Das Heinz-Hilpert-Theater startet nach dem Corona-Lockdown in seine neue Spielzeit. © Goldstein (A)
Spielzeit 2021/22

Interaktiv, komisch, kontrovers: Der neue Spielplan für das Hilpert-Theater

Unter dem Motto „Neu sehen“ startet das Hilpert-Theater in die Spielzeit 2021/22. Dabei steht die Gesellschaft im Fokus. Bekannte Kabarettisten sind zu Gast, zum Abschluss wird es kontrovers.

Eigentlich geht es bereits am 11. Juni wieder los: Dann steht im Heinz-Hilpert-Theater „Was man von hier aus sehen kann“ mit Gilla Cremer und Rolf Claussen auf dem Programm. Es ist der Ersatztermin für die ausgefallene Veranstaltung vom 23. März. Die neue Spielzeit 2021/22 unter dem Motto „Neu sehen“ beginnt am 16. September – allerdings nicht im Hilpert-Theater.

Das Stück „Bin nebenan“ deutet im Titel bereits an, was passiert: „Die Schauspieler treten hinter einer Schaufensterscheibe in der Innenstadt auf, das Publikum schaut von draußen zu – ganz Corona-konform“, sagt Barbara Kastner, Leiterin des Kulturbüros. Für sie ist er die erste Spielzeit, die in ihrer Verantwortung liegt. „Auf diese Weise wollen wir natürlich auch Menschen erreichen, die sonst vielleicht eher nicht ins Theater gehen.“

Der Fokus in der Spielzeit, die in Teilen noch die Handschrift von Kastners Vorgänger Uwe Wortmann trägt, liegt auf der Gesellschaft. So wird die Burghofbühne Dinslaken am 22. September mit „Frida Kahlo“ ein Stück über jene Künstlerin bieten, die unter der Liebe gelitten hat und sich trotzdem (oder gerade deshalb) selbstbewusst gesellschaftlich und politisch engagiert hat. Einen unterhaltsamen Abend verspricht die Theaterlust GmbH mit dem Stück „Don Camillo zu dritt“ am 12. Dezember: „Die Geschichte an sich kennt wahrscheinlich jeder, doch hier zeigt sich ein pluralistisches Gesellschaftsbild, wo die Meinungen stark auseinander driften“, empfindet Barbara Kastner die Aufführung als Spiegel der aktuellen Situation.

Ein Stück, drei Millionen Möglichkeiten

Die Bremer Shakespeare Company wird uns am 4. Februar 2022 mit der Uraufführung von „Angela I“ zeigen, dass unsere aktuelle Welt dem englischen Meister näher ist, als uns das vielleicht lieb wäre: „Chaotisch, tragisch, aber eben auch sehr komisch, so wie die Politik dieser Tage“, freut sich die Kulturbüroleiterin auf diese Premiere.

Natürlich dürfen auch Klassiker nicht fehlen: „Biedermann und die Brandstifter“ steht am 4. Mai 2022 auf dem Plan, am 8. März 2022 steht „Woyzeck“ auf der Bühne. Im Herbst 2021 wird dieses Stück bereits in einer digitalen Variante zu sehen sein – dabei können die Zuschauer von „Woyzeck on demand“ zehn vorproduzierte Bausteine in eine beliebige Reihenfolge bringen. Ein Stück mit rund 3,6 Millionen Möglichkeiten.

Natürlich wird auch gelacht in der neuen Spielzeit. Sebastian Pufpaff (18. November) oder Fatih Cevikkollu (25. März) werden ihre Sicht der Dinge präsentieren. In „Berlin kann jeder. Lünen muss man wollen“ greift die Burghofbühne Dinslaken schließlich am 13. Mai 2022 die Sichtweise der Lünerinnen und Lüner auf – eine Abfrage auf Facebook hatte bereits höchst unterschiedliche Ansichten auf die Lippestadt offenbart.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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