Gymnasiasten wollen erst Karriere und dann Kinder

Familienplanung

69 Prozent der Jugendlichen wollen später Kinder haben. So das Ergebnis der aktuellen Shell-Studie. Erneut äußern junge Frauen (73 Prozent) diesen Wunsch häufiger als junge Männer (65 Prozent). Welche Träume junge Leute in Lünen haben, darüber haben wir mit Schülern der Jahrgangsstufe 12 gesprochen.

LÜNEN

von Von Beate Rottgardt

, 18.04.2011, 22:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sophia, Felina und Inga haben klare Vorstellungen. Foto Goldstein

Sophia, Felina und Inga haben klare Vorstellungen. Foto Goldstein

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Jugendliche zur Zukunft

Wie stellen sich junge Leute in Lünen ihre Zukunft vor: Im Gespräch erläutern Schüler des Sowi-Kurses am Gymnasium Altlünen ihre Vorstellungen.
18.04.2011
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Der Leistungskurs Sozialwissenschaften mit Lehrer Johannes Reimann und Referendar Karl-Ulrich Homann. Den LK am Altlüner Gymnasium besuchen auch Schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums. © Foto: Goldstein
Sherwin, Philipp, Jost und Phillip (v.l.) haben unterschiedliche Zukunftsvorstellungen. © Foto: Goldstein
Felix (l.) denkt an die Rente. Andre schwankt zwischen zwei Möglichkeiten.© Foto: Goldstein
Sophia, Felina und Inga haben klare Vorstellungen© Foto: Goldstein
Isabelle, Diana, Sophia und Julia (v.l.) wünschen sich, dass Frauen Familie und Beruf besser vereinbaren können.© Foto: Goldstein
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Träume haben die 17- und 18-Jährigen des Sowi-Leistungskurses, Jahrgangsstufe 12, am Altlüner Gymnasium natürlich auch. Aber ebenso schon konkrete Vorstellungen von ihrer Zukunft. Bei unserem Gespräch beeindruckten die jungen Leute zudem mit kritischen Ansichten über Kinderbetreuung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

"Bevor ich mir über Kinder Gedanken mache, brauche ich erst mal einen netten Mann dazu", meint Felina. Die 17-Jährige will sich derzeit erstmal auf die Schule konzentrieren, dann aufs Studium. Und sie findet es auch ok, Kinder betreuen zu lassen: "Das ist auch für Alleinerziehende ein wichtiges Angebot."

Beruf und Kinder unter einen Hut bringen Sophia möchte Medizin studieren, gerne Chirurgin werden. "Für meine Zukunft kann ich mir momentan Kinder nicht wirklich vorstellen", so die 18-Jährige. Wenn sie doch Mutter wird, möchte sie für ihre Kinder da sein und das sei schon schwierig, wenn man als Ärztin auch nachts arbeiten muss. Zumal die Bedingungen in Deutschland "unglaublich schlecht" seien, wenn man Beruf und Kind unter einen Hut bringen will.

Inga kann sich so gar nicht vorstellen, einmal Mutter zu werden und sich um Kinder zu kümmern. "Ich möchte später lieber arbeiten gehen", erklärt die 18-Jährige.

Ganz anders sieht es Felix - und das auch aus rein pragmatischen Gründen. "Ich will Kinder haben, wir müssen ja sehen, wer unsere Rente mal bezahlt", meint der 18-Jährige.

Kinder sind für die Zukunft wichtig Andre will sich nach dem Abitur zwischen Volkswirtschaft- und Theologie-Studium entscheiden. "Wenn ich Theologie studiere, muss ich zwar nicht unbedingt Priester werden, aber die Möglichkeit besteht und dann ist Familie natürlich ausgeschlossen", erzählt Andre. In jedem Fall seien Kinder für die Zukunft wichtig. Andre findet es nicht gut, Unterdreijährige in Kitas o.ä. betreuen zu lassen.

"Warum kann nicht auch mal der Mann bei den Kindern zuhause bleiben?" - Isabelle könnte sich das für ihre Zukunft gut vorstellen.

Gut versorgt mit Tagesmutter Dianas Eltern sind beide berufstätig, sie wurde von einer Tagesmutter betreut: "Ich habe heute noch eine enge Bindung zur ihr, das ist wie eine zweite Familie", erzählt die 18-Jährige.

Philipp möchte auf jeden Fall später eigene Kinder - so mit Ende 20, Anfang 30. "Klar sind die Frauen emanzipiert, aber für mich hat sich das Bild eingeprägt, dass die Frau zuhause bleibt," so der 17-Jährige.

Sherwin hat keine Probleme damit, wenn beide Elternteile arbeiten gehen - er kennt es so aus seiner eigenen Familie.

Erst Geld verdienen Für Phillip ist es ganz klar - er will nach dem Abitur und einer Ausbildung erstmal Geld verdienen: "Kinder kosten schließlich Geld und haben Ansprüche", so der 18-Jährige.

Jost ist selbst in einer großen Familie aufgewachsen und deshalb ist es für den 18-Jährigen selbstverständlich, später auch eine eigene Familie zu haben. "Aber erst so mit Anfang, Mitte 30." 

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