Das Archivbild zeigt Kabelbündel aus Glasfaserkabeln vor einer sogenannten Speedpipe (Leerrohr) für ein Glasfasernetzwerk. © dpa (A)
Glasfaserausbau

Glasfaserausbau in Lünen steht auf der Kippe: Banges Warten auf Arnsberg

Dem Ausbau des Glasfasernetzes in Lünen droht das Aus, bevor er überhaupt angefangen hat. Die Bezirksregierung Arnsberg verweigert bislang die Auszahlung von 6,5 Millionen Euro Fördergelder.

Der von der Verwaltung von langer Hand geplante Ausbau des Glasfasernetzes auf Lüner Stadtgebiet hängt am seidenen Faden. Davon sind neben sämtlichen Gewerbegebieten und Privathaushalten auch alle Schulen in der Lippestadt betroffen.

Wie Eric Swehla, Geschäftsführer des Wirtschaftsförderungszentrums Lünen (WZL), am Donnerstag (17. Juni) in der Sitzung des Personal- und Digitalisierungsausschuss im Rathaus sagte, sei das Ganze ein Trauerspiel, das er so noch nie erlebt habe: „Während der Bund die entsprechenden Förderanträge mehrfach abgesegnet hat, stellt sich die Bezirksregierung Arnsberg nach wie vor quer.“

Warten auf Anruf

Er erwarte Freitag (18. Juni) im Laufes des Tages einen Anruf des zuständigen Sachbearbeiters aus Arnsberg: „Dann werden wir wissen, ob Arnsberg sich an den Kosten des Glasfaserausbaus von rund 13 Millionen Euro zur Hälfte beteiligt. Wenn nicht, fließen auch die 6,5 Millionen Euro vom Bund nicht und wir fangen wieder ganz von vorne an.“ Bis Freitagmittag hatte Eric Swehla auf Nachfrage unserer Redaktion noch keine Rückmeldung von der Bezirksregierung.

Wie schon am Donnerstag im Ausschuss erklärte Swehla im Gespräch mit unserer Redaktion am Freitag erneut, dass man in Arnsberg im Gegensatz zum Bund im Laufe des seit etwa zwei Jahren laufenden Antragsverfahren aufgetretene Kostensteigerungen von 300 Prozent nicht akzeptiert.

Für die Umsetzung des Glasfaserausbaus in der Lippestadt zeichnen im Übrigen die Stadtwerke Lünen verantwortlich, die das Ausschreibungsverfahren seinerzeit gewonnen haben.

Stadtwerke zuständig

Zu den von den Stadtwerken deutlich nach oben revidierten Kostenangaben sagte Eric Swehla lediglich, dass das städtische Unternehmen unter anderem mehr „weiße Flecken“ festgestellt habe, die es ans Glasfasernetz anzuschließen gelte.

Trotz etlicher Telefonate und eines „enormen Schriftverkehrs“ sowie diversen Treffen sei es nicht gelungen, Arnsberg umzustimmen, obwohl der Bund die Richtigkeit und Nachvollziehbarkeit der Angaben bestätigt habe.

Um wie viele Jahre sich der Glasfaserausbau bei einem negativen Bescheid verzögern wird, dazu machte Eric Swehla Donnerstag keine Angaben:

„Ich spekuliere nicht.“

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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Torsten Storks

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