Apotheker Dagobert Ullrich von der Lüner Bären-Apotheke rechnete mit großem Ansturm auf die kostenlosen FFP2-Masken: Der kam auch, ebbt nun aber langsam wieder ab. © Goldstein (Archiv)
Abgabe ab 15. Dezember

Kostenlose FFP2-Masken: Apotheker in Lünen und Selm befürchten Ansturm

Ältere und vorerkrankte Bürger sollen sich frühestens ab 15. Dezember drei FFP2-Schutzmasken in der Apotheke abholen können. Schon vorher fragten viele nach. Apotheker fürchten einen Ansturm.

Die entsprechende Verordnung des Bundesgesundheitsministers ist noch nicht in Kraft, doch das Ziel ist klar: Menschen ab 60 Jahre und Risikopatienten sollen sich noch vor Weihnachten jeweils drei kostenlose FFP2-Schutzmasken in der Apotheke abholen können, frühestens ab Dienstag (15.12.). Doch schon jetzt sei die Nachfrage enorm, wie Volker Brüning, Sprecher der Apotheken im Nordkreis, der in Lünen und Selm mehrere Apotheken führt, erklärt. Diese Erfahrung macht auch Dagobert Ullrich, Apothekensprecher in Lünen.

„Wir hatten noch keine Anweisung, da haben viele schon gefragt“, sagt Brüning. Daran könne man erkennen, was ab 15. Dezember los sein werde. Sarah Doll, Vorsitzende der Bezirksgruppe Unna im Apothekerverband Westfalen-Lippe, bittet die Patienten, am Dienstag nicht sofort und alle zugleich in die Apotheken zu eilen. Denn die könnten nur Masken verteilen, die sie auf dem Markt auch beschaffen können. Das gehe nicht alles an einem Tag. Gerade in der Pandemiesituation müsse ein Ansturm und Gedränge in den Apotheken vermieden werden. Zudem müssten die Apothekenteams auch die tägliche Versorgung mit Arzneimitteln stemmen. „Das wird eine große Herausforderung“, so Doll.

Zeit bis zum 31. Dezember

Bis zum 31. Dezember haben Betroffene Zeit, sich diese kostenlosen Masken zu besorgen. Im Detail gebe es noch viele Fragen, sagt Dagobert Ullrich. Auch um die Ausgabe. Der Personalausweis und Risikoescheinigungen seien Möglichkeiten, die Berechtigung zu prüfen. „Wir haben Listen von unseren Stammkunden gefertigt und haken ab“, hat sich Volker Brüning überlegt. Sarah Doll empfiehlt: „Gehen Sie am besten in Ihre Stammapotheke. Dort kennt man sie und weiß, dass Sie einen Anspruch haben.“

Einfacher wird das ab Januar. Dann sollen alle Berechtigten laut Bundesgesundheitsminister zwei fälschungssichere Coupons für jeweils sechs Masken von ihren Krankenkassen erhalten. Diese können sie in zwei klar definierten Zeiträumen im neuen Jahr ebenfalls in den Apotheken einlösen. Pro Coupon müsse dann ein Eigenanteil von zwei Euro hinzugezahlt werden.

Schutzmasken müssen zertifiziert sein

Volker Brüning begrüßt die Ausgabe von FFP2-Masken, die deutlich besser schützen würden als einfache Stoffmasken. Wichtig sei allerdings, dass sie zertifiziert seien. Jeden Tag bekomm er zig Mails von Anbietern, nicht alle seien seriös.

„Die Masken senken zwar das Risiko einer Ansteckung erheblich“, so Doll. Sie böten aber auch keinen 100-prozentigen Schutz. Daher ist der Appell der Apothekerin, auch mit Maske vorsichtig zu bleiben.

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Redaktion Lünen
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Magdalene Quiring-Lategahn

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