Jusos: Hamm-Osterfelder Bahn für Personenverkehr freigeben

Vorstoß der Jungsozialisten

Per Zug von Lünen nach Waltrop oder Bergkamen – das soll nach dem Willen des Juso-Stadtverbandes künftig möglich werden. Die Sache hat allerdings einen Haken.

Lünen

08.02.2019, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jusos: Hamm-Osterfelder Bahn für Personenverkehr freigeben

Die Hamm-Osterfelder-Bahnlinie führt in Ost-West-Richtung quer durch die gesamte Stadt Lünen. © Jusos

Die Hamm-Osterfelder-Bahnlinie, welche die Stadt Lünen in Ost-West-Richtung durchläuft, soll nach dem Willen des Juso-Stadtverbandes für den Personenverkehr freigegeben werden. „Für eine wesentliche Attraktivitätssteigerung des Bahnangebots spielt sie eine entscheidende Rolle“, teilte der Stadtverband mit.

Während Lünen nach Dortmund durch zwei Bahnlinien gut verbunden sei, sowie Verbindungen nach Werne und Selm besitzt, fehlt nach Meinung der Jungsozialisten eine Anbindung an die Städte Bergkamen und Waltrop: „Insbesondere zum Kreis Recklinghausen gibt es nur wenige Busverbindungen.“ Um diesen Missstand zu beheben, könne die Öffnung der Bahnlinie behilflich sein. „Die Gleise stehen seit über hundert Jahren, es muss nun der Wille da sein, diese auch für Privatpersonen zugänglich zu machen“, so der stellvertretende Juso-Vorsitzende Robert Schmidt.

Kostenloser ÖPNV

Die Forderung nach einer Öffnung der Strecke wird aktuell auch von der Recklinghäuser SPD über ihren Landtagsabgeordneten Andreas Becker vertreten. Von Bergkamener Seite wird dieser Wunsch ebenso immer wieder bekräftigt. Hier entstehe zeitnah die Wasserstadt Aden direkt an den Gleisen in Oberaden. „Realisiert werden könnte dieses Unterfangen über einen Sonderverkehrswegeplan für NRW“, so die Jusos weiter, die mit ihrem Vorstoß „die Verkehrsströme auf der Straße vermindern und somit einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz leisten“ wollen.

„Nur wenn ein gutes und attraktives Angebot des ÖPNV besteht, sind die Leute auch bereit dieses zu nutzen“, sagt die Lüner Juso-Vorsitzende Nina Kotissek. Dazu gehöre ebenso die schon vor einem Jahr geäußerte Forderung, den ÖPNV in Lünen kostenlos zu gestalten.

Lärmproblem im Blick

Die Anwohner der Bahnstrecke dürften hingegen von dem Vorstoß der Jusos weniger begeistert sein. Immer wieder haben sie in der Vergangenheit gegen den Lärm, den die Güterzüge auf Strecke verursachen, gekämpft. Eine höhere Frequentierung durch Personenzüge dürfte die Situation kaum entspannen.

Ein Problem, das auch Nina Kotissek im Blick hat. Sie fordert von der Stadt Lünen, dass mit den anderen Städten entlang der Hamm-Osterfelder-Bahnlinie Gespräche aufgenommen werden. „Die Einschränkung des Bahnlärms soll weiterhin verfolgt und muss hierbei berücksichtigt werden.“

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