In Lünen fehlen 193 Betreuungsplätze für Kinder

Stadt stellt Pläne Anfang März vor

Jetzt ist klar, wie viele Betreuungsplätze in Lünen für Kinder über und unter drei Jahren im kommenden Kindergartenjahr fehlen. Was die Stadt dagegen unternehmen will, stellt sie Anfang März der Politik vor.

Lünen

, 05.02.2018, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Besonders bei den kleinen Kindern fehlen ab dem kommenden Kindergartenjahr Betreuungsplätze in Lünen.

Besonders bei den kleinen Kindern fehlen ab dem kommenden Kindergartenjahr Betreuungsplätze in Lünen. © picture alliance / dpa

Jetzt muss die Stadt dringend an Alternativlösungen arbeiten – denn zum neuen Kindergartenjahr 2018/19 ab August sind (Stand Freitag) 193 Kinder noch nicht versorgt. Besonders bei den Jüngsten fehlen Betreuungsplätze in Kitas oder bei Tageseltern. Es handelt sich um 146 Kinder unter drei Jahren und 47 Kinder über drei Jahren, für die derzeit noch kein Betreuungsplatz vorhanden ist.

Die zuständigen Stellen bei der Stadt Lünen arbeiten „derzeit an verschiedenen Ansätzen“, so die Pressestelle der Stadt auf Anfrage. Welche Ansätze das sind, sollen zunächst dem Verwaltungsvorstand und der Politik mitgeteilt werden. So sollen die Planungen am 6. März Thema im Jugendhilfeausschuss sein.

Auf die Frage unserer Zeitung, wie zusätzliche Maßnahmen finanziert werden, hieß es aus dem Rathaus „keine Angaben“.

Viele haben keinen Platz bekommen


In Facebook gab es schon Äußerungen von Eltern, die ihr Kind an mehreren Kitas angemeldet und dennoch keinen Platz bekommen hatten. Die Rede war dort von Anmeldungen in vier bis neun verschiedenen Kitas.

Jedes Kind hat seit dem 1. August 2013 ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Dieser Rechtsanspruch kann durch einen Betreuungsplatz in einer Kindertageseinrichtung oder in der Kindertagespflege – bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater – erfüllt werden.

Der Rat der Stadt Lünen hat im November 2018 die Ausweitung der Tagespflege beschlossen. Geschult werden künftige Tagespflegepersonen, so die Stadt, durch „anerkannte Bildungseinrichtungen wie beispielsweise die Familienbildungsstätte Selm“. Eine solche Schulung dauert zwischen zehn und 14 Monaten.

Landesjugendamt muss grünes Licht geben

Ab dem vollendeten dritten Lebensjahr hat jedes Kind einen Anspruch auf einen Platz in einer Kindertageseinrichtung. Mitte Dezember hatte der Rat beschlossen, die katholische Kita St. Gottfried in Wethmar zu erweitern, um mehr Plätze zu erhalten.

Alle Pläne und Ideen der Verwaltung in Sachen Kinderbetreuung müssen aber noch vom Landesjugendamt abgesegnet werden. Das Landesjugendamt ist ein Teil des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Und der ist die Aufsichtsbehörde, genehmigt Plätze und Gruppen in der Kinderbetreuung der Städte und muss die Betriebserlaubnis erteilen.

Lesen Sie jetzt