Junge Flüchtlinge brauchen etwas zu tun: Projekt soll in Lünen helfen bei der Integration

mlzWerkstatt im Kreis Unna

Junge Flüchtlinge zwischen 18 und 27 Jahren sollen besser integriert werden. Sowohl was Sprache als auch Jobs betrifft. „Gemeinsam klappt´s“ heißt die Initiative, die in Lünen aktiv wird.

Horstmar

, 02.03.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Land will mehr dafür tun, dass Flüchtlinge zwischen 18 und 27 Jahren, die den Status geduldet oder gestattet haben, sich besser integrieren. Dafür gibt es die Landesinitiative „Gemeinsam klappt´s“, die auch im Kreis Unna startet.

Für Lünen und Selm kümmern sich die Umweltwerkstatt und die Werkstatt im Kreis Unna um das Thema. Gefördert wird das Projekt bis Ende Juni 2022.

Im Ausschuss für Bürgerservice und Soziales stellten am Mittwoch (26.2.) Holger Schelte von der Geschäftsleitung der Werkstatt im Kreis Unna, und der neue Teilhabemanager Michael Koch das Projekt und dessen Ziele vor.

Trepper: Aus den Fehlern der 90er Jahre lernen

„Die Geduldeten brauchen etwas zu tun“, stellte Koch fest. Fachdezernent Ludger Trepper erklärte dazu: „Es ist wichtig, dass wir aus den Fehlern der 90er Jahre lernen. Damals gab es keine Angebote, keine Perspektive für geduldete Flüchtlinge. Diese Landesinitiative ist ein echter Fortschritt, der richtige Weg.“

Gedacht ist an berufsbegleitende Qualifizierung, Schul-, Ausbildungs- und berufsvorbereitende Kurse und daran, dass die jungen Menschen den Hauptschulabschluss - nach Klasse 9 oder 10a erreichen.

Koch ist bei einer Zahl von 81 geduldeten oder gestatteten jungen Flüchtlingen in Lünen und Selm mit einer 0,8-Stelle für die Koordination zuständig. Für Werne, Bergkamen, Kamen und Bönen mit 82 Betroffenen gibt es auch eine 0,8-Stelle, die von der Arbeiterwohlfahrt betreut wird. Für Unna, Fröndenberg, Holzwickede und Schwerte mit 88 Flüchtlingen mit 88 Flüchtlingen ist die Caritas zuständig - hier gibt es eine 0,9-Stelle. Zusammen für den Kreis Unna also 2,5 Stellen. Koordiniert wird das Ganze durch das Kommunale Integrationszentrum des Kreises Unna.

An der Querstraße 12 in Horstmar ist die Werkstatt im Kreis Unna vertreten. Hier wird auch Michael Koch sein Beratungsbüro haben, das in diesen Tagen eingerichtet wird.

Einzelfallberatung und aufsuchende Sozialarbeit

„Wir wollen die Gruppe der Geduldeten erfassen, die Bedarfe und Angebote vor Ort analysieren alle Maßnahmen erfassen und dokumentieren“, so Koch. Vor allem aber ist Einzelfallberatung geplant, Vermittlung an die zuständigen Stellen, und aufsuchende Sozialarbeit. Man wolle auf die jungen Geflüchteten zugehen.

Man habe in Lünen schon ein Netzwerk für Geflüchtetenarbeit, mit dem man auch zusammen arbeiten wird.

Anerkannte Flüchtlinge haben andere Möglichkeiten, deshalb, so Koch, wolle man nun die Lücke bei den so genannten „geduldeten und gestatteten jungen Leuten“ im rechtlichen Sinne schließen. Allerdings können geduldete Flüchtlinge, die bereits einen Bescheid erhalten haben, dass sie Deutschland verlassen müssen, nicht an „Gemeinsam klappt´s“ teilnehmen.

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