Im Haus Wieneke gibt es eine gutbürgerliche Küche - passend zum Ambiente

mlzRestaurant-Check

Seit 1998 gibt es das Haus Wieneke an der Borker Straße 143. Dort, wo früher ein Chinese war, serviert die heutige Alleininhaberin Brigitte Potthoff den Gästen solide Gerichte.

Lünen

, 09.02.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 5 min

Wer Lünen über die B 236 in Richtung Selm/Bork verlässt, ob zu Fuß, mit dem Rad oder dem Pkw, kommt zwangsläufig am „Haus Wieneke“ vorbei. Das Haus, in dem sich das Restaurant befindet, liegt direkt an der Straße und ist wirklich nicht zu übersehen.

Die Immobilie erstrahlt in einem freundlichen Gelbton, die am Straßenrand in weiß und grün gehaltene Außenwerbung und der grüne Haus-Wieneke-Schriftzug über dem Haupteingang wirken einladend. Mal sehen, wie es drinnen aussieht.

Es ist Dienstagabend, 18 Uhr, dunkel und nasskalt. Vor dem Restaurant treffe ich einen guten Freund. Kurze Begrüßung und rein in den Laden - Zeit für den Restaurant-Check:

Die Atmosphäre

Es braucht nur einen Wimpernschlag, um zu erkennen, dass hier, zumindest was die Inneneinrichtung angeht, die Zeit stehen geblieben ist. Der großzügige, in dunklem Holz gehaltene Thekenbereich und ein an dem Thekenschrank befestigtes, blau-weißes Metallschild mit der Aufschrift „Freibier, gibt‘s morgen“ lassen Erinnerungen an frühere Kneipenbesuche aufkommen.

Egal, vorbei am Tresen geht es rechts direkt ins Restaurant. Im Gegensatz zum Eingangs- beziehungsweise Tresenbereich ist dieser Teil nicht nur mit Terracotta-Fliesen, sondern auch mit einem blauen Teppichboden, so wie man sie aus Hotelfluren kennt, ausgelegt. Darauf stehen 13 Holztische. Das Platzangebot reicht von 4 vier bis 8 Personen.

Auf den Tischen liegen weiße Stofftischdecken, auf jedem Tisch steht eine gläserne Blumenvase mit einem Strauß Tulpen, wirkt alles in allem schon etwas altbacken. An den Wänden hängen größere und kleinere Bilder, wenn auch ein „bisschen schief“, wie mein Freund meint, anmerken zu müssen - „verdammter Pingel“, denke ich mir und dass das die anderen 20 Gästen ja auch nicht stört.

Vertieft in Gespräche, lassen es sich die älteren Herrschaften, von denen geschätzt keiner unter 60 Jahre alt ist, schmecken. Sieht jedenfalls so aus. Da passt es wunderbar, dass uns der junge Kellner, der uns schon überaus freundlich begrüßt und die freie Tischwahl gelassen hat, die Speisekarten bringt.

Auf seine Frage, ob wir denn schon wissen, was wir trinken möchten, antwort mein Freund: „Eine Rotwein-Schorle!“

Worauf der Kellner fragt: „Soll das Wasser für die Schorle kalt oder wohltemperiert sein?“

Mein Freund ist ganz aus dem Häuschen, das sei er noch nie gefragt worden, erklärt er dem Kellner und mir. Mein Tischpartner entscheidet sich für wohltemperiert und beide sind wir der Meinung: Fängt doch super an.

Die Speisekarte

Die Speisekarte bietet alles, was sich unsereiner unter gutbürgerlicher Küche vorstellt. Da gibt es eine eigene Seite „Westfälische Küche“, die vornehmlich für Gäste der hauseigenen Kegelbahn gedacht ist. Darauf stehen Gerichte wie „Bauernsülze wie bei Muttern“, „Toast Hawaii“ und „Gebackener Camembert“.

Den Rest der Speisekarte zieren folgende Überschriften: „Fisch, frisch von der Küste“, „Saftige Steaks“, „Knackige Salate“, „Vegetarische Gerichte“ und „Schnitzeljagd“. Man muss kein Prophet sein, um sich vorstellen zu können, welches Gericht unter welcher Überschrift zu finden ist.

