Junge Leute und Senioren miteinander ins Gespräch bringen - das ist Ziel des Projekts „Generationen im Gespräch“, für das Lünen als eine von nur zehn Kommunen bundesweit ausgewählt wurde. Die Ergebnisse der drei Gesprächsrunden sprechen für sich. © picture alliance/dpa
Fortsetzung geplant

Jung und Alt wollen gemeinsam die Zukunft in Lünen gestalten

Senioren und junge Menschen haben sich was zu sagen - das ist das Fazit der drei Termine des Projekts „Generationen im Gespräch“ in Lünen. Nun gibt es neue Pläne für gemeinsame Aktivitäten.

Wenn Senioren und junge Leute nicht gerade zu einer Familie gehören, ist es nicht so einfach, sie zum Gespräch an einen Tisch zu bringen. Dass solche Gespräche aber wichtig sind für die ganze Gesellschaft, zeigt sich auch beim Thema Wahlen. Aufgrund des demographischen Wandels steigt die Zahl der älteren Wahlberechtigten immer weiter an. Sie entscheiden mit ihrer Stimme über die Zukunft der jungen Generation.

Lünen wurde bundesweit ausgewählt

Auch deshalb gibt es das Projekt „Generationen im Gespräch“, für das bundesweit zehn Kommunen ausgewählt wurden und das von der gemeinnützigen Organisation „Bildungs Cent“ mit Fachleuten vor Ort umgesetzt wird. Lünen ist eine der ausgewählten Städte. Ansprechpartner hier sind Annette Goebel, Koordinatorin für Altenarbeit, Dirk Berger von der evangelischen Jugend (Stadt-Insel), und Tim Jesella vom Mehrgenerationenhaus des Deutschen Roten Kreuzes.

Im Frühjahr fanden drei Termine statt, an denen sich Senioren und junge Menschen aus Lünen – wegen Corona digital – begegneten. Das Fazit der drei Lüner Organisatoren fällt durchweg positiv aus.

„Ich denke, unter den ja wirklich besonderen Voraussetzungen – also mit allem, was die Pandemie von Beginn des Projektes in Lünen an Einschränkungen mit sich gebracht hat – sind die Termine wirklich sehr gut gelaufen. Der Projektträger aus Berlin hat uns alle – ob verantwortlich Mit-tragende oder Teilnehmende – hervorragend mit ins Boot genommen“, so Annette Goebel.

Roter Faden bei den Terminen

So sieht es auch Tim Jesella und ergänzt: „Jeder Termin hatte einen roten Faden und immer wieder aufs Neue Ideen und Anregungen gebracht. Nach den zwei Online-Terminen, bei denen wir noch selbst Teilnehmer waren, wurden wir sehr gut auf den dritten Termin vorbereitet. Hier haben wir als Team selbst die Durchführung übernommen und uns gemeinsam in einer größeren Gruppe persönlich ausgetauscht.“

Gemeindepädagge Dirk Berger ist für die evangelische Jugend mit dabei. © Björn Jankord © Björn Jankord

Für Dirk Berger gab es eine positive Überraschung, weil er „einige junge Menschen aus dem Bereich der Stadt-Insel für das Projekt begeistern konnte. Die jungen Menschen haben sich aktiv und stark eingebracht. Das hat, so glaube ich, gerade die ältere Generation sehr positiv überrascht.“

Teilnehmer wollen was bewegen

Für Jesella war es überraschend, dass auch bei einer Länge von je drei Stunden pro Zoom-Treffen alle Teilnehmer komplett dabei geblieben sind. „An der einen oder anderen Stelle, hätte man dann sogar noch mehr Zeit benötigt, weil die Interessierten wirklich viele unterschiedliche Ideen und Anregungen erarbeitet haben. Besonders gefreut hat mich, dass mehrere Generationen teilgenommen haben und man somit verschiedenste Perspektiven kennenlernen durfte.“ Er gewann den Eindruck, „dass die Leute definitiv etwas in ihrer Stadt bewegen bzw. verändern wollen.“

