Kooperation mit Venlo: Fontys-Hochschule soll Startups und Studenten nach Lünen bringen

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Die Stadt Lünen und die Fontys-Hochschule Venlo machen gemeinsame Sache. Am Mittwoch (4.3.) unterzeichneten beide Seiten eine Absichtserklärung. Vier gemeinsame Projekte sind bereits geplant.

Lünen

, 05.03.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist vollbracht: Nach mehreren vergeblichen Anläufen hat die Stadt Lünen eine Kooperation mit einer Hochschule perfekt gemacht. Wirtschaftsförderer Eric Swehla und Bram ten Kate, Geschäftsführer der „Fontys Venlo University of Applied Sciences“ haben am Mittwoch (4. März) in den Niederlanden eine Absichtserklärung unterzeichnet.

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Die staatliche Fontys University of Applied Sciences ist mit etwa 44.000 Studierenden eine der größten Hochschulen der Niederlande. Sie hat Standorte in mehreren niederländischen Städten, darunter Venlo und Eindhoven. Fontys bietet rund 200 Bachelor- und Masterstudiengänge an, unter anderem in den Bereichen Technologie, Wirtschaft und Gesundheit.

„Netzwerk und Wissen kommen Lünen zugute“

„Stadt und Hochschule wollen nun kurzfristig die Absichtserklärung umsetzen und Gespräche über einen detaillierten Kooperationsvertrag führen“, teilte die Stadt auf Anfrage unserer Redaktion mit. Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns ist überzeugt, dass Lünen von dieser Zusammenarbeit profitieren wird: „Das Netzwerk und das Wissen, das die Fontys Venlo hat, kann Lünen zugutekommen.“

Die Zusammenarbeit mit Fontys umfasst laut Stadt Lünen die Bereiche Startup- Förderung, Weiterbildung, Forschung und die akademische Ausbildung – „besonders mit Schwerpunkt Digitalisierung und Circular Economy“, so Eric Swehla. Bram ten Kate ließ sich mit den Worten zitieren: „Ich freue mich sehr auf eine gute und effiziente Zusammenarbeit mit der Stadt Lünen, mit den Lüner Unternehmern und den künftigen Studierenden.“

Kontakte zu potenziellen Mitarbeitern knüpfen

Vier konkrete Projekte sind nach Angaben von Stadt und Hochschule bereits vereinbart:

  • Das Wirtschaftsförderungszentrum Lünen (WZL) und die Fontys Venlo werden Unternehmen aus Lünen deutsch- und englischsprachige Studenten vermitteln, zunächst vor allem für Praktika, wissenschaftliche Arbeiten und Abschlussarbeiten. Hierzu sollen Bachelor- und Masterstudenten, aber auch Doktoranden nach Lünen kommen.
  • Lüner Unternehmen sollen zudem die Gelegenheit bekommen, sich beim „Career Day“ der Fontys zu präsentieren.
  • Lüner Firmen sollen für Gastvorträge und Workshops an die Fontys Venlo kommen, Studierende der Hochschule durch Exkursionen Lüner Unternehmen kennlernen.
  • Innovative Startups sollen aus der Fontys heraus mit Unterstützung von WZL, Lüntec und Lüner Firmen in Lünen Unternehmen gründen.

Die ersten Projekte seien darauf ausgelegt, dass Unternehmen Kontakte mit Talenten und potenziellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern knüpfen können, so Eric Swehla: „Sinnvoll ist das vor allem im Hinblick auf den Bedarf an Fachkräften.“ Man wolle diese Zusammenarbeit nach Möglichkeit verstetigen und in einem Kooperationsvertrag festhalten.

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Die Kooperationspartner machten deutlich, dass sie auch mittelfristig bereits Pläne haben: „Gemeinsame Forschungsarbeiten soll die Kooperation ermöglichen – zum Beispiel zur Entwicklung emissionsfreier Gewerbegebiete oder im Rahmen des Lüner Spitzenclusters Smart Value.“

Wichtiger Erfolg für Swehla

Man stehe noch am Anfang, erklärte Jürgen Kleine-Frauns. „Aber wir machen hier und heute einen großen Schritt in Richtung akademischer Ausbildung und Forschung in Lünen, denn auch die Durchführung von Studienveranstaltungen in Lünen ist ein gemeinsames Ziel.“

Die Absichtserklärung ist für Wirtschaftsförderer Eric Swehla ein wichtiger Erfolg. Denn zuvor waren seine Pläne für einen Gesundheitscampus auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofs sowie die Bildung einer Privaten Hochschule mit Hilfe der FH Dortmund gescheitert. So wird Lünen nun nicht unbedingt zum Hochschulstandort, kann jedoch eine starke akademische Kooperation vorweisen.

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