Die Vorspeisen

Neben verschiedenen Suppen gibt es „Schottischer Räucherlachs“, „Forellenfilet mit Preiselbeersahne“ und „Weinbergschnecken“ als Vorspeisen. Wir fackeln nicht lange. Mein Freund nimmt die sechs Weinbergschnecken für 8 Euro, meine Wenigkeit den Räucherlachs für 9,80 Euro.

Im Haus Wieneke gibt es eine gutbürgerliche Küche - passend zum Ambiente

Sechs Weinbergschnecken in hausgemachter Kräuterbutter mit Toast © Storks

Und so hat es meinem Freund geschmeckt:

„Schnecken aus dem Haus gelöst, hätte man auch selbst machen können, aber so geht es natürlich auch. Schwimmen in Kräuterbutter, so wie es sein soll. Kräuterbutter hätte allerdings besser gewürzt sein können, etwas fad im Geschmack, was schade ist, da der Eigengeschmack der Schnecken nicht allzu sehr trägt und durch die Kräuterbutter unterstützt werden muss. Portion ausreichend, auch ausreichend Toast da. Schnecken von der Konsistenz in Ordnung, bissfest, wie es sein muss.“

Im Haus Wieneke gibt es eine gutbürgerliche Küche - passend zum Ambiente

Schottischer Räucherlachs mit Salatbeilage, Toast und Sahnemerretich © Storks

Und so hat es mir geschmeckt:

Das beigelegte Toast war richtig gut. Goldbraun getoastet, prima. Geschmacklich einwandfrei waren auch Lachs und Meerrettich. Das Ganze war zudem optisch nett angerichtet, alles gut.

Die Hauptgerichte

Gerne hätte mein Freund das - auch vom Kellner bei der Bestellung hochgelobte - „Zanderfilet in der Kartoffelkruste“ gegessen. Daraus wurde jedoch nichts, wie uns der Kellner nach einem Abstecher in die Küche kleinlaut erklärte: „Kann ich leider nicht mit dienen, der Fischlieferant war heute noch nicht da.“

Dumm gelaufen, also her mit dem „Fischteller“ für 19 Euro, der meinem Begleiter wie folgt geschmeckt hat:

Im Haus Wieneke gibt es eine gutbürgerliche Küche - passend zum Ambiente

Der Fischteller mit Fischfilets und Meeresfrüchten auf Tomaten-Butter, wie es in der Karte heißt, mit Knoblauch, dazu Reis und Gemüse © Storks

„Bestand aus einem Stückchen Zander, einem Stück Lachs und einem Stück Scholle sowie zwei Scampi. Dazu viel Gemüse (Karotten, Brokkoli, Blumenkohl). Karotten hätten etwas bissfester sein können, Brokkoli und Blumenkohl dafür etwas weicher. Insgesamt okay.

Dazu ein Klecks Hollandaise aus der Tüte, der für die großen Stücke Blumenkohl und Brokkoli größer hätte sein können. Wildreis okay, an der Grenze, da etwas zu weich, aber Geschmäcker sind da verschieden, deswegen in Ordnung.

Fisch in Butter gebraten und damit in Ordnung. Lachs im Grunde perfekt, innen leicht rosa, so, wie er sein muss. Zander sehr buttrig, hätte etwas bissfester sein können. Scholle in Ordnung.

Die Tomatenbutter hatte leider kein Aroma, Tomaten waren darin geschwenkt, hätte bei niedrigerer Temperatur etwas länger sein dürfen. Ging aber. Portion war ausreichend, aber auch nicht überdimensioniert.“

Im Haus Wieneke gibt es eine gutbürgerliche Küche - passend zum Ambiente

Das Rumpsteak Hubertus mit geschmorten Zwiebeln, frischen Champions, Rotweinsauce und Kartoffelecken © Storks

Meine Wahl fiel auf das „Rumpsteak Hubertus“ für 22,50 Euro. Das Fleisch war medium gebraten, wie ich es mag und gewohnt bin. Wobei ich im ersten Moment dachte, es sei blutig gebraten. Das lag aber an der reichlich vorhandenen Rotweinsauce, in der das Stück Fleisch fast unterging. Besser wäre es gewesen, beides getrennt zu servieren. Geschmacklich war die Soße ok, hätte etwas mehr nach Rotwein schmecken können. Die Zwiebeln und die Champignons gingen in Ordnung, die Kartoffelecken kamen ziemlich trocken daher, wirkten von außen betrachtet irgendwie verbrannt. Trotzdem: Unterm Strich hat es geschmeckt.