Annette Goebel ist Koordinatorin für Altenarbeit der Stadt Lünen. © Goebel © Goebel

So sieht es auch Annette Goebel. Das Miteinander der Teilnehmer sei auch virtuell spürbar gewesen. Positiv überrascht war sie auch von „der Vielfalt der Arbeitsansätze, dem Engagement der Teilnehmenden, der wirklich guten Stimmung – gerade in diesen Zeiten – bis hin zu den Ergebnissen.“ Und auch für die Koordinatorin für Altenarbeit war es eine positive Erfahrung, „dass es tatsächlich möglich ist, Teilnehmende, auch, wenn sie bereits einen langen Arbeitstag hinter sich haben, noch für drei Stunden in einer Videokonferenz zu fesseln und zu motivieren.“

Viele Mitstreiter mit einbinden

Konkretes Ergebnis der drei Treffen ist nun ein nachhaltiger Generationentag, der im kommenden Jahr im August stattfinden soll. Dafür haben sich die Lüner Organisatoren – diesmal in Präsenz – im Haus der „Stadt-Insel“ getroffen und erste Pläne diskutiert. Berger: „Der Generationentag ist ein gutes Projekt um viele Mitstreiter aus allen Generationen einzubinden.“

Beim angedachten Generationentag wolle man sich generationstypische Aktivitäten überlegen, die im besten Fall einen ergebnisorientierten Ansatz haben, so Jesella. Um ein möglichst breites Spektrum an Leuten anzusprechen, sollen Einrichtungen, Vereine, Gruppen aus unterschiedlichsten Bereichen mit einbezogen werden. Ein weiterer Planungs-Termin ist am 26. Oktober um 16 Uhr in der Stadt-Insel, Friedrichstr. 65b, geplant. Interessierte sind willkommen.

Der geplante Generationentag soll, so Annette Goebel, möglicherweise ein „Startschuss“ für weitere Ideen und Projekte – sicher aber für Begegnungen und Gespräche zwischen den Generationen, werden. Berger wünscht sich, dass „dieser Prozess mit diesem zunächst einmalig geplanten Generationentag eine nachhaltige Geschichte wird.“

Verschiedene Wege der Werbung

Auf verschiedenen Kanälen soll für die Veranstaltung im August 2022 geworben werden. Für die jüngere Generation will man soziale Medien nutzen, aber auch Netzwerke und Mund zu Mund-Propaganda seien wichtig und hilfreich.

Tim Jesella ist für das Mehrgenerationenhaus des DRK im Team des Generationenprojekts. © DRK © DRK

Alle drei Lüner Verantwortlichen finden es sehr wichtig, die Generationen weiter miteinander ins Gespräch zu bringen. Jesella: „Dabei fällt auf, dass es bestimmte Bereiche gibt, in denen man sich gar nicht wirklich unterscheidet, man aber einfach nicht gemeinsam darüber gesprochen hat. Solchen zunehmenden Distanzen zwischen den Generationen sollte daher noch intensiver entgegengewirkt werden.“

Man wolle, so Annette Goebel, mittelfristig ein Forum schaffen, das allen Interessierten die Möglichkeit gibt, sich auszutauschen, wann auch immer sie wollen.“ Als Bereicherung für alle.

Gemeinnützige OrganisationSo arbeitet Bildungs Cent
  • Seit 2003 arbeitet BildungsCent e.V. mit Sitz in Berlin im gesamten Bundesgebiet mit über 5500 Schulen und Bildungseinrichtungen zusammen. Zweck der gemeinnützigen Organisation ist die Förderung einer neuen und nachhaltigen Lehr- und Lernkultur.
  • Mit „Generationen im Gespräch“ soll der zunehmenden Distanz zwischen den Generationen entgegengewirkt werden. Der Distanz in Alter und Anzahl, der technologischen Distanz und der räumliche Distanz.
  • Zu den ausgewählten Kommunen zählen u.a. Rhede an der Ems, Neumünster, Frankfurt an der Oder, Düren, Freiburg und Linz. Mehr dazu auf der Homepage https://generationen-im-gespraech.de/
Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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