Jördis Mischke mit ihrem Sohn und Hund Pepe, als es ihm noch gut ging. © Mischke
Hundeangriff

Hund Pepe auf Segelflugplatz schwer verletzt: Familie ist schockiert

Der Schock sitzt tief. Auf dem Lüner Segelflugplatz ist Hund Pepe von zwei freilaufenden Hunden angegriffen worden. Auch Halterin Jördis Mischke wurde gebissen. Der Vorfall hat ein Nachspiel.

Wie eine Jagdszene aus einer Tierdokumentation – so beschreibt Jördis Mischke den Angriff auf Familienhund Pepe. Die Mutter, die ein Duales Studium absolviert, ist mit ihren drei Kindern und Pepe am 1. Weihnachtsfeiertag (25.12.) auf dem Segelflugplatz in Lünen unterwegs. Ein anderer Hundebesitzer habe sie vor einem Paar mit drei aggressiven Hunden gewarnt. Da ahnt sie noch nichts von der gefährlichen Attacke. „Natürlich habe ich die Hunde beobachtet, unseren Hund angeleint gelassen und dann meinen Kindern gesagt, dass wir ganz viel Abstand halten müssen und in die andere Richtung gehen“, sagt Mischke. Geholfen hat das nicht.

Zähnefletschend genähert

Sie sieht, wie sich einer der drei Hunde zähnefletschend nähert. Die Besitzer seien etwa 300 Meter entfernt gewesen. Die 33-Jährige habe ihren fast zweijährigen Sohn auf den Arm genommen und sich vor ihre sechsjährige Tochter gestellt. Der siebenjährige Sohn war etwas entfernt. Sie habe auch den Hund hochgenommen, ihn aber absetzen müssen, weil sie beide nicht gleichzeitig halten konnte. Da greifen die beiden Hunde an. Sie hätten sich regelrecht auf Pepe gestürzt und ihn wie ihre Beute weggezogen, schildert sie. Kurz vor der Lippe hätten sie sich über Pepe hergemacht. „Ich bin laut schreiend hinterhergelaufen.“ Während sie Pepe befreien will, wird sie in den Daumen gebissen.

Verletzt wurde Pepe bei der Attacke auf dem Segelplatz.
Verletzt wurde Pepe bei der Attacke auf dem Segelplatz. © Mischke © Mischke

Der Halter der beiden Hunde sei schließlich gekommen und habe den kleineren Hund an die Leine genommen, er habe sich dabei nicht beeilt, so Mischke. „Und ich musste ihn mehrfach anschreien, bis er bereit war, den zweiten Hund ebenfalls anzuleinen. Seine Aussage: ‚Alleine tut der nichts.“

Vorfall belastet Familie

Die Familie ist schockiert. Der Vorfall belaste sie bis heute. Jördis Mischke ruft die Polizei und ihre Mutter. Die bringt den schwer verletzten Hund zum Tierarzt. Die Halter der anderen Hunde bieten an, die Tierarztrechnung zu bezahlen. „Der Mann war total entspannt. Seine Frau aber hat zu meiner Mutter gesagt, dass sie Angst hatte, dass die Hunde auf die Kinder losgehen“, so Mischke.

Pepe hat Bissverletzungen an einer Gesichtshälfte und am Hinterteil, er musste unter dem Auge genäht werden. Zudem muss er am Kreuzband operiert werden, das gerissen ist. „Das Aufstehen fällt ihm noch sehr schwer. Außerdem hat er mit Panikattacken zu kämpfen“, sagt Mischke. Sein dichtes Fell habe ihm wohl das Leben gerettet. Die Familie leidet noch immer unter dem Vorfall. „Es ist eine enorme Belastung für uns alle. Wir haben alle Alpträume und hatten anfangs Angst, wieder spazieren zu gehen. Am schlimmsten leidet mein jüngster Sohn. Er schläft schlecht, weint und sagt immer wieder ‚Pepe aua‘.“

Anzeige bei Polizei erstattet

Gegen die Hundehalter erstattet Jördis Mischke Anzeige, neben Schmerzensgeld möchte sie erreichen, dass die Halter die Hunde abgeben müssen und wohlmöglich keine Hunde mehr halten dürfen. „Es hätte ja auch eins meiner Kinder treffen können“, sagt Mischke. Sie macht den Vorfall im Sozialen Netzwerk Facebook bekannt, um andere Hundehalter zu warnen. Dort erfährt sie, dass das Paar für seine schwierigen Hunde bekannt sei. „Ein Herr hat sich bei mir gemeldet, ihm ist das im Februar ebenfalls passiert.“ Auch andere Facebook-Nutzer bestätigen, es sei nicht das erste Mal, dass man von einem solchen Vorfall auf dem Segelflugplatz höre.

Verschärfte Maßnahmen möglich

Peter Bandermann, Pressesprecher der Polizei Dortmund, bestätigt die Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung und kündigte Konsequenzen an. „Die Polizei wird auf die Stadt zugehen, um über verschärftere Maßnahmen zu sprechen.“ Da es sich bei dem Fall nicht nur um eine Ordnungswidrigkeit handele, sondern durch den Angriff auf eine Person mit Verletzung auch um eine Straftat, sei das eine Sache der Ordnungspartnerschaft. Das bedeute, dass Polizei und Ordnungsamt in Doppelstreifen die Situation am Segelflugplatz begutachten und einschätzen werden.

Der Segelflugplatz sei bekannt dafür, dass trotz Leinenpflicht viele Hunde frei herumliefen. Die Besitzer dafür zur Rechenschaft zu ziehen sei Sache der Stadt Lünen. Sie könne Bußgelder oder härtere Auflagen verhängen.

Im Falle der Familie Mischke seien Polizei und Stadt zuständig. „Der Hund wurde verletzt, die Frau ebenfalls und die ganze Familie hat eine traumatische Erfahrung erlebt. Das ist ein ganz anderer Rechtsraum mit Konsequenzen für die Hundehalter.“ Gegen die Halter soll deshalb wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt werden.

Die Stadt Lünen war für eine Stellungnahme zu dem Vorfall nicht erreichbar, da sie zwischen den Jahren nur eingeschränkt besetzt ist.

Über die Autorin
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Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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Denise Felsch

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