Horror-Verletzung: Opfer im Rollstuhl ins Gericht

Drei Jahre nach Schlägerei

Die nächtliche Schlägerei vor einem Gahmener Gaststätte ist drei Jahre her, die Folgen sind fatal: Im Rollstuhl wurde am Mittwoch das Opfer ins Lüner Amtsgericht geschoben. Bis heute kann der Mann nicht laufen. Der Angeklagte soll ihn damals getreten haben, als er am Boden lag. Hilflos. Mit gebrochenem Bein.

GAHMEN

17.12.2015, 13:49 Uhr / Lesedauer: 1 min

Richterin Beatrix Pöppinghaus entschuldigte dafür, dass sich der Prozessbeginn so hingezogen habe. Bei einem ersten Termin war beschlossen worden, einen medizinischen Gutachter zu befragen. Der sollte Stellung zu den erheblichen Verletzungen eines Opfers nehmen. Das dauerte ein Jahr.

Was passierte in jener tragischen Nacht? Am 9. Dezember 2012 war der 31-jährige Angeklagte ohne Zigaretten auf dem Heimweg von einer Feier. Um 2.45 Uhr erreichte er die Gaststätte mit Kiosk an der Gahmener Straße. Der Kiosk war schon geschlossen und so polterte er gegen die Fenster der Gaststätte. Zwischen Wirt und Angeklagten kam es zum Streit.

Droht sogar eine Amputation?

Zur gleichen Zeit setzte ein Auto einen späten, angetrunkenen Gast vor der Gaststätte ab. Der griff sogleich in das Geschehen ein. Es kam zu einem Schlagabtausch, der späte Gast ging zu Boden und brach sich ein Bein. Nun soll der Angeklagte, so die Staatsanwaltschaft, den am Boden liegenden auf das Bein und gegen den Kopf getreten haben. Später soll der Angeklagte noch einmal zum Tatort zurückgekehrt sein und eine Scheibe zu der Gaststätte eingeschlagen haben.

Für das Opfer sind die Folgen fatal: ein offener Bruch und der Abriss aller Sehnen am Sprunggelenk. Noch heute, drei Jahre nach der Tat, kann er nicht laufen. In den Gerichtssaal wird er mit einem Rollstuhl geschoben. Nach eigener Aussage muss er schlimmstenfalls mit einer Amputation rechnen.

Weiterer Zeuge soll gehört werden

Der Angeklagte bestritt die Tritte gegen das Opfer. Seiner Schilderung nach sei er zuerst geschlagen worden, er habe sich lediglich verteidigt. Sein Neffe, der ihn begleitet hatte, bestätigt seine Aussage. Doch Wirt und Gäste schildern den Hergang so wie die Anklage.

Nun sollen bei einem weiteren Termin das Gutachten verlesen und ein weiterer Zeuge gehört werden, der sich zurzeit in der Türkei aufhält.

 

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