Der Weg ins Impfzentrum ist für über 80-jährige Menschen steinig. Denn die Terminvergabe erweist sich als äußerst schwierig. © dpa
Coronavirus

Impftermin-Vergabe: Lüner bleibt trotz Telefon- und Online-Chaos ruhig

Die NRW-Landesregierung hat Montag (25.) dazu aufgerufen, dass sich über 80-Jährige entweder per Telefon oder übers Internet für einen Impftermin anmelden sollen. Das hat nicht gut geklappt.

Karl Marek trägt es gelassen: Der 81-jährige Lüner Architekt im Ruhestand hat wie zigtausend andere über 80-Jährige oder deren Angehörige am Montag (25.) versucht, einen Impftermin gegen das Coronavirus zu bekommen.

„Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Das war zu meinen Zeiten auch auf den Baustellen so.“ Gleichwohl hätte er schon erwartet, dass „diejenigen, die das alles organisiert haben, etwas gewissenhafter an die Sache rangegangen“ wären. Das sagte Karl Marek am Montagmittag im Gespräch mit unserer Redaktion.

Etwa zeitgleich zog die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) die Reißleine.

„Extrem hohe Zugriffszahlen“

Per Pressemitteilung teilte die KVWL mit: „Extrem hohe Zugriffszahlen auf die Webseiten zur Buchung einer Corona-Impfung und ein hohes Anrufer-Aufkommen bei der Hotline 116 117 führen aktuell zu erheblichen Verzögerungen bei der Terminbuchung für die über 80-jährigen Impfberechtigten in NRW. Dies bedeutet längere Wartezeiten bei Anrufen und Verzögerungen sowohl beim Aufrufen der Webseiten als auch bei der Bestätigung von Terminen per E-Mail.“

Wobei das nur die halbe Wahrheit war. Denn zeitweise ging vormittags überhaupt nichts mehr – weder telefonisch noch online. So gelang es Marek gegen 10 Uhr am Morgen gar nicht erst, telefonischen Kontakt zu einem Call-Center-Mitarbeiter zu bekommen.

Karl Marek aus Lünen versuchte, wie viele andere auch, am Montag einen Termin für eine Impfung zu bekommen. Erfolglos, wegen technischer Probleme.
Karl Marek aus Lünen versuchte, wie viele andere auch, am Montag einen Termin für eine Impfung zu bekommen. Erfolglos, wegen technischer Probleme. © Beuckelmann (A) © Beuckelmann (A)

„Entweder war die Hotline besetzt oder ich wurde einfach aus der Leitung geworfen“, sagte Marek. Nach etlichen Versuchen hat der 81-Jährige dann sein Glück im Online-Verfahren versucht. Das klappte bis zu der von dem System für den Termineintrag notwendigen Code-Vergabe auch ganz gut, bevor auch hier die Technik die Segel strich. Ob es trotzdem mit dem Termin geklappt hat? Zumindest wartet Marek noch auf die Bestätigung per Mail.

„Engpässe beseitigen“

„Es wird unter Hochdruck an der Beseitigung der Engpässe gearbeitet und die Kassenärztlichen Vereinigungen bitten mit Blick auf die derzeitige Systemauslastung alle, die einen Termin buchen möchten, um Geduld.

Alle, die die Möglichkeit haben, einen Termin zu einem späteren Zeitpunkt zu buchen, sollten von dieser Möglichkeit Gebrauch machen“, hieß es weiter in der Pressemitteilung.

Die Gruppe der Impfberechtigten, die seit Montag und in den kommenden Wochen Termine vereinbaren kann, umfasst laut der KVWL in NRW fast eine Million Menschen und „ist trotz der gewaltigen Call Center-Kapazitäten mit rund 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Termin-Telefonie und den eigens zur Terminbuchung geschaffenen Online-Portalen so groß, dass es bei der Terminvergabe zumindest zum Start zu Engpässen kommt“.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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Torsten Storks

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