Historische Siedlung Horstmar bald moderner?

Thema im Ausschuss

Die Stadt denkt um: Nachdem die Bergarbeitersiedlung Horstmar eigentlich immer in ihrer Erscheinung erhalten bleiben sollte, erwägt die Verwaltung nun, auch größere bauliche Veränderungen zuzulassen. Am Dienstag, 23. September, ist die Siedlung Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung.

HORSTMAR

, 15.09.2014, 15:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie man sich das vorstellen darf? Es geht darum, moderne Wohnbedingungen in der historischen Siedlung zu verwirklichen. Dabei soll der Charakter der Siedlung in seinen Grundzügen allerdings unverändert bleiben. Weil aufgrund der kleinen Räume die Möglichkeiten zum Umbau innerhalb der Häuser begrenzt sind, wünschen sich viele Anwohner eine bauliche Umgestaltung. Diskutiert wird am Dienstag im Ausschuss deshalb über die sogenannte "Gestaltungssatzung". Sie verhindert bisher Anbauten an die bestehenden Häuser. Lünens Stadtplaner wollen den Ausschussmitgliedern nun eine durchgeführte Machbarkeitsstudie und das Ergebnis einer informellen Bürgerbeteiligung vorstellen.

Hintergrund: Die Stadt hatte beim Architekturbüro Weiss und Wessel eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Sie sollte klären, welche baulichen Erweiterungsmöglichkeiten es an den historischen Häusern überhaupt gibt. Das Ergebnis: Möglich seien nur eingeschossige Anbauten, die über einen sogenannten "Zwischentrakt" an das bestehende Haus angebunden werden. Voraussetzung für eine solche Umgestaltung: Die Anbauten sollen die Nachbarn nicht behindern und ein einheitliches Bild ergeben. Bereits im April/Mai 2014 stellte die Stadt die Studie bei einer öffentlichen Bürgerversammlung sowie bei einer Versammlung der Siedlergemeinschaft "Am Lüserbach" vor. 130 Familien der Bergarbeitersiedlung gehören der Siedlergemeinschaft an, insgesamt beherbergt die Siedlung 600 Bewohner. Auch im Rathaus lagen die Pläne aus.

Laut Thomas Berger, Leiter der Abteilung Stadtplanung, sei nur eine Minderheit der Anwohner "skeptisch", künftig Anbauten zuzulassen. "Im Großen und Ganzen sind die Anwohner für eine Möglichkeit zur Umgestaltung", sagt auch Karl Lohmüller, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft "Am Lüserbach". Die Resonanz sei "positiv". Im Ausschuss für Stadtentwicklung möchte Berger dafür werben, dass die Stadt auf Basis der Machbarkeitsstudie einen Bebauungsplan aufstellt, damit die Anbauten künftig möglich werden. Bis dieser Plan rechtskräftig werde, vergehe wohl das Jahr 2015, so Berger. Und wie viele Leute letztlich an Anbauten interessiert sein werden, bleibe dann abzuwarten.

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