Weniger Covid-Patienten, die dafür länger bleiben müssen, beschäftigen die Intensivstationen in Lüner Krankenhäusern. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Klinikum Lünen/Werne zu Intensivbetten: „Hatten es schon schlimmer“

Ausgelastete Intensivstationen hat Dortmund vor zwei Tagen gemeldet. Aus dem Klinikum Lünen/Werne heißt es am Donnerstag (17.12.): „Wir sind handlungsfähig.“ Das kann sich aber schnell ändern.

26 Intensivbetten auf zwei Stationen hält das St.-Marien-Hospital in Lünen vor. Im Covid-Bereich mit zehn Betten waren am Donnerstag (17.12.) sechs Intensivbetten belegt, drei der Patienten müssen beatmet werden.

„Es gibt noch Kapazitäten“, sagt Dr. Berthold Lenfers, Leiter des Covid-Koordinationsstabes des Katholischen Klinikums Lünen/Werne. Dazu gehören das St.-Marien-Hospital Lünen und das St. Christophorus-Krankenhaus in Werne.

Einen Puffer an freien Betten brauche man aber auch. Wenn ein Patient als Notfall käme, werde er zunächst in der Zentralen Aufnahme versorgt. Ein Covid-Notfall-Patient hingegen werde sofort auf die Intensivstation gebracht.

„Dann müssen wir ein Bett haben“, sagt Lenfers. Die 16 weiteren Betten der normalen Intensiv-Station seien hingegen voll belegt mit Notfall-Patienten oder Patienten nach Operationen. Planbare Eingriffe würden nur vorgenommen, wenn ein Patient wieder auf eine normal Station verlegt werden könne.

Im St. Christophorus-Krankenhaus in Werne sind laut Lenfers von den zehn Intensivbetten vier für Covid-Patienten vorgesehen. Zwei seien belegt, beide Patienten müssten beatmet werden.

Pflegekräfte und Ärzte infiziert

„Wir hatten es schon deutlich schlimmer“, kommentiert Lenfers die aktuelle Situation. Er spielt damit auf eine Phase an, in der sich das St.-Marien-Hospital abmelden musste. Damals war eine komplette Station in Quarantäne.

Corona geht auch an den Beschäftigten nicht vorbei: Stand Donnerstag (17.12.) waren in Lünen 31 Pflegekräfte und vier Ärzte infiziert, in Werne waren es zwölf Pflegekräfte und 1 Arzt. Hinzu käme in beiden Häusern die Zahl der Mitarbeiter, die in Quarantäne seien. Genau beziffern konnte Lenfers die Anzahl nicht.

Auffällig viele Brüche bei Covid-Patienten

Im St.-Marien-Hospital seien zwei Stationen geschlossen, um den Ausfall zu kompensieren und die zeitintensive Versorgung von Covid-Patienten leisten zu können. Die Patienten seien im Durchschnitt schwerer krank.

Auffällig sei auch, dass ältere Covid-Patienten häufig mit Brüchen in die Klinik kämen, weil sie gestürzt seien. Daher habe man momentan auch viele unfallchirurgische Patienten im Covid-Bereich.

Lenfers rechnet diesmal mit deutlich anstrengenderen Diensten an den Feiertagen. In anderen Jahren habe man zwei oder drei Stationen schließen können, diesmal werde über das Aktuelle hinaus wenig möglich.

Man fahre weiterhin mit doppelter Dienstbesetzung im Spätdienst mit einem weiteren Arzt und zwei Mitarbeitern. Auch Chirurgen würden unterstützen. „Wir haben mehr Menschen an der Schüppe, weil die Behandlung der Covid-Patienten so aufwendig ist.“

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Lünen ist eine Stadt mit unterschiedlichen Facetten. Nah dran zu sein an den lokalen Themen, ist eine spannende Aufgabe. Obwohl ich schon lange in Lünen arbeite, gibt es immer noch viel zu entdecken.
Zur Autorenseite
Magdalene Quiring-Lategahn

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt