Gewerbegebiet Groppenbruch auf Eis gelegt

Machbarkeitsstudie

Die Pläne für das umstrittene interkommunale Gewerbegebiet Groppenbruch werden vorerst auf Eis gelegt. Die Entwicklung als Wirtschaftsfläche ist schlicht zu teuer, bescheinigte jetzt eine Machbarkeitsstudie. Was bereits Anfang dieses Jahres bekannt wurde, ist jetzt Gewissheit.

LÜNEN

von Oliver Volmerich

, 07.11.2012, 08:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Pläne für ein Gewerbegebiet Groppenbruch stießen bei Landschaftsschützern auf heftigen Widerstand.

Die Pläne für ein Gewerbegebiet Groppenbruch stießen bei Landschaftsschützern auf heftigen Widerstand.

Die Entwicklung des Groppenbruch-Areals an der Stadtgrenze Dortmund/Lünen zu einem Gewerbegebiet ist nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch problematisch. Eine Erschließung sei nur mit hohem Aufwand möglich, erläuterte Dortmunds Planungsdezernent Martin Lürwer am Dienstag nach gemeinsamer Beratung der Stadtspitzen aus Dortmund und Lünen die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie.  

Nach den Berechnungen der Experten läge der Vermarktungs-Preis am Ende zwischen 97 und 110 Euro pro Quadratmeter – und damit deutlich über den üblichen Grundstückspreisen für Gewerbeflächen in Dortmund (60 bis 70 Euro pro Quadratmeter) und Lünen (35 bis 40 Euro). Das Fazit Lürwers: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Entwicklung als Wirtschaftsfläche nicht vertretbar.“ Zu einem ähnlichen Schluss sei auch die RAG gekommen, der 18,9 Hektar des 35 Hektar großen Areals gehört und die ein wichtiger Partner bei der Vermarktung wäre.  Auch auf Lüner Seite beuge man sich der wirtschaftlichen Vernunft, wie der Technische Beigeordnete Matthias Buckesfeld deutlich machte. „Wir werden den Stadtrat informieren, dass wir für die Groppenbruch-Entwicklung kurzfristig keine Perspektive sehen“, erklärte er.  

 Allerdings: Ganz aufgeben wollen Planer und Wirtschaftsförderer beiderseits der Stadtgrenze das Vorhaben nicht. Falls sich die Rahmenbedingungen ändern, könnte die Entwicklung des Groppenbruchs wieder aktuell werden. „Wir werden die Fläche langfristig im Blick behalten“, kündigte Buckesfeld an.  Das „Moratorium“ soll zunächst für etwa fünf Jahre gelten. Dortmunds Verwaltungsspitze will deshalb auch an der Ausweisung des Groppenbruchs als Gewerbe- und Industriegebiet im Flächennutzungsplan festhalten.

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