Ab Mittwoch wird es leer in der Fußgängerzone. Nur Lebensmittelgeschäfte, Drogeriemärkte und Apotheken sollen weiterhin öffnen dürfen. © Goldstein (A)
Verschärfung ab Mittwoch

Harter Lockdown in Lünen: „Jeder versucht jetzt, damit umzugehen“

„Jetzt bleiben noch zwei Tage“, sagt City-Ring-Vorsitzender Helmut von Bohlen zu dem angekündigten härteren Lockdown ab Mittwoch. Er wertet ihn als „Katastrophe“, sieht aber auch gute Signale.

Jetzt versuche jeder Händler noch in den zwei Tagen so viel umzusetzen, wie möglich, kommentiert Helmut von Bohlen, Vorsitzender des City-Rings Lünen, den von Bund und Ländern angekündigten verschärften Lockdown ab Mittwoch, 16. Dezember. Dies werde unter Berücksichtigung der Corona-Regeln gehen, die Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt habe da bisher sehr gut geklappt.

Seit Sonntag ist klar, dass der Einzelhandel schließen muss. Nur Lebensmittelgeschäfte, Drogeriemärkte und Apotheken sollen noch geöffnet haben. Auch Friseure sind von dem Lockdown ab Mittwoch betroffen.

„Beschluss nicht überraschend“

Für die Händler sei der Beschluss aus seiner Sicht jetzt nicht überraschend gekommen. „Eigentlich war die Frage nicht, was kommt, sondern kommt er Montag oder Mittwoch“, so von Bohlen. Allerdings wiederholt er sein Zitat von Freitag (11.12.): Es sei eine Katastrophe für die Händler.

Sie hätten jetzt zwei Tage Zeit, sich organisatorisch darauf einzustellen. Dabei ging es auch um die Planung von Kurzarbeit. „Das läuft ja jetzt bei allen an.“ Von Bohlen habe bei den Händlern aber auch viel Verständnis für die Maßnahme wahrgenommen. Die Fallzahlen sprächen ja eine eindeutige Sprache. Dennoch treffe es den Handel wie die Gastronomie, deren Schließung bis zum 10. Januar verlängert wurde. „Jeder versucht jetzt, damit umzugehen.“

Der City-Ring arbeite derweil an einer großen Gutschein-Lösung für den Handel. In anderen Städten gebe es dafür Unterstützung, in Lünen nicht so. Man sei in Gesprächen mit mehreren großen Händlern und gerade dabei, das einzufädeln. „Das braucht Vorlauf. Da hat uns Corona kalt erwischt“, so von Bohlen.

„Genau das Signal, das wir jetzt brauchen“

Umso mehr habe er sich über die Aktion des Katholischen Klinikums Lünen/Werne gefreut: Das habe 1500 Persiluhrgutscheine für seine Mitarbeiter anstelle der ausgefallenen Weihnachtsfeier gekauft, die bei über 50 Händlern eingelöst werden könnten und drei Jahre gültig seien. „Das ist genau das Signal, das wir jetzt brauchen.“ Es gebe ja auch noch ein „Nach-Weihnachten“.

Von Bohlen glaubt, dass die Corona-Krise nicht spurlos an Lünen vorübergehen werde. Noch gebe es ja nicht viel Leerstand in der City. „Ich hoffe, dass das auch so bleibt.“

Der jetzt verkündete erneute Lockdown ab dem 16.12.2020 wird die Situation in den betroffenen Unternehmen deutlich verschärfen, ist sich Thomas Schäfer, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Westfalen-Münsterland, sicher: „Schon das für viele Händler nahezu ausgefallene Weihnachtsgeschäft ließ die Hoffnungen auf ein versöhnliches Jahresendgeschäft auf den Nullpunkt sinken.“ Mit dem jetzt erneut eintretenden Lockdown werde der Existenzkampf für immer mehr Unternehmer, deren Liquiditätslage schon jetzt zum Teil desaströs ist, noch dramatischer. Da könne man nur hoffen, dass zumindest die angekündigten Hilfsmittel schnell und unbürokratisch fließen.

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Redaktion Lünen
Lünen ist eine Stadt mit unterschiedlichen Facetten. Nah dran zu sein an den lokalen Themen, ist eine spannende Aufgabe. Obwohl ich schon lange in Lünen arbeite, gibt es immer noch viel zu entdecken.
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Magdalene Quiring-Lategahn

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