Grillen im Seepark Horstmar bleibt weiter erlaubt - GFL scheitert mit Eilantrag

Abstimmung im Lüner Rat

Im Seepark Horstmar darf auch in Zukunft gegrillt werden. Daran ändern auch die jüngsten Übergriffe auf Polizisten und Sanitäter nichts. Dabei spielte auch ein Grill eine Rolle.

Horstmar

, 12.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Grillen im Seepark Horstmar bleibt weiter erlaubt - GFL scheitert mit Eilantrag

© Goldstein (A)

Die Wählergemeinschaft Gemeinsam für Lünen (GFL) ist mit ihrem Eilantrag für ein generelles Grillverbot im Seepark Horstmar in der Ratssitzung Donnerstagabend (11.) denkbar knapp gescheitert.

Und zwar an der Frage, ob in der Sache überhaupt eine Eilbedürftigkeit besteht. 22 Ratsmitglieder (SPD und Grüne) stimmten mit Nein, 21 Ratsmitglieder der Fraktionen von CDU, GFL, FDP, Piraten/Freie Wähler und Die Linke sowie Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns stimmten mit Ja.

Wegen dieses Unentschiedens war das Thema laut Gemeindeordnung erledigt, der Eilantrag abgeschmettert.

CDU: Situation nicht verbessert

Vor der Abstimmung machten die Fraktionen einmal mehr ihre altbekannten Positionen deutlich. So erklärte SPD-Ratsherr Rüdiger Billeb, dass man ja in der Vergangenheit zahlreiche Maßnahmen zur Entschärfung der Situation im Seepark beschlossen habe. Diese Maßnahmen müssten nur konsequent umgesetzt werden. Dem widersprach CDU-Fraktionschefin Annette Droege-Middel aufs Schärfste: Die Lage am Seepark habe sich kein bisschen verbessert, wie der Vorfall vom vergangenen Wochenende zeige.

Zur Erinnerung: In der Nacht von Freitag auf Samstag (5. Juli) war die Polizei dem herbeigerufenen Rettungsdienst zur Hilfe geeilt. Die Sanitäter wollten einem stark alkoholisierten 23-Jährigen aus Dortmund helfen, wurden dann jedoch von diesem angegriffen.

Als die Beamten eintrafen, solidarisierte sich eine Gruppe von 30 Personen und beleidigte die Einsatzkräfte. Als es zu Übergriffen auf die Polizisten kam, setzten diese gezielt Pfefferspray ein.

„Zwischenfall für Grillverbot nicht instrumentalisieren“

„Diesen Zwischenfall vom Wochenende kann man nicht für ein generelles Grillverbot instrumentalisieren“, sagte Grünen-Ratsherr Eckhard Kneisel. Ganz im Sinne der SPD.

GFL-Chef Dr. Johannes Hofnagel hatte zuvor erklärt: „Wenn aber eine Handvoll Sicherheitskräfte mehreren tausend Besuchern gegenüberstehen, spricht allein dieses Zahlenverhältnis eine deutliche Sprache. Kurzum: Es gilt, die Situation kurzfristig und nachhaltig zu entspannen.“ Dazu sollte das generelle Grillverbot beitragen.

Das Verbot, so steht es in dem Eilantrag, „sollte mit Ferienbeginn am 15. Juli 2019 eingeführt werden im Interesse der Anwohner, der Lüner Erholungssuchenden sowie der beteiligten Sicherheitskräfte.“

Mit Blick auf die Ferien seien zusätzliche Besucherströme zu erwarten. Damit, sagte GFL-Chef Hofnagel, bestehe die akute Gefahr dass die Sicherheit und Ordnung im Seepark und dessen Umfeld bereits in Kürze nicht mehr gewährleistet werden könne.

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