Kleine-Frauns: Anwohner der Achenbachstraße brauchen noch Geduld

mlzVerkehr in Brambauer

Tempo 30 und ein Verbot von Schwerlastverkehr: Das fordert eine Bürgerinitiative für die Achenbachstraße in Brambauer. Am Dienstag traf sie sich mit Bürgermeister Kleine-Frauns.

von Julian Beimdiecke

Brambauer

, 29.07.2020, 13:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass er die Situation in der Achenbachstraße in Brambauer für die Anwohner verbessern möchte, betonte Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns gegenüber den Mitgliedern der Bürgerinitiative Achenbachstraße mehrfach. „Wir wissen um die Probleme und sind auf Ihrer Seite“, sagte er bei einem gemeinsamen Treffen am Dienstagmorgen. Eine Lösung für die Probleme konnte er den Mitgliedern aber noch nicht präsentieren.

Probleme in Verkehrsschau besprochen

Drei große Probleme sieht die Bürgerinitiative an der Achenbachstraße, über die sie mit dem Brügermeister sprachen. Die erste ist die Geschwindigkeitsbegrenzung, die momentan bei 30 Stundenkilometern liegt, aber permanent überschritten werde - und eigentlich bei Tempo 50 liegen müsste, da es sich um eine Kreisstraße handelt. Die zweite ergibt sich durch die Sperrung der Waltroper Straße für Schwerlasttransporte: Diese nehmen stattdessen die Route über die Achenbachstraße, sodass sich der LKW-Verkehr dorthin verlagere. Drittens weichen LKW- und auch Autofahrer wegen des geringen Platzes bei hohem Verkehrsaufkommen häufig auf den Bürgersteig aus, was zu gefährlichen Situationen für Fußgänger und Radfahrer führt.

Auf großen Plakaten werben die Anwohner der Achenbachstraße für ihre Anliegen.

Auf großen Plakaten werben die Anwohner der Achenbachstraße für ihre Anliegen. © Julian Beimdiecke

Mit diesen Problemen hatte die Initiative bereits Mitte Juni beim Ausschuss für Sicherheit und Ordnung vorgesprochen. Danach hatte die Stadt angekündigt, erst einen Ortstermin mit Vertretern von Stadt, Kreis, Bezirksregierung und Polizei abzuwarten, bevor man nach konkreten Lösungen suchen könne. Diese sogenannte Verkehrsschau, an der auch der Bürgermeister selbst teilnahm, fand am Dienstagmorgen statt.

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Was genau besprochen wurde, durfte Kleine-Frauns beim anschließenden Treffen mit der Initiative nicht verraten. Zumindest aber beim Thema Geschwindigkeitsbegrenzung konnte er den Mitgliedern Hoffnung machen: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man hier schneller als 30 fahren kann“, sagte er. Eine Erhaltung der ganzen 30er-Zone um die Achenbachstraße sei zwar nicht möglich. Trotzdem könne man prüfen, wie Tempo 30 dort durchsetzbar ist.

Gesamt-Konzept für Schwerlastverkehr nötig

Etwas vertrackter ist die Lage beim Problem des LKW-Verkehrs. Hier gestand Kleine-Frauns den Mitgliedern, dass eine schnelle Lösung nicht Sicht ist. Das Problem: „Wir müssen die Situation in ganz Brambauer bedenken. Wenn wir eine Straße für den LKW-Verkehr sperren, dann entstehen Verdrängungseffekte und der Verkehr verlagert sich woanders hin.“ Eine Sperrung der Achenbachstraße für den Schwerlastverkehr könnte ihm zufolge also wieder zu erhöhtem LKW-Verkehr auf der Waltroper Straße führen. „Deswegen müssen wir ein Gesamtkonzept für den Schwerlast-Verkehr in Brambauer entwickeln, sonst werden wir keine dauerhafte Lösung finden.“ Nicht gerade hilfreich sei dabei, dass keine Umgehungsstraße um Lünen existiere. Ein Gesamt-Konzept zu erstellen, werde Zeit in Anspruch nehmen.

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Das Problem der LKW und Autos, die auf den Bürgersteig ausweichen, nahm Kleine-Frauns ebenfalls zur Kenntnis - und versprach, Lösungsmöglichkeiten zu prüfen. Denkbar wäre ein Verkehrsschild, das auf das Problem aufmerksam macht, wie Kleine-Frauns sagte. Ob Poller aufgestellt werden können, wie es sich die Bürgerinitiative wünscht, ließ er offen.

Keine schnellen Entscheidungen

Auch wenn er noch keine Lösungen präsentieren konnte, zogen die Mitglieder der Bürgerinitiative ein positives Fazit aus dem Gespräch mit dem Bürgermeister. „Es ist uns wichtig, dass wir im Gespräch bleiben und dass die Politik unsere Sorgen wahrnimmt“, betonte die stellvertretende Vorsitzende der Initiative, Sandra Schütrumpf. Wann genau die Stadt denn jetzt Ergebnisse präsentieren kann, konnte Kleine-Frauns nicht sagen - nur, dass noch etwas Geduld nötig ist. „Vor der Kommunalwahl wird es keine Entscheidungen geben“, stellte er klar.

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