Das Künstlerehepaar Catharina und Dieter Wagner hat schon zahlreiche Projekte mit Kindern und Jugendlichen geleitet. Nun hoffen die beiden Kulturpreisträger, dass in Lünen eine Jugendkunstschule etabliert werden kann. © Archiv
Offene Fragen

Jugendkunstschule: Verwaltung will Ideen mit Künstlern diskutieren

Die Idee, in Lünen eine Jugendkunstschule zu etablieren, kommt bei einigen Verantwortlichen gut an. Allerdings müssen vor einer Realisierung noch zahlreiche offene Fragen geklärt werden.

Eine Jugendkunstschule für Lüner Kinder und Jugendliche kann sich das Künstlerpaar Catharina und Dieter Wagner gut vorstellen. Ein erstes Konzept haben die Kulturpreisträger der Lippestadt erarbeitet und sowohl der Politik als auch der zuständigen Verwaltung vorgelegt.

In Kürze will Kulturdezernent Horst Müller-Baß Dieter Wagner und die entsprechenden Fachbereichsleiter der Kulturverwaltung zu einem Gespräch bitten. „Wir sollten gemeinsam das Ziel und mögliche Wege dorthin besprechen“, so Müller-Baß auf Anfrage unserer Redaktion.

SPD-Arbeitskreise begleiten Umsetzung

Auch bei den zuständigen Arbeitskreissprechern der Lüner SPD-Fraktion, Kevin Przygodda für den Arbeitskreis Kultur, Europa und Städtepartnerschaften sowie Hugo Becker für den Arbeitskreis für Bildung und Sport, stieß die Idee einer Jugendkunstschule auf positive Resonanz. Wagner hatte sein erstes Konzept in einer gemeinsamen Arbeitskreis-Sitzung vorgestellt. „Die Eheleute Wagner haben sich sehr viele Gedanken gemacht und auch unterschiedliche Wege einer Realisierung aufgezeigt, das möchten wir weiter prüfen lassen und einen Umsetzungsprozess im Rahmen des Machbaren positiv begleiten“, so Kevin Przygodda und Hugo Becker. Sie wollen das Thema bald in die Fraktionsdiskussion einbringen.

Kulturdezernent Horst Müller-Baß wird demnächst ein Gespräch mit Dieter Wagner und den zuständigen Fachbereichsleitern führen.
Kulturdezernent Horst Müller-Baß wird demnächst ein Gespräch mit Dieter Wagner und den zuständigen Fachbereichsleitern führen. © Beate Rottgardt (Archiv) © Beate Rottgardt (Archiv)

Als Kulturdezernent begrüßt Müller-Baß „die Initiative von Dieter Wagner. Es ist schön, dass so eine Idee aus der Stadtgesellschaft heraus kommt.“ Eine Jugendkunstschule würde gut in das Bildungsnetzwerk „Lünen bewegt Bildung“ passen, meint der Beigeordnete.

Noch sei die Zielsetzung allgemein, einige Punkte müssten konkretisiert werden. Beispielsweise, welche Zielgruppen angesprochen werden sollen, wie und wo man diese Kinder und Jugendlichen erreicht, wo die Bedarfe liegen. Und auch, ob man in solch einer Einrichtung neben der kulturellen Bildung auch Medienkompetenz vermitteln könne und solle.

Als gutes Beispiel für eine Zusammenarbeit verschiedener Stellen, wie sie auch Wagner vorschwebt, sieht Müller-Baß in dem Sommerferien-Programm, für das Bücherei und Museum an einem Strang gezogen haben. „Kinder warten auf solche Kreativangebote. Bei meinem Besuch habe ich erlebt, dass einige der Kinder so begeistert waren, dass sie gar nicht mehr nach Hause wollten.“

Bestandsaufnahme machen

Bei einer Jugendkunstschule müsse man auch mit den Schulen und den Ogatas sprechen. „Wir müssen eine Bestandsaufnahme machen, was es bereits an kulturellen Angeboten für Kinder und Jugendliche in Lünen gibt“, sagt der Kulturdezernent.

Man fange nicht bei Null an, es gebe schon einiges in diesem Bereich. So beteilige sich Lünen seit längerem schon an den Projekten Kultur-Rucksack und Kulturstrolche. Außerdem gebe es Kreativangebote im Lüner Kultur- und Aktions-Zentrum (Lükaz) und in den Haltestellen in den verschiedenen Stadtteilen. „Einiges davon wird auch öffentlich gefördert.“

An eine öffentliche Förderung für die Realisierung einer Jugendkunstschule denkt auch Dieter Wagner. Er hofft in seinem Konzept auf ein Gebäude, in dem Veranstaltungen und Kurse stattfinden, aber auch Materialien gelagert werden können. Das sieht Müller-Baß nicht so. „Natürlich braucht man Räumlichkeiten, aber ein eigenes Gebäude darf man sich nicht vorstellen.“

Dezentrales Konzept für die Jugendkunstschule

Er denkt eher an ein dezentrales Konzept für die Angebote. Und daran, dass man Räumlichkeiten in anderen Institutionen nutzen könnte. „In Schulen, im Neubau des Museums oder auch in der neu gestalteten Persiluhr-Passage oder am Campus Lünen-Süd“, nennt Müller-Baß Beispiele.

Dass die Realisierung einer Jugendkunstschule Zeit braucht, weiß Dieter Wagner. Das nächste Kapitel wird möglicherweise nach dem Gespräch mit den Verantwortlichen der Stadtverwaltung aufgeschlagen.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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