Der grüne Pfeil ist in Lünen Geschichte. © picture alliance / dpa
Grüner Pfeil abgeschafft

Grüner Pfeil oder nicht – egal, Hauptsache aufmerksam

Die Stadt Lünen hat endgültig alle Schilder mit dem grünen Pfeil an Ampelkreuzungen abgeschafft. Der Vorzug des flüssigeren Verkehrs überwiegt Unfall-Risiken nicht. Das war wohl absehbar.

Das war es nun mit den Schildern, auf denen an Kreuzungen in Lünen der grüne Pfeil signalisiert hat, dass man unter Umständen trotz roter Ampel rechts abbiegen darf. Wie gern fahren wir zügig von A nach B. Gesparte Zeit kann sinnvoll genutzt werden. So heißt es. Aber mal ehrlich. Wo überwiegend Kurzstreckenfahrten zu Staus auf den innerstädtischen Straßen führen, sind gerade mal zwei, vielleicht drei Minuten einzusparen, wenn man mit grünem Pfeil zügiger von einer Ampel wegkommt. Mehr wohl nicht. Und was macht man dann mit diesen wenigen Minuten gesparter Zeit? Was Sinnvolles? Oder nur etwas früher Netflix und Co einschalten?

Außerdem: Wer zügig fährt, muss seine Konzentration noch mehr für den Straßenverkehr schärfen. Wem es wirklich auf jede Minute ankommt, der passt aber vielleicht gerade an Ampelkreuzungen, wo der grüne Pfeil suggeriert, noch mal eben so rechts abbiegen zu können, nicht so genau auf den Verkehr auf. Und aus dem „noch mal eben so“ wird dann im schlimmsten Fall ein Unfall mit einem anderen Fahrzeug oder mit einem Fahrrad, das auf der vorfahrtberechtigten Straße unterwegs ist, oder mit querenden Fußgängern an der Ampel.

All das zusammen genommen: Ist es das wert, dafür Schilder mit dem grünen Pfeil zu behalten? Die Antwort ist: Nein. Ein Alibi für Drängler und Raser weniger.

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Redaktion Selm
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Arndt Brede

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