Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen: Bald Distanz- und Präsenzunterricht im Wechsel

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Die Eltern gaben am Donnerstagabend ein einstimmiges Votum ab, die Lehrer waren auch geschlossen dafür: Ab Mittwoch gibt es an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen Distanzunterricht.

Lünen

, 13.11.2020, 14:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die ganze Woche lang hatte die Schulleitung der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule Lünen daran geplant, am Donnerstagabend gab es einstimmig grünes Licht der Elternschaft: Ab Mittwoch, 18. November, gibt es an der weiterführenden Schule im täglichen Wechsel Lernen an der Schule und von Zuhause auf Distanz.

„Wir haben das in vorauseilendem Gehorsam entschieden“, sagt Schulleiter Reinhold Bauhus nicht ohne Ironie in der Stimme mit Blick auf jüngste Äußerungen von Schulministerin Gebauer, die den Weg für dieses Prozedere jetzt doch freimachen will. Denn ein klassischer Schulunterricht mit täglichen Präsenzzeiten, so Bauhus, wäre nicht mehr lange aufrecht zu erhalten gewesen. Deshalb stehen auch die Lehrer geschlossen hinter dem nun geltenden Konzept.

Rollierendes System in zwei Gruppen

Ab Mittwoch wird jede Klasse in zwei Gruppen eingeteilt: Die Gruppe A kommt montags, mittwochs und freitags zu Schule, die Gruppe B dienstags und donnerstags. In der Folgewoche tauschen die beiden Gruppen ihre jeweiligen Präsenztage in einem rollierenden Verfahren. „Wir hatten erst überlegt, es wochenweise zu machen“, erklärt Bauhus, doch vielen Schülern in dem Alter fehle die dafür benötigte Selbstdisziplin. „Da würde es schwierig, die nach einer Woche wieder einzufangen“, so der Schulleiter.

Beim täglichen Wechsel und dem alle zwei Tage notwendigen Gang zur Schule ließe sich aber zeitnah kontrollieren, ob auch Zuhause gearbeitet würde. Und so die heimische Aufsicht fehle, würde eine Notbetreuung eingerichtet. „Es muss kein Kind zuhause alleine bleiben“, erklärt Bauhus, dass auch an diese Fälle gedacht sei.

Der Vorteil des Systems: Die 1000-köpfige Schar, die sonst täglich an der Schule ist, wird geteilt. Jede Klasse ist mit 13 bis 14 Kindern nur noch halb so groß wie vorher. „Wir können wieder den Mindestabstand einhalten - und wenn ordentlich belüftet wird und die Lehrer eine FFP2-Maske tragen, müssen die Kollegen bei einem Krankheitsfall nicht in Quarantäne geschickt werden“, erklärt Bauhus, der bekannt gibt, dass das am Donnerstag aber bei 25 Kollegen der Fall gewesen sei. „Die Entscheidung für das rollierende System war quasi ein Notentscheid, um den Schulbetrieb überhaupt aufrecht erhalten zu können“, so der Schulleiter der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule.

Digitalisierung spielt keine große Rolle

„In den geteilten Klassen mit kleinen Lerngruppen lässt es sich nun sehr konzentriert arbeiten. Und in der Mischform aus Präsenz- und Distanzunterricht wird die Qualität des Unterrichts nicht leiden, die Leistung der Schüler könnte sogar tatsächlich besser werden.“ Denn im Unterricht in der Schule wird der Stoff behandelt, am Folgetag werden zuhause Aufgaben dazu erledigt. Für Fragen seien die Lehrer zwar erreichbar, aber es müsse niemand über Video-Konferenzen oder andere digitale Kommunikationswege dem Unterricht folgen. „Es ist das klassische Lernen auf Distanz“, sagt der Schulleiter.

Aus der Elternschaft habe es daher nicht eine kritische Stimme zu dem Konzept gegeben, sagt Bauhus. „Das habe ich vorher noch nie erlebt“, staunt er selbst. Doch die Eltern, so versichert auch Robert Goelzner, Pressesprecher der Stadtschulpflegschaft, begrüßen das rollierende System so, wie es nun durchgeführt werden soll.

An der gesamten Schule hofft man nun, dem Virus damit Einhalt bieten zu können. „Wir sind hier an einem normalen Tag 1000 Menschen. Und das Virus nimmt doch keine Rücksicht darauf, ob man sich im privaten Umfeld befindet, auf der Arbeit ist oder in der Schule“, sagt Bauhus. Das Abstandhalten soll daher helfen.

Robert Goelzner ist Pressesprecher der Stadtschulpflegschaft und nicht Schulpflegschaftsvorsitzender. Wir haben das korrigiert.

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