Insolvenz von Brandvital: 40 Mitarbeiter in Lünen hofften vergeblich

mlzLüner Arbeitsmarkt betroffen

Die Türen der Sanitätshauskette BrandVital sind nun endgültig zu. Knapp 40 Mitarbeiter in Lünen müssen nun entlassen werden. Dabei gab es noch Hoffnung.

von Sina Osterholt

Lünen

, 10.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für das im Dezember insolvent gegangene Sanitätshaus BrandVital hat sich kein Investor gefunden. Dabei habe es einen Lichtblick durch Verhandlungen vom Insolvenzverwalter Horst Piepenburg mit einem Interessenten gegeben, sagt Holger Voßkuhl, projektbezogener Sprecher des Insolvenzverwalters.

Es konnte jedoch keine Einigung gefunden werden. Die Folge: Seit dem 29. Februar ist nun endgültig Schluss.

40 Mitarbeiter in Lünen verlieren ihren Job

Bis dato hatte sich die Agentur für Arbeit mit dem Insolvenzgeld um das Gehalt der Mitarbeiter gekümmert. Jetzt gibt es kein Zurück mehr: Von den insgesamt 190 Mitarbeitern seien 175 freigestellt worden, so Voßkuhl. Die Kündigungen folgen.

Insgesamt hatte das Unternehmen mit Hauptsitz in Schwerte 18 Standorte bundesweit. Die meisten der Sanitätshäuser befanden sich in Nordrhein-Westfalen.

Auch in Lünen führt die Schließung zu Konsequenzen. In dem Sanitätshaus an der Kupferstraße waren bislang rund 40 Mitarbeiter beschäftigt. Nun müssen diese sich um einen neuen Job kümmern. „Die Mitarbeiter wurden zwar vorgewarnt, aber es bestand immer noch die Hoffnung auf eine Einigung mit dem potenziellen Investor“, sagt der Sprecher. Vergeblich.

2015 noch 600 Mitarbeiter

Nach dem Ende der Frist für das Insolvenzgeld könne das Unternehmen die Löhne nicht mehr decken. Mitarbeiter der Agentur für Arbeit seien Montag nach der abgelaufenen Frist in Schwerte bereits vor Ort gewesen, um über die Arbeitslosenmeldung zu beraten.

Durch eine Fusion der Sanitätshauser Spanke aus Schwerte und Schulte-Derne aus Lünen entstand vor einigen Jahren BrandVital. Von da an wuchs das Unternehmen immer mehr. 2015 gab die Kette noch eine Mitarbeiterzahl von 600 an.

Räumlichkeiten gehören BrandVital nicht

Mit der Schließung hat Lünen allerdings nicht nur ein klassisches Sanitätshaus verloren. Auch die zusätzlichen Leistungen von BrandVital in den Bereichen Medizin-, Orthopädie- und Reha-Technik fallen nun weg. Was mit den Räumlichkeiten in der Kupferstraße passiert, kann der Sprecher des Insolvenzverwalters nicht beantworten, da diese nicht Eigentum der Sanitätshaus-kette sind.

Gemietete Hilfsmittel wie Rollatoren oder Beatmungsgeräte blieben jedoch vorerst im Besitz der Patienten. „Es laufen gerade Gespräche, wie wir es für alle Beteiligten am sinnvollsten abwickeln können“, sagt Voßkuhl. In den nächsten Wochen werde eine Regelung getroffen.

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