Kinder fühlen sich unsicher: Fahne und Unterschriften gegen Autochaos

mlzEduard-Petrat-Straße

Die Kinder in der Eduard-Petrat-Straße sind unzufrieden. Weil Autos ihre Straße blockieren und die Fahrer häufig zu schnell unterwegs sind, haben die Kinder sich etwas überlegt.

Lünen

, 02.09.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Malpinsel und Farbtuben liegen im Gras in der Eduard-Petrat-Straße. Daneben eine bunt bemalte Fahne, die gerade noch trocknet. Darauf fragen die Kinder: „Wer ist wichtiger: Kinder oder Autos?“ Sie fühlen sich in der Straße nicht sicher. Eines dieser Kinder ist Celine Dahmann. Die Elfjährige will mit ihren Freunden auf die Verkehrssituation in ihrer Straße aufmerksam machen. „Hier wird alles zugeparkt“, berichtet die Schülerin.

Dabei werden die Fahrzeuge auch direkt vor Einmündungen abgestellt, was zu gefährlichen Situationen führt – und verboten ist. „Wenn wir hinter den Autos stehen und über die Straße gehen wollen, werden wir nicht gesehen“, weiß Celine.

Da sich die Autofahrer häufig zudem nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten, wird es für die Kinder oft gefährlich. Deshalb haben sie nicht nur eine Fahne gemalt, die am Straßenrand gehisst wurde.

In der Straße sammelten Celine Dahmann und die anderen Kinder über 60 Unterschriften und übergaben sie der Lüner SPD.

In der Straße sammelten Celine Dahmann und die anderen Kinder über 60 Unterschriften und übergaben sie der Lüner SPD. © Dennis Görlich

Damit sich etwas ändert, haben sich Celine und die anderen Kinder noch etwas einfallen lassen: „Wir sind in der Straße rumgegangen und haben Unterschriften gesammelt.“ Über 60 Unterschriften seien so zusammen gekommen. „Die meisten, die Kinder haben, haben auch unterschrieben“, freut sich Celine.

Autos standen auf dem Gehweg

Die Parksituation entsteht zum einen durch die schmale Straße. Die Autos können dort nur versetzt parken. Das funktioniert offenbar aber auch nur begrenzt – weil einzelne Anwohner selbst die Straße blockieren. Das wiederum führt dazu, dass andere Nachbarn nicht auf ihre Stellplätze vor dem Haus fahren können.

An manchen Stellen wird es in der Eduard-Petrat-Straße eng für die Autofahrer – und gefährlich für die Kinder.

An manchen Stellen wird es in der Eduard-Petrat-Straße eng für die Autofahrer – und gefährlich für die Kinder. © Dennis Görlich

Anwohner Andreas Elandt erinnert sich, dass es früher bereits Probleme mit der Parksituation gab. Da durften die Fahrzeuge noch halb auf dem Gehweg parken. Allerdings: „Die standen komplett auf dem Gehweg, da konnte man nicht mehr gehen. Wir haben hier auch Menschen im Rollstuhl und mit Kinderwagen. Die mussten dann auf die Straße“, so der 58-Jährige.

Ordnungsamt misst, Feuerwehr soll durch Straße fahren

Das Problem habe sich nun auf die Straße verlagert. Die Anwohner bezweifeln, dass in einem Notfall auf der Straße genug Platz für Rettungsfahrzeuge ist. Nach der Unterschriften-Aktion der Kinder kam jedoch Bewegung in die Sache: „Das Ordnungsamt hat die Straße vermessen und Zettel an den Autos verteilt“, sagt Andreas Elandt. Einen Hinweis haben alle Autobesitzer bekommen, die die gesetzlich vorgeschriebene Fahrbahnbreite von 3,05 Meter nicht einhielten.

Die Stadt habe zudem angekündigt, die Straße demnächst mit Einsatzfahrzeugen zu befahren, um die Einhaltung der Abstände zu kontrollieren – und so auch für die Sicherheit der Kinder zu sorgen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt