Gewaltprävention: Kinder sollen lernen, Nein zu sagen

LÜNEN 54 632 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Kindern gab es 2008 in Deutschland. 75 Prozent der Täter waren Verwandte, Bekannte oder den Kindern flüchtig bekannt. Wie man sein Kind möglichst vor solchen Straftaten schützen kann, erläuterte am Montag der bekannte Kinder- und Jugendtherapeut Dr. Christian Lüdke.

von Von Beate Rottgardt

, 09.03.2009, 17:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gewaltprävention: Kinder sollen lernen, Nein zu sagen

Erzieherin Kerstin Kolbert-Hempel hatte Dr. Christian Lüdke zum Elterncafé des Familienzentrums eingeladen, das im St. Raphael-Kindergarten stattfand.

Er war zu Gast beim Elterncafé des Familienzentrums Lünen-Mitte im St. Raphael-Kindergarten. "Man sollte Kindern früh beibringen, Anti-Opfer-Signale auszustrahlen", so Dr. Lüdke. Das "Nein-Sagen" üben, entsprechend die Körpersprache trainieren - all dies trägt dazu bei, dass die Kinder möglichst erst gar nicht in eine Opferrolle kommen. "Und hier sind Rollenspiele immer besser als mahnende Worte", betonte der Fachmann.

Wichtig sei es auch, dass man als Eltern dem Kind höchstens fünf Vertrauenspersonen aufschreibt (bei jüngeren Kindern mit Fotos arbeiten), mit denen es mitgehen darf. Bei allen anderen Personen gilt das strikte "ich kenne dich, aber ich gehe nicht mit." Wichtig sei es, dass das Kind weiß, in Notsituationen zu Frauen zu flüchten, denn 96 Prozent der Sexualstraftäter sind Männer.

Hilfe sollte ein Kind auch in Geschäften suchen. Und Kinder sollten Erwachsene siezen, damit Umstehende merken, hier liegt eine Notsituation vor, das Kind wird bedroht.

Da Kinder dazu neigen, Stresssituationen oft erst nach längerer Zeit zu verarbeiten, sollten Eltern hellhörig werden, wenn Kinder dauerhaft (länger als drei Monate) aggressiv werden oder auch plötzlich verstummen und sich gar nicht mehr mitteilen.

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