Das Hotel an der Persiluhr musste Stornierungen wegen des Lockdowns entgegennehmen. Wie auch die Pension am Leezenpatt. © Magdalene Quiring-Lategahn
Corona-Krise

Hotels und Pension in Lünen: Schwieriges Jahr endet mit Stornierungen

So wie Gaststätten und Kulturbetriebe sind auch Hotels und Pensionen von der Corona-Krise betroffen. Kürzlich hoffte man in Lünen wenigstens noch auf die Buchungen an den Weihnachtstagen.

Der Zeitpunkt für den neuen Lockdown wurde auch deshalb gewählt, weil zwischen Weihnachten und Neujahr sowieso ein Großteil des öffentlichen Lebens stillsteht. Was aber ist mit den Hotels und Pensionen, die gerade in dieser Zeit oft viele Besucher erwarten? Denn sie dürfen weiterhin keine Privatreisenden empfangen und die Geschäftsreisen fallen in der Weihnachtszeit auch weg.

Das sorgt auch in den Lüner Hotels für Probleme. Carola Deinhart-Auferoth, Inhaberin des Hotels an der Persiluhr, erzählt, dass sie über Silvester sonst oft einige Gäste haben – in diesem Jahr ist das wegen des harten Lockdowns nicht möglich.

Viele Gäste konnten nicht kommen

Schon in den vergangenen Wochen seien reihenweise Buchungen storniert worden. Und nicht nur die privat reisenden Gäste fehlen: Auch Kulturschaffende, wie zum Beispiel Schauspieler, die sonst auf Tournee im Hotel an der Persiluhr absteigen, gibt es nicht. Auch die Filmcrews, die sonst im November zum Kinofest kommen, waren in diesem Jahr nicht da. Das Kino musste schon im Lockdown light schließen, ein Filmfest gab es nicht. Hinzu kommen ausgefallene Veranstaltungen und Fortbildungen, die sonst in den Räumlichkeiten des Hotels stattfinden.

„Ohne Überbrückungshilfen und Kurzarbeit geht es bei uns nicht. Da wüsste ich nicht, wie wir das schaffen sollten“, so Deinhart-Auferoth. Gleichzeitig würde sie bereits planen, welche Programme sie im nächsten Jahr anbietet, um ihre Gäste frühzeitig darüber zu informieren. Natürlich immer in der Hoffnung, dass diese bereits jetzt buchen. „Wir machen uns jetzt schon Gedanken, wie wir nächstes Jahr wieder durchstarten können“, sagt die Inhaberin.

Sabina Ruhnau, Inhaberin des Hotels am Siebenpfennigsknapp, trifft die Verlängerung des Lockdowns nicht ganz so hart wie das Hotel an der Persiluhr. „Wir haben zwischen Weihnachten und Neujahr sowieso meistens Betriebsferien“, so Ruhnau. Da in dem Hotel vor allem Geschäftsreisende zu Gast sind, wäre in dieser Zeit ohnehin nicht viel los. Dennoch sagt auch Ruhnau: „Es ist nicht einfach und die Situation macht schon etwas Angst, da man nicht weiß, wie es weitergeht.“

Noch Glück gehabt

Der Familienbetrieb sei aber immer noch mit einem blauen Auge davongekommen, musste keine Überbrückungshilfen beantragen und nur eine Mitarbeiterin in Kurzarbeit schicken. „Im Vergleich zu vielen anderen haben wir trotzdem Glück“, sagt Ruhnau. Sie hofft, dass im Januar auch weiterhin Geschäftsreisende in ihrem Hotel unterkommen können.

Eigentlich sollten in der Pension am Leezenpatt von Angelika Lauer auch wieder Gäste über die Weihnachtstage übernachten. „Bereits im Oktober waren unsere Gästezimmer für die Weihnachtsfeiertage ausgebucht“, sagt die Lünerin, die schon seit einigen Jahren die kleine Pension betreibt. Pilger, die den Jakobsweg gehen, der durch Lünen führt, oder auch Radler, die Touren wie die Römerroute schätzen, übernachten in normalen Zeiten in der Pension.

Buchungen in Ungewissheit vorgenommen

Aber auch Gäste des Kinofestes waren oft in Angelika Lauers Pension an der Bismarckstraße untergebracht. Auch das fiel in diesem Jahr aus. Dass es möglicherweise in diesem Jahr zu Weihnachten oder zum Jahreswechsel weitere Corona-Beschränkungen geben könnte, ahnte die Pensions-Betreiberin schon. „Sowohl den Gästen als auch uns war klar, dass die Buchung unter einer Ungewissheit vorgenommen worden war.“

Denn die politisch getroffenen Einschränkungs-Maßnahmen zum betreffenden Zeitpunkt könnten eine Übernachtung erlauben oder nicht. „Seit Montag wissen wir mehr: Eine Hotelübernachtung über die Feiertage ist nicht erlaubt,“ so Angelika Lauer. Es wird noch dauern, bis sie wieder die Zimmer der Pension für Gäste vorbereiten kann.

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Geboren und aufgewachsen im Sauerland, dort erste Erfahrungen im Lokaljournalismus gesammelt und für das Journalistik-Studium schließlich nach Dortmund gezogen. Dem Lokaljournalismus weiterhin treu geblieben, schreibe ich hier über alles, was in Lünen und Umgebung so los ist.
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Emilia Knebel
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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