Für Schulen in NRW gilt im Moment das Gebot des Präsenzunterrichts. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Corona-Schutz

Hybrid-Unterricht an Lüner Schule: Bezirksregierung lädt zum Treffen

Die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen hatte auf eigene Faust ein Hybrid-System eingeführt. Das Verbot kam von der Bezirksregierung Arnsberg. Nun soll es ein Gespräch geben.

Nachdem die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen für ihr selbst eingeführtes Hybrid-System aus Distanz- und regulärem Unterricht eine Abfuhr der Bezirksregierung Arnsberg bekommen hat, soll es am Dienstag (08.12.) nun zu einem Gespräch zwischen Elternpflegschaft, Schulleitung und der Bezirksregierung kommen.

Vorteile aus Hybridunterricht machen sich weiter bemerkbar

Das Gespräch ist eine Reaktion auf den offenen Brief, den die Schulpfegschaft und die Stadtschulpflegschaft an die Bezirksregierung, aber auch an Schulministerin Yvonne Gebauer gerichtet hatten und in dem sie darlegen, dass der Hybridunterricht ihrer Meinung nach die angespannte Situation an der Schule mit vielen Schülern und Lehrern in Corona-Quarantäne entlastet hat.

So waren zum Beispiel vor der Maßnahme 25 Lehrer in Quarantäne, während der Maßnahme nur noch vier, weil sie nachweisen konnten, dass die nötigen Abstände eingehalten worden sind.

Auch jetzt mache sich das noch bemerkbar, wie Schulleiter Reinhold Bauhus auf Anfrage sagt. „Wir haben aktuell keine neuen Infektionen.“ Der Zeitraum, während dem die Schule die Hybrid-Lösung anbieten konnte, sei zwar nur sehr kurz gewesen, doch sie hätte dazu geführt, dass nur zwei Kollegen in Quarantäne geschickt werden musste.

Der Schulleiter sei froh, dass der Präsenzunterricht im Moment wenigstens so möglich wäre, wie er gedacht ist – ohne massig Vertretungsunterricht.

Keine Änderungen zu erwarten

Bauhus ist sich aber sicher, dass die Gespräche mit der Bezirksregierung keine Änderungen bringen werden. „Der jetzige Erlass lässt keinen Spielraum“, sagt Bauhus. Eine größere Diskussion auf politischer Ebene sei nötig. Er sei allerdings froh, dass der Hybridunterricht an seiner Schule immerhin eine Diskussion ins Rollen gebracht habe.

Dass nicht mit einer Rücknahme der Entscheidung zu rechnen ist, macht auch Christoph Söbbeler, Sprecher bei der Bezirksregierung Arnsberg deutlich: „Wir bewegen uns hier in einem eng definierten Rahmen“, sagt Söbbeler.

„Daraus können wir auch nicht ausbrechen.“ Die Situation habe sich in den vergangenen Tagen nicht verändert. Söbbeler möchte aber auch dem Gespräch nicht vorgreifen: „Jetzt wollen wir uns erstmal treffen“, sagt der Sprecher.

Runden Tisch bereits mit Bochumer Schule

Es ist nicht das erste Treffen für die Bezirksregierung zum Thema Hybrid-Unterricht. Am Donnerstag gab es einen runden Tisch zwischen Bezirksregierung bereits sowie Schüler- und Elternvertretern einer Bochumer Schule.

Dort waren die Schüler in Streik getreten, um einen Unterricht im Wechsel zwischen Distanz- und regulärem Unterricht zu erreichen. Auch hier machte die Bezirksregierung klar: „dass es keinen Spielraum für Ausnahmeregelungen jenseits der landesweit gültigen Vorgaben gibt“, wie es in einer Pressemitteilung dazu heißt.

Nicole Kleine, die Vorsitzende der Elternpflegschaft sagt, „wir werden weiter kämpfen.“ Sie erhofft sich zum Beispiel klare Vorgaben des Minsteriums, ab welcher Inzidenz eine Schule selbstständig entscheiden könne, „ich finde es falsch darauf zu warten, bis gar nichts mehr geht“, so Kleine. Die Situation an den Schulen werde schließlich nach den Weihnachtsferien im Januar auch nicht besser.

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Ich bin neugierig. Auf Menschen und ihre Geschichten. Deshalb bin ich Journalistin geworden und habe zuvor Kulturwissenschaften, Journalistik und Soziologie studiert. Ich selbst bin Exil-Sauerländerin, Dortmund-Wohnerin und Münsterland-Kennenlernerin.
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Sabine Geschwinder

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