst einmal ohne zeitliche Beschränkung. „Während der Unterbringung wird laufend geprüft, ob er länger bleiben muss und ob von ihm noch eine Gefahr ausgeht.“ Erst wenn letzteres zweifelsfrei festgestellt werden kann, hat der Patient eine Chance auf Entlassung.

Die Staatsanwaltschaft hatte unmittelbar nach Bekanntwerden der Tat erklärt, dass bei dem 21-Jährigen „Hinweise auf eine psychische Erkrankung“ vorlägen. Polizeilich in Erscheinung getreten war der Mann bisher nicht: „Völlig unbekannt“, so Felix Giesenregen.

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