Kleingärten fallen B54-Ausbau zum Opfer: Grundstücke schon verkauft

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Der Ausbau der Bundesstraße 54 braucht Platz. Hierzu kaufte der Landesbetrieb Straßen.NRW angrenzende Grundstücke auf. Auch Kleingärtner mussten ihre Parzelle aufgeben.

Lünen

, 16.07.2020, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der vierspurige Ausbau der Bundesstraße 54 hat noch nicht begonnen, die Vorbereitungen laufen aber bereits auf Hochtouren. Weil die neue Straße Platz braucht, herrschte auch in einem Kleingarten lange Unsicherheit über die Zukunft.

B54-Ausbau sorgte für Ungewissheit

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Spekulationen um die Zukunft des Kleingärtnervereins Buchenberg an der Dortmunder Straße. Die Ungewissheit der Gartenfreunde führte schließlich dazu, dass manche ihre Parzelle aufgaben.

„Einige Leute haben ihre Gärten schnell verkauft, weil sie Angst hatten, wegen des Ausbaus enteignet zu werden“, verrät Theo Pohl. Der zweite Vorsitzende sieht den Grund in der mangelnden Kommunikation zwischen altem Vereinsvorstand und dem Landesbetrieb Straßen.NRW, der den Ausbau der B54 verantwortet.

„Es flossen keine richtigen Informationen“, berichtet Pohl. In der Folge wechselten allein 2020 bereits vier der etwa 20 Gärten den Besitzer.

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Gärten fallen der Straße zum Opfer

Der neue Vorstand steht laut Pohl in ständigem Austausch mit Stadt und Straßen.NRW. Für ruhige Gemüter sorgt auch der Umstand, dass in jüngerer Vergangenheit Bauanträge für neue Lauben in der Anlage genehmigt wurden.

„Das würde sicher nicht genehmigt werden, wenn das bald wieder abgerissen werden muss“, so Pohl.

Zwei Gärten der Anlage – beide grenzen direkt an die Bundesstraße – fallen aber künftig weg, das steht fest. Sie wurden von Straßen.NRW gekauft, um Platz für den Ausbau zu schaffen.

Die Gartenbesitzer der Parzellen in der ersten Reihe hätten aber eine angemessene finanzielle Entschädigung erhalten, berichtet Theo Pohl. Einer dieser Besitzer war Rajmund Goretzka. Er hatte die Parzelle mit seiner Familie erst 2017 übernommen. Im Dezember vergangenen Jahres folgte dann bereits der Verkauf an Straßen.NRW. „Das ist natürlich schade um die Arbeit, die wir in den Garten gesteckt haben“, so der 39-Jährige.

Schallschutzwand trennt künftig Garten und Straße

Seit Januar bewirtschaftet er mit seiner Frau und den zwei Kindern einen anderen Garten der Anlage – in sicherer Entfernung zur Straße. Auch für seinen Garten wurde eine neue Baugenehmigung für eine Laube erteilt, die schon fast fertiggestellt ist.

Eine Baumaßnahme soll die Gartenfreunde am Buchenberg künftig vor dem Lärm der vierspurigen Bundesstraße schützen: „Es kommt eine Schallschutzwand vor die gesamte Anlage“, weiß Theo Pohl.

Das wird voraussichtlich noch etwas dauern. Straßen.NRW kündigte auf Anfrage an, vor dem geplanten Ausbaubeginn der B54 im Frühjahr 2021 auch keine Arbeiten in den Gärten durchzuführen.

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