Kinderhaus-Kinder entdeckten den Alstedder Wald

Waldwoche

Schon auf Höhe der Tennisplätze dringt Stimmengewirr durch die Zweige und Büsche. Es ist Waldwoche und die Kinderhaus-Kinder haben es sich im Alstedder Wald bereits gemütlich gemacht. Keine Mauern, keine Türen, lediglich rot-weißes Flatterband begrenzt dieser Tage den Spielradius der Kinder.

ALSTEDDE

, 02.06.2017, 12:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kinderhaus-Kinder entdeckten den Alstedder Wald

Seit über 20 Jahren veranstaltet das Kinderhaus einmal jährlich die Waldwoche. Vorschulkind Niya ist neu im Kinderhaus und das erste Mal dabei — und gleich mit voller Freude: „Ich finde es hier total schön!“

Bäume, Büsche, Blätterdächer: Der Wald ist gerade an heißen Tagen der ideale Spielort für die Kinder. Während die Sonne schon den Teer vor dem Kinderhausgebäude zum Schmelzen bringt, ist es im zwei Kilometer entfernten Wäldchen angenehm kühl. 

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Waldwoche im Alstedder Wald: So viel Spaß hatten die Kinderhaus-Kinder

Es ist Waldwoche für die Kinder vom Kinderhaus Lünen und das heißt: Raus in die Natur. Ausgeglichenheit breitet sich aus: Hier wird mit Kreide gemalt, Geheimgänge werden gesucht und natürlich wollen die Kinder eins nicht missen - ihr Lieblingspiel "Räuber und Gendarm". Der Wald dient zudem als idealer Lernort: Spielerisch lernen die Kleinen zum Beispiel den Umgang mit Ressourcen.
02.06.2017
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Und ab geht es in die Räuberhöhle.© Foto: Leonie Schulte
Die Kinder wissen genau: Bis zu dieser Absperrung dürfen sie laufen.© Foto: Leonie Schulte
Im Wald findet es Gloria einfach am schönsten.© Foto: Leonie Schulte
Emil, John und Eric verschwinden durch den Geheimgang.© Foto: Leonie Schulte
Die Erzieher bauen gerade das Sonnensegel auf.© Foto: Leonie Schulte
Gloria (l.) und Lara genießen die Ruhe in der Hängematte.© Foto: Leonie Schulte
Greta (l.) und Maya spielen mit einem Seil. Für die Kinder sind die einfachsten Dinge im Wald die besten Spielzeuge.© Foto: Leonie Schulte
Auch Eric fühlt sich im Wald pudelwohl.© Foto: Leonie Schulte
Seit über 20 Jahren veranstaltet das Kinderhaus einmal jährlich die Waldwoche. Vorschulkind Niya ist neu im Kinderhaus und das erste Mal dabei — und gleich mit voller Freude: „Ich finde es hier total schön!“© Foto: Leonie Schulte
Mila kennt sich aus im Wald — sie hat schon die ein oder andere Waldwoche miterlebt. Trotzdem sind diese fünf Tage auch für sie wieder etwas ganz Besonderes.© Foto: Leonie Schulte
Auch für Kinderhaus-Leiterin Christine Merten ist die Zeit im Wald erholsam: „Hier klingelt kein Telefon, hier sind wir ganz für uns. Das ist auch mal schön!“© Foto: Leonie Schulte
Die Kinder wissen, wie wichtig ein respektvoller Umgang mit der Natur ist. Daher verzieren sie ihr Gelände nur mit Kreide.© Foto: Leonie Schulte
Olivia (l.) und Amy brauchen eine kleine Stärkung.© Foto: Leonie Schulte
Hier kommt nichts weg: Sorgfältig aufgereiht hängen die Rucksäcke der Kinder an der Leine.© Foto: Leonie Schulte
Auch die großen und kleinen Geschäfte müssen natürlich mal sein. Dafür gibt es die Waldtoilette.© Foto: Leonie Schulte
Greta zeigt ihren Geheimweg.© Foto: Leonie Schulte
Die Räuber sind los! Erzieher Sven Renka hält seine Räuberbande zusammen.© Foto: Leonie Schulte
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„Ich liebe die Waldwoche!“, sagt Gloria heraus, während sie verträumt in der Hängematte schaukelt. „Hier ist es einfach am allerbesten.“ Diese Ausgeglichenheit ist auch bei den anderen Kindern zu spüren: Milan malt mit Kreide auf einen Baumstumpf, Eric sucht den nächsten Geheimgang und Johanna erzählt von ihrer Schneckenfamilie, die sie gefunden hat. Zur Mittagsruhe verziehen sich die Vorschulkinder auf einen Hügel und lauschen den Abenteuern von Ronja Räubertochter.

Nebenbei wird spielerisch gelernt

Streit gibt es unter den Kindern kaum — was auch an der Weitläufigkeit des Geländes liegt. „Der Wald tut den Kindern einfach gut. Es entwickeln sich auch immer neue Freundschaften, weil sie hier noch einmal ganz neue Interessen zeigen“, erzählt Kinderhaus-Leiterin Christine Merten. Erzieherin Silke Mandt ergänzt: „Die Kinder lernen in dieser Zeit auch so viel, zum Beispiel den Umgang mit Ressourcen. Hier haben wir ja kein fließendes Wasser, die Kanister sind irgendwann einfach leer. Die Kinder lernen also, dass Ressourcen wie Wasser auch begrenzt sein können.“

Das Lernen gelingt hier spielerisch nebenbei. Rituale wie das gemeinsame Essen und Singen finden auch im Wald statt. Aber vor allem genießen die Kinder das freie Spiel. Äste werden zu Zauberstäben, Büsche zu Buden und Baumstümpfe zu Kaufläden.

Räuber und Gendarm zwischen Sträuchern und Büschen

Und dann gibt es da noch das Lieblingsspiel aller Kinder: „Wer will Räuber sein?“, ruft Erzieher Sven Renka, und schon scharren sich die Kinder um seine Beine. Räuber und Gendarm, das macht zwischen den Sträuchern und Büschen tatsächlich am allermeisten Spaß.

„Wir sind die Räuber!!!“, kreischen die Kleinen, aber ihr Erzieher gibt den Kindern aber gleich zu verstehen: „Wir sind hier Gäste im Wald, die Tiere erschrecken sich, wenn es zu laut wird.“ Und so schleichen die Räuber in ihre Verstecke und warten auf ihre Verfolger. Zum Mittag treffen sich alle Kinder am Lager zum Essen — und verschwinden dann zur Mittagsruhe unter dem Sonnensegel.

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