Gute Laune trotz Warteschlange bei der Kommunalwahl in Lünen

mlzKommunalwahl 2020

Bei der Kommunalwahl mussten sich die Wähler gedulden: Vor den Wahllokalen bildeten sich Warteschlangen. Trotz der außergewöhnlichen Umstände war die Stimmung gut.

Lünen

, 13.09.2020, 19:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Warteschlange vor der Tür, als gäbe es im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium etwas umsonst: Trotz einer Rekordzahl an Briefwahlanträgen versammeln sich hunderte Wähler mit Sicherheitsabstand an den Wahllokalen. „Rund 80 Wähler sind es pro Stunde“, schätzt der Wahlhelfer Julian Fuhrmann, der an der Tür Acht gibt, dass Abstände eingehalten und Masken getragen werden.

„Ich bin erstaunt, dass noch so viele Wähler vorbeikommen. Das freut mich sehr. Ob die Wahlbeteiligung tatsächlich höher ist oder ob es einfach mehr erscheint, weil die Wahlbezirke größer sind, zeigt sich erst bei der Auswertung“, sagt der Wahlhelfer. „Dazu kommt, dass das Wetter so gut ist. Im Regen wären sicherlich weniger Wähler bereit, zu warten“, fügt er hinzu.

Kein Problem mit Warteschlangen

Besagte Wähler nehmen die Situation gelassen: „Ich hab heute nichts mehr vor, ich hab Zeit. Die Schlange ist noch harmlos hier - vorhin war ich am Cappenberger See, da stehen die Leute eine Dreiviertelstunde“, erzählt eine Wählerin. Die Option, per Briewahl zu wählen, hatte sie ganz vergessen - das sei aber nicht weiter schlimm, „weil ich ohnehin Zuhause gewesen bin“.

Julian Fuhrmann ist seit 2013 als Wahlhelfer aktiv. Bevor es an das Auszählen der Stimmen geht, kümmert er sich darum, dass die Wähler sich am Eingang die Hände desinfizieren und die Sicherheitsabstände einhalten.

Julian Fuhrmann ist seit 2013 als Wahlhelfer aktiv. Bevor es an das Auszählen der Stimmen geht, kümmert er sich darum, dass die Wähler sich am Eingang die Hände desinfizieren und die Sicherheitsabstände einhalten. © Sylva Witzig

„Ich war vorhin schon einmal Zuhause, weil mir die Schlange zu lang war. Aber jetzt warte ich geduldig. Das Wetter ist ja schön. Die Briefwahl war mir zu umständlich - ich bin ja eh Zuhause und kann zur Wahl gehen“, sagt ein anderer Wähler in der Mitte der Warteschlange, die sich beständig Richtung Wahlkabinen bewegt.

Mehr Wahlkabinen für kürzere Wartezeit

Damit es schneller voran geht, wurden gegen 14 Uhr drei weitere Wahlkabinen aufgestellt - fünf sind es danach insgesamt. „Die Leute brauchen etwa drei bis vier Minuten zum Wählen. Es sind schließlich fünf Kreuzchen und etliche Namen auf der Liste, durch die man sich durcharbeiten muss“, sagt Wahlvorsteher Klaus Hüser.

570 Lünerinnen und Lüner waren zum Zeitpunkt unserer Nachfrage um 16.45 Uhr bereits im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium wählen. Kugelschreiber sollten die Wähler in diesem Jahr aus Hygienegründen von Zuhause mitbringen. Etwa ein Drittel der Wähler vergaß den Stift daheim und wurde vor Ort versorgt. Wer keine Maske dabei hatte, wird ebenso nicht zurück nach Hause geschickt: Am Eingang lagen Masken bereit.

Süßigkeiten gegen Warte-Frust

Masken und Kullis gibt es im Wahllokal genügend - gegen 15.30 Uhr gingen jedoch die Stimmzettel im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium aus. „Wir haben bei der Stadt eine weitere Kiste Stimmzettel bestellt. Die kamen innerhalb von 20 Minuten an. Da mussten sich die Wähler etwas länger gedulden“, berichtet der Wahlhelfer. Doch es gab Nervennahrung für die Wartenden: „Wir haben Süßigkeiten verteilt. Die Wähler nahmen das mit Humor“, so der Wahlvorsteher.

Wahlvorsteher Klaus Hüser teilt die Stimmzettel aus.

Wahlvorsteher Klaus Hüser teilt die Stimmzettel aus. © Sylva Witzig


Gegen 17 Uhr ist die Stimmung im Wahllokal wieder völlig entspannt. Senioren wie Erstwähler machen in sicherem Abstand zueinander ihre Kreuze. „Von jung bis alt ist alles dabei. Da kann man gar keine Tendenz sehen, welche Altersklasse bereits per Brief gewählt hat“, sagt der Wahlvorsteher.

Um 18 Uhr wandert die Warteschlange in den Wahlraum

Insgesamt zehn Wahlhelfer sind im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium am Start, um die Stimmen ab 18 Uhr auszuzählen. „Ich bin guter Hoffnung, dass es ganz entspannt läuft. Bei der Kommunalwahl gibt es keine Zweitstimmen, da geht es etwas schneller. Etwa zwei Stunden wird es wahrscheinlich dauern“, prognostiziert Wahlhelfer Julian Fuhrmann.

Tobias Ebbinghaus steht in der Schlange zum Wahlraum - er nimmt die Lage gelassen. Etwa 15 Minuten wartete er.

Tobias Ebbinghaus steht in der Schlange zum Wahlraum - er nimmt die Lage gelassen. Etwa 15 Minuten wartete er. © Sylva Witzig

„Alle Wähler, die um 18 Uhr noch in der Schlange stehen, werden hereingelassen und dürfen im Foyer warten“, erklärt der Wahlvorsteher. „Wer dann noch mit seiner Wahlbenachrichtigung über den Schulhof gehechtet kommt, hat Pech gehabt und darf leider nicht mehr wählen“, fügt Fuhrmann hinzu.

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