Kartoffelbauer Freisendorf setzt auf Beeren: Neue Nische gefunden

mlzLandwirtschaft

Auf Kartoffelanbau und Hofverkauf sind die Freisendorfs spezialisiert. Mit Beerenobst hat der Landwirt eine neue Nische gefunden. Einen Teil der Früchte nimmt der Rewe in Horstmar ab.

Niederaden

, 30.07.2020, 13:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum ersten Mal reifen an Obststräuchern auf dem Hof Freisendorf Himbeeren und Heidelbeeren. Auch Johannis-, Stachel- oder Brombeeren hat Juniorchef Julian Freisendorf gepflanzt. Auf 200 Quadratmetern stehen die Büsche in einzelnen Reihen. „Wir wollen uns breiter aufstellen und bestimmte Nischen bedienen“, erklärt der studierte Agraringenieur.

Eine Nische sind frische Früchte. Himbeeren machen den Großteil seiner Beerenkultur aus. Er hat sich an der Nachfrage orientiert. Sechs Reihen Himbeeren, zwei Reihen Heidelbeeren und jeweils eine oder eine halbe Reihe Stachel-, Johannis-und Brombeeren gedeihen auf dem Feld in Niederaden. „Das hat gut funktioniert“, freut sich Julian Freisendorf über die erste Ernte.

Kunden wollen Regionales

Die Himbeeren konnte er im eigenen Hofladen gar nicht alle so schnell vermarkten. Zeitweise nimmt ihm der Rewe von Christian Ernst in Horstmar die empfindlichen Früchte ab. „Gerade in Corona-Zeiten wollen die Kunden Regionales und nicht unbedingt Ware aus Spanien oder Italien“, hat Gabriele Loffredi, stellvertretende Marktleiterin von Rewe am Baukelweg, festgestellt. Schon länger setze der Händler daher auf Produkte aus der näheren Umgebung. Und wenn bei Freisendorfs gerade viele Himbeeren reif sind, bieten sie sie auch an.

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Haltbar im Schockfroster

Der Landwirt hat inzwischen eine neue Methode, um die zarten Früchte haltbar zu machen: der Schockfroster. So können sie gefroren vermarktet werden. „Das zieht die Saison bis in den Winter“, freut sich Julian Freisendorf. Momentan pflückt er jeden Tag selbst. Ein Teil der Fürchte kommt in die Kuchen, die in dem hauseigenen Hofcafé angeboten werden. Andere werden bei den Freisendorfs zu Fruchtaufstrichen verarbeitet.

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Nach der ersten Ernte denkt der Juniorchef bereits über die nächste Investition nach: Ein Foliendach, das im Winter zurückgebaut werden kann, soll das Obst künftig vor Regen schützen. Geplant ist zudem ein Netz, das die gefürchtete Kirschessigfliege fernhält. Sie ist ein Schädling, der bereits reife Früchte befällt, weil seine Larven die Beeren von innen zerstören.

Feld zum Selberpflücken vorstellbar

„Der Beerenverkauf muss sich erst noch rumsprechen. Wir testen das und überlegen dann, inwieweit wir weiter investieren“, skizziert Julian Freisendorf seine Pläne. Vorstellbar ist für ihn auch ein Beeren-Feld zum Selberpflücken. Doch das wäre jetzt bei den jungen Pflanzen noch nicht möglich gewesen. Da hätten die zarten Triebe womöglich Schaden genommen. Hauptstandbein bleibt aber nach wie vor die Kartoffel aus kontrolliertem Anbau. Freisendorf rechnet in diesem Jahr mit einer durchschnittlichen bis guten Ernte.

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