Weil der Wasserspielplatz am Tobiaspark und auch der Brunnen vor dem Rathaus wegen Keimbelastung zum dritten Mal und jetzt mit höherer Dosierung desinfiziert werden muss, bleiben die Anlagen abgesperrt. © Quiring-Lategahn
Tobias-Spielplatz und Rathaus-Brunnen

Immer noch zu viele Keime in Anlagen: Lünen erhöht Dosis der Desinfektion

Trotz zweimaliger Desinfektion sind zu viele Keime im Wasser am Spielplatz Tobiaspark und dem Rathaus-Brunnen. Die Stadt hat nun die Dosis erhöht. Die Ursache für die Keime ist nicht gefunden.

Es sprudelt zwar auf dem Wasserspielplatz am Tobiaspark und am Windspiel-Brunnen auf dem Willy-Brandt-Platz, doch es ist ein Plätschern hinter Gittern. Bei der jährlichen Routinewartung wurde das Wasser untersucht. Mit dem Ergebnis, dass es zu viele Keime enthält. Auch eine zweifache Desinfektion hat daran nichts geändert. Wie Alexander Dziedeck, Sprecher der Stadt Lünen auf Anfrage mitteilte, hätten die Maßnahmen noch nicht zu dem erhofften Ergebnis geführt. Laut Hygieneinstitut sei die Keimbelastung dort immer noch zu hoch.

Mit dem Kreisgesundheitsamt sei abgestimmt worden, die Anlage jetzt mit einer höheren Konzentration an Desinfektionsmitteln für mindestens eine Woche laufen zu lassen. Da seit 30. Juni mit Chlorbleichlauge gearbeitet werde, bliebe das Wasserspiel weiterhin gesperrt. Ähnliches passiert mit dem Brunnen auf dem Willy-Brandt-Platz: „Auch hier läuft die Anlage nun mit einer höheren Dosis an Desinfektionsmittel“, berichtet Dziedeck.

Noch unklar ist, wo die Keime entstehen. „Den Keim-Herd konnten wir noch nicht genau eingrenzen“, teilt Dziedeck mit. Vermutlich befindet er sich im Leitungssystem. Die Wirtschaftsbetriebe Lünen (WBL) haben die Wasserbehälter und alle erreichbaren Oberflächen mit einem heißen Dampfstrahler gereinigt. Dessen Temperaturen töten die Keime eigentlich ab.

Diesmal aber nicht. Schuld könnte die Corona-Pause sein. Seit November 2019 waren die Anlagen nicht mehr in Betrieb. Eine Vermutung sei, dass sich aufgrund des langen Stillstands der Pumpensysteme in den Leitungen Keime gebildet und festgesetzt haben könnten, heißt es seitens der Stadt. Die Leitungen werden zwar vor dem Winter geleert, eine Restwassermenge mit Feuchtigkeit bleibt aber.

Um die 1200 Euro muss die Stadt für eine Desinfektion am Rathaus-Brunnen zahlen, am Tobiaspark sind es etwa 900 Euro. Die Untersuchung der Wasserqualität schlägt für beide Anlagen pro Analyse mit 380 Euro zu Buche.

Dziedeck betont, das grundsätzlich bei allen Anlagen in Lünen einmal jährlich vor der Inbetriebnahme im Frühjahr Proben entnommen würden. Eine weitere Untersuchung folge im Sommer. Desinfiziert worden seien die beiden betroffenen Wasserspiele zuletzt im Jahr 2019.

Ein weiteres Gitter auf dem Wasserspielplatz am Tobiaspark gilt dem durch Vandalismus beschädigten Trampolin. Hier wartet die Stadt auf die bestellten Ersatzteile.

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Redaktion Lünen
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Magdalene Quiring-Lategahn

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