Kein Bargeld mehr im Bürgerbüro - Stadt Lünen installiert Kassenautomaten fürs Rathaus

Ablauf wird geändert

Wer im Rathaus bar bezahlen möchte, etwa für einen neuen Ausweis, kann das künftig nicht mehr direkt im Bürgerbüro tun. Die Verwaltung ändert den Ablauf - und stellt einen Automaten auf.

Lünen

, 20.02.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Rathaus kann künfig in den Abteilungen selbst nicht mehr mit Bargeld gezahlt werden. Dazu wird es einen Kassenautomaten geben

Im Rathaus kann künfig in den Abteilungen selbst nicht mehr mit Bargeld gezahlt werden. Dazu wird es einen Kassenautomaten geben. © Goldstein

Momentan ist die Stadt noch auf der Suche nach einem Unternehmen für den Geldtransport. Denn künftig landet das Bargeld nicht mehr direkt in den Kassen der Verwaltungsmitarbeiter - wer bar bezahlen möchte, wird schon bald zu einem Kassenautomaten im Foyer des Rathauses gehen müssen.

Alleine im Bürgerbüro 670.000 Euro eingenommen

Dass man im Rathaus etwas bezahlen muss, kann schnell gehen: Ein neuer Ausweis, die Hochzeit und so weiter. Für viele Leistungen erhebt die Stadt Lünen Gebühren. Dabei kommt eine ganze Menge Geld zusammen.

Wie Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage angibt, sind 2019 alleine im Bürgerbüro 670.000 Euro eingenommen worden. Nur ein kleiner Teil davon ist mit Karte bezahlt worden, der Rest - etwa 500.000 Euro in rund 17.000 Zahlvorgängen - in bar.

Bargeld landet künftig im Automaten

Und genau dieses Bargeld wird künftig nicht mehr in den Kassen der Verwaltungsmitarbeiter im Büro landen, sondern in einem Kassenautomat im Foyer. Genauer: Hinter dem nördlichen Treppenhaus, gegenüber dem Fotoautomaten.

In einer Anfangsphase wird noch nicht die komplette Verwaltung darauf umgestellt, sondern zuerst Bürgerbüro, Standesamt und Ausländerbehörde. Der Betrieb soll laut Spangardt im zweiten Halbjahr 2020 starten.

Ein Fall wie der der Mitarbeiterin im Bürgerbüro, die über Jahre hinweg Gelder veruntreut hatte, ist damit künftig nicht mehr möglich. Dieser Fall sei aber nicht der Auslöser für die Änderung gewesen, sagt Spangardt. Man wolle die Bargeldbestände in den Abteilungen minimieren. „Mithilfe des Kassenautomaten kann dies gewährleistet werden. Es wird eine sichere Zahlungsabwicklung sichergestellt, ohne den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit der Barzahlung zu nehmen.“

Stadt: Keine weiteren Wartezeiten

Für die Kunden im Rathaus ändere sich bei Beratung und Beantragung nichts, sagt Spangardt. Wer mit Karte zahlen möchte, könne das weiter in der Abteilung tun. Nur wer bar zahlen wolle, der müsse künftig zum Automaten. „Es sollen dadurch aber keine weiteren Wartezeiten entstehen; insbesondere ist nicht geplant, dass die Kundinnen und Kunden weitere Wartemarken lösen müssen“, sagt Spangardt.

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