Hund wurde mit Stromstößen misshandelt

Amtsgericht urteilt

Vor über zwei Jahren erlebte der Lüner Collie Gismo in einer Waltroper Hundepension alles andere als erholsame Tage: Bei jedem Bellen wurde das Tier durch ein illegales Strom-Halsband gefoltert. Gestern wurden zwei Verantwortliche für den Tierquäler-Skandal verurteilt.

LÜNEN

von Werner von Braunschweig

, 07.11.2012, 18:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mit solchen Verletzungen kehrte Gismo vor zwei Jahren zu seinem Herrchen zurück. Jetzt verhandelte das Amtsgericht Recklinghausen den Fall.

Mit solchen Verletzungen kehrte Gismo vor zwei Jahren zu seinem Herrchen zurück. Jetzt verhandelte das Amtsgericht Recklinghausen den Fall.

600 Euro Geldstrafe für den 73-jährigen Inhaber des inzwischen geschlossenen Hundehotels, 450 Euro für den damals als Aushilfe angestellten Hunde-Pfleger (25): Das Amtsgericht in Recklinghausen verurteilte das Duo wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Beide Angeklagte hatten Geständnisse abgelegt. Der Pensionsinhaber will zwar nie selbst aktiv geworden sein, ließ aber letztlich gegen sich gelten, dass er als Chef „den Betrieb und seine Angestellten stärker hätte überwachen müssen“.

Collierüde „Gismo“ hat sich inzwischen von dem Angst-Trauma durch den Hotelaufenthalt wieder erholt. „Er ist wieder ganz der Alte“, erklärte sein Besitzer Axel Tutas im Anschluss an den Prozess. Das hatte am 31. Juli 2010 noch ganz anders ausgesehen: Nach zwei Wochen Familienurlaub in Ägypten hatte der Lüner Hundehalter einen erholten „Gismo“ wieder in die Arme schließen wollen – und war auf ein völlig verschüchtertes und verletztes Tier gestoßen. Auslöser für die Qualen des Collies war ein verbotenes „Anti-Bell-Halsband“, das bei jedem Bellen einen elektrischen Stromschlag abgab und sich selbst beim Abholen in der Waltroper Pension noch unter „Gismos“ Fell am Hals befand.

Der Tierquäler-Skandal um das Waltroper Hundehotel hatte damals bundesweit für negative Schlagzeilen gesorgt. Die wohl schärfste Bestrafung hat den nun als indirekten Tierquäler verurteilten Hundepensions-Chef bereits vor eineinhalb Jahren getroffen – der Betrieb von Hotel und Hundeschule auf der fast 5000 Quadratmeter großen Areal in Waltroper Norden musste geschlossen werden.

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