Hitze und Trockenheit: Stadt verhängt Grillverbot in Seepark und am Cappenberger See

Brandgefahr zu hoch

Zu trocken, zu heiß: Die Stadt verbietet ab sofort das Grillen auf öffentlichen Flächen. Wer dagegen verstößt, dem drohen hohe Strafen.

Lünen

24.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Hitze und Trockenheit: Stadt verhängt Grillverbot in Seepark und am Cappenberger See

Grillen im Seepark ist ab jetzt verboten. Wer gegen das Verbot verstößt, dem drohen hohe Strafen. © Osterholt

In Lünen gilt ab sofort ein Grillverbot auf allen öffentlichen Flächen. Grund dafür sind die Hitze sowie die seit Wochen sehr geringen Niederschläge. Der Graslandfeuerindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hat die höchste Stufe 5 erreicht, auch den Waldbrandgefahrenindex hat der DWD auf Stufe 4 angehoben.

In Lünen ist das Grillen und der Umgang mit offenem Feuer sowieso nur dort erlaubt, wo entsprechende Schilder stehen oder hängen. Die Stadt weitet heute das Verbot auch auf diese offiziellen Grillplätze aus.

Das betrifft auch die Grillwiese im Seepark sowie die Grillplätze am Cappenberger See und in Brambauer. Nicht nur das Grillen ist verboten, auch der Umgang mit Shishas und jeglichem anderen offenen Feuer oder Glut ist nicht erlaubt.

Mahnung: Keine glühenden Zigaretten wegwerfen

Vor dem Erlass der Verfügung hatten Feuerwehr und Ordnungsamt die Situation noch einmal in Augenschein genommen. „Offenes Feuer oder die Glut von Kohlen kann die ausgetrocknete Vegetation leicht entzünden und das kann dann sehr schnell gefährlich werden“, hieß es von der Feuerwehr. Die Feuerwehr mahnt auch, beim Rauchen vorsichtig zu sein und noch glühende Zigaretten nicht wegzuwerfen. Auch Glas sollte nicht achtlos im Freien liegengelassen werden, weil es wie ein Brennglas wirken und Feuer entzünden kann.

Die Verfügung gilt bis zum 30. September oder bis auf Widerruf.

Sicherheitsdienst und Ordnungsamt kontrollieren

Die Einhaltung des Grillverbots wird kontrolliert - insbesondere am Wochenende im Seepark. Dort sind neben Mitarbeitern des privaten Sicherheitsdienstes auch Mitarbeiter der Stadt Lünen im Einsatz. Auch der ruhende Verkehr wird überwacht: Wer falsch parkt, Rettungswege oder Einfahrten blockiert, erhält einen Strafzettel oder muss damit rechnen, abgeschleppt zu werden.

Verstöße gegen das Grillverbot werden mit einem Zwangsgeld geahndet, das je nach Fall bis zu 1000 Euro betragen kann. Derartig hohe Strafen können verhängt werden, wenn die „Wild-Griller“ die Natur schädigen (zum Beispiel, wenn die Glut die Grasnarbe verbrennt). Zahlen muss übrigens auch, wer Müll oder Leergut in der freien Natur zurücklässt.

Trotzdem Bürgerantrag für dauerhaftes Grillverbot

Die Anwohner fühlen sich am Seepark zunehmend belästigt und nicht mehr zu Hause. Erst am 11. Juli war der Eilantrag der GfL für ein Grillverbot am Seepark in Horstmar gescheitert. Ein erneuter Bürgerantrag auf Grillverbot am See sollte endlich wieder Ruhe bringen. Dazu gab es am Donnerstagabend (18.) um 18.30 erst ein Bürgertreffen.

Jetzt freuen sich die Bürger, dass am Mittwochmittag (24.) ein durch die Hitze bedingtes Grillverbot verhängt wurde. Trotzdem wollen sie den Bürgerantrag stellen. In dem sozialen Medium Facebook kam es deshalb zu einer Diskussion.

Gabriele Gabi May hatte vorab schon über ein temporäres Grillverbot spekuliert: „Ich denke, dass es ein vorläufiges Verbot aufgrund der extremen Hitze geben wird.“ Und es kam kurz darauf. Freude machte sich in der Gruppe „Lünen-Horstmar und seine Bürger“ breit. Außerdem kam die Frage auf, ob der gestellte Bürgerantrag jetzt überflüssig werde.

Anwohnerin Gabriele Püttschneider fragt daraufhin: „ Warum sollten wir keinen Antrag stellen? Uns Anwohnern geht es nicht um ein vorläufiges Grillverbot, sondern um ein generelles Grillverbot. Das dürfte doch jetzt allmählich mal allen bekannt sein.“

Frank Ahlrichs, von der FDP Lünen, sagt: „Das verfügte und zeitlich begrenzte Grillverbot ist richtig und wird ganz akut helfen. Genauso, wie es im letzten Jahr ja auch geholfen hat. Es muss aber eine von konkreten Ideen und Maßnahmen getragenen Lösung kommen, um wirklich etwas nachhaltig zu verändern.“

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