Der Autoscooter ist das liebste Fahrgeschäft von Patrick Arens, Sprecher der Schausteller des Lüner Kirmesparks. Er ist froh, dass seine Kollegen und er wieder arbeiten dürfen. Dennoch wünscht er sich die unbeschwerte Zeit vor der Pandemie zurück. © Julian Preuß
Freizeitspaß

Kirmespark Lünen öffnet: Schausteller freuen sich auf Besucher und Arbeit

Auf dem Parkplatz des Hilpert-Theaters startet der Kirmespark Lünen. Die Schausteller freuen sich auf ein Stück Normalität, an die sie sich dennoch nicht gewöhnen möchten.

Zwischen Autoscooter, Karussells und Imbissbuden stehen am Donnerstag (29.7.) einige Autos und Lkw. Menschen wuseln auf dem großen Parkplatz umher, ziehen die letzten Schrauben der Fahrgeschäfte an oder säubern die Fassade ihrer Stände. Viel Zeit bleibt ihnen nicht mehr. Am Freitag öffnet der Lüner Kirmespark (30.7.).

Zehn Tage lang (bis Sonntag, 8.8.) riecht es dann in Lünen nach Zuckerwatte, Bratwurst, Pommes und Crêpes. Fast zwei Jahre mussten Kirmesfans darauf verzichten. Die Folgen der Corona-Pandemie hatten solche Veranstaltung lange unmöglich gemacht. Und obwohl im Sommer 2021 wieder eine Kirmes stattfindet, ist nichts mehr, wie es vor der Pandemie war.

Auf dem Kirmesplatz in Lünen wurden am Donnerstag die letzten Feinarbeiten verrichtet.
Auf dem Kirmesplatz in Lünen wurden am Donnerstag die letzten Feinarbeiten verrichtet. © Julian Preuß © Julian Preuß

Das große Kommen und Gehen wird es nicht geben. Dafür sorgt das extra ausgearbeitete Hygienekonzept. „Es dürfen sich maximal 1000 Personen gleichzeitig auf dem Kirmesplatz aufhalten. Dazu gilt in Schlangen vor Ständen und auf Fahrgeschäften eine Maskenpflicht“, erklärt Schaustellersprecher Patrick Arens.

Kirmesplatz ist eingezäunt

Der Platz ist eingezäunt. Besucherinnen und Besucher gelangen nur durch den Haupteingang am hinteren Ende des Pfarrer-Bremer-Parkplatzes zu den Attraktionen. Die Schausteller erheben vor dem Eintritt eine Hygienegebühr von einem Euro, um beispielsweise die Toiletten regelmäßig zu desinfizieren. Zutritt hat nur, wer geimpft, genesen oder getestet ist.

Der Lüner Kirmespark gilt offiziell als Freizeitpark. Zum Schutz vor dem Coronavirus gelten daher bestimmte Hygienemaßnahmen. Zaunplakate weisen auf sie hin.
Der Lüner Kirmespark gilt offiziell als Freizeitpark. Zum Schutz vor dem Coronavirus gelten daher bestimmte Hygienemaßnahmen. Zaunplakate weisen auf sie hin. © Julian Preuß © Julian Preuß

„Aus diesem Grund werden wir in Eingangsnähe in Zusammenarbeit mit den Johannitern ein Schnelltestzentrum errichten“, sagt Arens. Er bittet trotzdem darum, sich wenn möglich vorher testen zu lassen. Das würde längere Wartezeiten vermeiden, die den Kirmesspaß trüben könnten.

Denn darum geht es Arens und seinen Schaustellerkolleginnen und -Kollegen in den kommenden Tagen: Sie möchten den Menschen das Kirmeserlebnis wieder ermöglichen. „Den Leuten hat die Kirmes gefehlt, besonders den Kindern. Manche sind vielleicht schon vier oder fünf Jahre alt und sehen zum ersten mal ein Karussell“, sagt Arens.

Der Breakdance ist eines von vier Großkarussells im Lüner Kirmespark. Das Fahrgeschäft soll als Publikumsmagnet agieren.
Der Breakdance ist eines von vier Großkarussells im Lüner Kirmespark. Das Fahrgeschäft soll als Publikumsmagnet agieren. © Julian Preuß © Julian Preuß

Neben vier Kinderattraktionen stehen dann vier weitere Großkarussells bereit: darunter der Breakdance, ein Autoscooter, der Musikexpress und der Schwanenflieger. Sie gehören zu etwa 30 Ständen, die sich auf dem Platz verteilen. „Wir hoffen, dass wir damit 1000 Menschen pro Tag, also insgesamt 10.000 Besucherinnen und Besucher begrüßen dürfen“, sagt Arens.

Lüner Kirmespark ist Mittel zum Zweck

Diese Zahl sei natürlich nicht mit der Zeit vor der Corona-Pandemie vergleichbar. So sieht es auch Heinz-Dieter Mennecke, der neben Patrick Arens Mitveranstalter ist. „Nach 16 Monaten Berufsverbot ist eine solche Veranstaltung für uns eigentlich nur ein Mittel zum Zweck. So kommen wir mal von zuhause raus, dürfen wieder arbeiten und das machen, was wir lieben“, sagt der „Schausteller mit Leib und Seele“.

Schausteller Hans-Dieter Mennecke hat für den Lüner Kirmespark zunächst 50 Kilogramm Pommes bestellt.
Schausteller Hans-Dieter Mennecke hat für den Lüner Kirmespark zunächst 50 Kilogramm Pommes bestellt. © Julian Preuß © Julian Preuß

Seit der Einschulung war für Mennecke klar, in diesem Bereich arbeiten zu wollen. Das Schausteller-Dasein war und ist seine Berufung. „Ich habe immer gesagt, dass ich in meinem Leben noch nie gearbeitet habe, weil ich meinem Hobby nachgehe“, sagt er. Die Absage der Dortmunder Osterkirmes und der anderen Veranstaltungen zu Beginn der Pandemie seien ein Schock gewesen, die finanziellen Mittel schnell aufgebraucht.

Dennoch ist Mennecke froh, wieder arbeiten zu dürfen. Im Lüner Kirmespark wird er Pommes verkaufen. 50 Kilogramm hat der Schausteller zunächst geordert. Kurzfristig könne er aber auch mehr bestellen. Doch dafür müsse alles passen. „Ich hoffe, dass das Wetter gut ist und die Menschen Spaß haben“, so Mennecke. Denn damit hätten die Schausteller ihr Ziel erreicht, den Lünerinnen und Lünern ein schönes Kirmeserlebnis zu bieten.

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