Die Desserts

Weil das einfach zum Restaurant-Check dazugehört, hätten wir gerne noch ein Dessert genommen. Hat aber nicht geklappt:

Zur Auswahl standen diverse Eiskreationen, auf die mein Freund und ich aber keinen Appetit hatten, und der „Warmer Apfelstrudel“ sowie das „Mousse au chocolat“ waren laut Bedienung ausverkauft. Um das zu verdauen, gönnten wir uns dann einen „Ramazzotti auf Eis“ (2,20 Euro) und einen „Strubbeliger“ (1,60 Euro).

Die Getränke

Die umfangreiche Getränkekarte lässt keine Wünsche offen. Es gibt alles, was das (Kneipen-) Herz begehrt: Biere, Weine, alkoholfreie Getränke, jede Menge Hochprozentiges.

Wir hatten auf der Karte: Zwei Spezis o,3 Liter für je 2,80 Euro, eine Weiß- und eine Rotweinschorle je 0,2 Liter für zusammen 7 Euro und den genannten Ramazzotti sowie Strubbeligen.

Der Service

Der Kellner war durchweg freundlich, tat uns schon fast leid - Stichwort „ausverkauft“ bzw. „nicht geliefert“.

Die Rechnung

Bezahlt haben wir für zwei Vorspeisen, zwei Hauptgerichte und die genannten Getränke insgesamt 75,70 Euro. Das war fair, mehr wäre aber auch nicht angemessen gewesen.

Kinderfreundlichkeit

Es gibt eine eigene Kinderkarte: Auf Jungen und Mädchen bis 12 Jahre warten Gerichte wie „Schweinchen Babe“, „Spiderman“ oder der „Ferrari Teller“. Die Preise der Kindergerichte variieren zwischen 4 Euro und 9,50 Euro. Die „ganz kleinen Gäste“ bekommen auf Wunsch Pommes oder Nudeln gratis.

Barrierefreiheit

Das Restaurant verfügt über zwei großzügig gestaltete Treppen-Eingänge, wobei es gilt, jeweils vier Stufen zu überwinden. Für Rollstuhlfahrer steht eine Rampe bereit. Schwierig wird es im Innenbereich. Zwar befindet sich dort alles auf einer Ebene, die Toiletten sind jedoch wegen zu schmaler Türrahmen nicht für Rollstuhlfahrer zugänglich.

Erreichbarkeit, Inhaberin

Mit dem Auto überhaupt kein Problem. Das Haus Wieneke verfügt auch über einen eigenen Parkplatz. Zwar befindet sich direkt vor dem Restaurant eine Bushaltestelle. „Dort hält der Bus jedoch nur drei Mal am Tag“, wie Brigitte Potthoff sagt. Die 64-Jährige führt seit 2014 alleine die Geschäfte im Haus Wieneke. Bis zu diesem Zeitpunkt war, seit 1998, noch ihr heutiger Ex-Mann Dieter Potthoff mit im Boot. Neben der Inhaberin kümmern sich vier Festangestellte um das leibliche Wohl der „überwiegend älteren Stammgäste“ (Brigitte Potthoff).

Was das Netz sagt

Von 132 Rezensionen bei Google erreichen die Gaststätte und ihre gut bürgerliche Küche 4,2 von 5 Sternen.

Alle Infos

Restaurant Haus Wieneke

Geschäftsführende Inhaberin:

Brigitte Potthoff

Borker Straße 143

44534 Lünen

Telefon: 0 23 06 / 58 15

Telefax: 0 23 06 / 849 86 43

E-Mail-Adresse: restaurant@haus-wieneke.de

Internet: http://haus-wieneke.de/

Öffnungszeiten :

Dienstag - Sonntag : 11.00 - 14.00 Uhr & 17.00 - 22.00 Uhr

Montag ist Ruhetag.

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