Hilfe in Corona-Krise: Rührendes Rettungspaket für Familie aus Lünen

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Neben Quarantäne und leeren Innenstädten gibt es auch viel Solidarität in der Corona-Krise. Manche Hilfe kommt überraschend und sorgt für Rührung und Tränen, wie bei dieser Lünerin.

Lünen

, 07.04.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für viele Menschen, auch in Deutschland und auch in Lünen, ist die Corona-Krise ein wirtschaftliches Fiasko. Nicht, weil „die Wirtschaft“ leidet, sondern weil ihnen quasi von heute auf Morgen die eigenen wirtschaftlichen Verhältnisse, sprich das Gehalt, wegbrechen.

Das musste auch Sonja Meyer* aus Lünen feststellen. Die Familienmutter verdient als Teilzeitkraft im Einzelhandel etwas Geld dazu. Auf 450-Euro-Basis genauer gesagt. Hauptverdiener der Familie ist ihr Ehemann, er ist Handwerker.

Seit die Geschäfte aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus auch weite Teile des Einzelhandels lahmgelegt haben, fällt dieser Verdienst für die Familie weg. „Das war natürlich erstmal ein Schock.“

Viele Gespräche und ein mysteriöses Paket

Vorwürfe macht sie ihrem Arbeitgeber im Grunde keine. „Mit Corona ist das gerade einfach ganz schlecht gelaufen. Da können auch meine Chefs nichts dafür.“ Und immerhin könne ihr Mann zur Zeit noch arbeiten. Wie lange das noch geht? Schwer abzuschätzen. Wie so vieles.

Viele Gespräche habe Meyer in den vergangenen Tagen geführt. Hauptthema: Corona und die Arbeitslage natürlich. Mit Freunden, Verwandten und Arbeitskollegen. Ihr Glück: „Zumindest bei uns sind alle gesund und das ist erst einmal das Wichtigste.“

Privaten Kontakt pflegt Meyer auch zu ihrem früheren Chef, sprach mit ihm auch über ihre eigene finanzielle Lage, die er als ihr ehemaliger Arbeitgeber natürlich einschätzen kann. Als dann vier Tage später ein Päckchen per Post ankam, habe sie sich auch zunächst nicht viel gedacht.

Eine Karte mit guten Wünschen und ein Buch waren der Inhalt. „In der Karte stand, ich solle mir doch bitte Seite 43 einmal besonders gut anschauen.“ Dort, in einem mit dem Messer ausgeschnittenen Geheimfach, wie man es sonst eigentlich nur aus Filmen kennt, fand Meyer mehrere Hundert Euro. Ein „Mini-Rettungsschirm“ von ihrem früheren Chef.

Rührung, Tränen und Dankbarkeit

„Ich war so gerührt und bin in Tränen ausgebrochen“, sagt Meyer. Dass sie ein gutes Verhältnis zueinander haben, sei ihr immer klar gewesen. Aber das ihr früherer Arbeitgeber so viel Anteilnahme zeigen würde, damit habe sie nicht gerechnet.

Für sie ist die finanzielle Zuwendung vor allem eins: Ein großes Zeichen der Solidarität, das Mut macht. Ausgegeben hat sie davon übrigens noch nichts. „Das haben wir auf die Seite gelegt. Wir werden es in den nächsten Wochen oder Monaten noch brauchen.“

*Wir haben den echten Namen der Lünerin und weitere persönliche Details anonymisiert. Sie wollte mit ihrer Geschichte Mut machen in schweren Zeiten, aber keine Begehrlichkeiten anderer, auch gegenüber dem Spender, wecken.

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