Ann-Christin Michallik ist die erste Mitarbeiterin, die im St.-Marien-Hospital in Lünen von Dr. Timo Baumeister, Leitender Arzt der Zentralen Aufnahme, geimpft wurde. © Lenfers
Impfung gegen Corona

Impfstart für Lüner Klinik-Beschäftigte: Nicht überall ging es schon los

84 Impfdosen für Klinik-Beschäftigte haben am Montag (18.1.) das St.-Marien-Hospital in Lünen erreicht. Mitarbeiter der Klinik am Park hingegen müssen noch auf Impfstoff warten.

Früh am Montagmorgen (18.1.) kamen die 84 bestellten Impfdosen der Firma Pfizer am St.-Marien-Hospital in Lünen an. Damit wurde der Impfstart für Klinik-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingeleitet, der seit Montag deutschlandweit anläuft.

Frühe Lieferung des Impfstoffs vorteilhaft

Die erste Mitarbeiterin des St.-Marien-Hospitals, die sich piksen ließ, ist Ann-Christin Michallik. Sie arbeitet auf der Intensivstation. Der Moment der Impfung sei für sie kein aufregendes Erlebnis gewesen. „Ich habe mich ganz normal gefühlt, hatte da weder Angst noch Bedenken. Für mich war das wie jede andere Impfung auch.“ Auch danach sei alles gut gewesen. „Ich habe mich gut aufgehoben gefühlt bei einer angenehmen Atmosphäre. Es war alles super organisiert und strukturiert.“

„Wir sind seit 11 Uhr dabei, die Impfdosen zu verimpfen“, sagt Bernd Scharfenkamp, Chefapotheker des Katholischen Klinikums Lünen/Werne, zu dem das St.-Marien-Hospital Lünen und das St. Christophorus-Krankenhaus Werne gehören. „Die Lieferung kam sehr pünktlich, das entsprechende Zeitfenster samt Temperaturüberwachung wurde eingehalten.“ Die frühe Lieferung sei dabei von Vorteil, denn der Impfstoff könne so am Tag der Lieferung sowie am Folgetag verimpft werden – darüber hinaus sei er nicht mehr zu verwenden. Das ist auch nicht nötig. „Stand ist, dass wir alle 84 Impfdosen heute verimpfen. Wir haben uns gut darauf vorbereitet, um eine saubere Abwicklung zu gewährleisten.“

Der erfolgreiche Start und der reibungslose Ablauf zeigten auch, dass in dem Zeitfenster, in dem der Impfstoff verwendet werden kann, noch mehr Impfungen möglich seien. „Wenn zu den Impflingen, die noch auf der Liste stehen, auch noch die Zweitimpfungen dazu kommen, wird das auch kein Problem sein“, so Scharfenkamp. Die rasche Abwicklung werde zum einen ermöglicht durch die Laminar Air-Flow, eine spezielle Sicherheitswerkbank in der Klinik-Apotheke, die die sterile Zubereitung des Impfstoffs vereinfacht möglich macht. Zum anderen sei der erfolgreiche Ablauf den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu verdanken.

Nicht verrückt gemacht mit den Impfungen

Nicht zuletzt sei der erfolgreiche Ablauf Ergebnis einer hohen Impfbereitschaft. Für Ann-Christin Michallik etwa stand von Anfang an fest, dass sie sich impfen lassen wolle. Sie habe sich damit nicht verrückt gemacht und hatte keine besonderen Befürchtungen. „Ich kann auch verstehen, dass man Angst vor dieser Impfung hat. Ich persönlich habe aber mehr Angst vor den Spätfolgen der Erkrankung selbst als vor Nebenwirkungen der Impfung.“

Michallik arbeitet auf der Intensivstation und erlebt jeden Tag, was das Coronavirus mit den Menschen machen kann. „Ich sehe, wie sehr die Menschen unter der Erkrankung leiden. Auch die Kollegen haben oftmals keine einfachen Krankheitsverläufe.“ Risiken berge nicht nur eine Impfung, sondern auch die Medikamente, die man im Alltag als selbstverständlich ansehe – etwa Aspirin, Novalgin oder die Anti-Baby-Pille. „Die bekommt man empfohlen oder verschrieben und nimmt diese Medikamente auch ein, ohne die Nebenwirkungen zu hinterfragen“, sagt Michallik. Die nächste Impfung erhält sie am 8. Februar – 21 Tage nach der ersten Impfdosis.

120 weitere Impfdosen bestellt

Für Mittwoch (20.1.) ist der nächste Impfstoff bestellt. 120 Dosen sollen dann noch am selben Tag im St.-Marien-Hospital verimpft werden, insofern die Lieferung wieder pünktlich kommt. „Wir wechseln uns dabei mit dem Klinikum in Werne ab, da wird dienstags und donnerstags geimpft.“ In der kommenden Woche werden dann in Lünen noch einmal je 120 Dosen am Montag und Mittwoch verimpft – dann sind alle Mitarbeiter der Bereitschaftsliste geimpft mit Ausnahme derer, die aus gesundheitlichen Gründen nicht erscheinen können.

Klinik am Park wartet noch auf Impfdosen

Für Beschäftigte der Klinik am Park in Brambauer soll es ebenfalls in dieser Woche Impfungen geben. Ein konkreter Termin könne laut Pressesprecher Klaus-Peter Wolter noch nicht genannt werden – „das hängt vor allem auch davon ab, ob der Impfstoff zum uns zugesagten Lieferzeitpunkt auch eintrifft.“

Die Mitarbeiter aus Brambauer werden im Hellmig-Krankenhaus in Kamen geimpft, das ebenfalls zur Klinikum Westfalen GmbH gehört. „Wir sind umfassend auf die Impfungen vorbereitet, Räumlichkeiten und Personal sind dafür benannt.“ Die eingerichteten Räumlichkeiten umfassen einen Warte- und Aufenthaltsbereich für die medizinische Betreuung nach der Impfung. Die Impfungen, Vorbereitungsgespräche und Dokumentation würden von Fachkräften durchgeführt. Unterstützung gebe es dabei von der knappschaftlichen Zentralapotheke.

Entsprechend stehe auch dem Impfstart des Personals des Park-Klinikums nichts im Wege. Die Entscheidung über die persönliche Impfbereitschaft stehe, so Wolters, jedem Mitarbeiter frei – „Begründungen werden dazu nicht abgefragt.“ Man informiere die Mitarbeiter seit längerem ausführlich über alle fachlichen Aspekte und die Einschätzung von Experten dazu. Die Rückmeldung ist positiv: „Wir stellen bei unseren Mitarbeitern eine sehr hohe Impfbereitschaft fest.“

Über die Autorin
Volontärin
Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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Denise Felsch

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