Kreis- und Rathäuser öffnen wieder: Einlass nur mit Termin und Maske

mlzCoronavirus

Die Behörden versuchen den ersten Schritt zurück zur Normalität: Kreis- und Rathäuser öffnen wieder für den Publikumsverkehr – trotzdem darf nicht jeder einfach rein.

Kreis Unna

, 28.04.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kreishäuser in Unna und Lünen und die Rathäuser der zehn Städte und Gemeinden im Kreis Unna öffnen schrittweise wieder für den Publikumsverkehr. Ab Montag, 4. Mai, kommt rein, wer zuvor einen Termin vereinbart hat – und natürlich eine Maske trägt, wie sie seit dieser Woche beim Einkauf und in Bussen und Bahnen Pflicht ist.

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Landrat Michael Makiolla informierte am Dienstag darüber, dass Kreisverwaltung und Kommunen sich einvernehmlich entschieden haben, den Betrieb Stück für Stück wieder aufzunehmen. „Bestmöglicher Service bei größtmöglicher Sicherheit“ sei das Gebot der Stunde. „Wir wollen uns ganz langsam öffnen und zum Normalbetrieb zurückkehren“, sagte Makiolla.

In einer Videokonferenz erläuterten Landrat Michael Makiolla und Kreisdirektor Mike-Sebastian Janke die schrittweise Öffnung der Kreishäuser für den Publikumsverkehr.

In einer Videokonferenz erläuterten Landrat Michael Makiolla und Kreisdirektor Mike-Sebastian Janke die schrittweise Öffnung der Kreishäuser für den Publikumsverkehr. © Max Rolke / Kreis Unna

Schleusen und verschärfte Hygienemaßnahmen

Für Bürger heißt das: Sie können beim Kreis wie in den Städten und Gemeinden wieder alle Behördengänge erledigen – allerdings grundsätzlich nur nach vorheriger Terminabsprache. Unangekündigt kommt niemand rein – weder in die Kreis- noch in die Rathäuser. Der Einlass erfolgt über eine Schleuse, im Innern der Verwaltungsgebäude sind die Hygienemaßnahmen verschärft. In den Kreishäusern etwa sind die Reinigungsintervalle verkürzt und Schutzwände aus Plexiglas aufgestellt worden.

„Ich glaube nicht, dass es Anlass gibt, weiter zu warten.“
Landrat Michael Makiolla

„Ich glaube nicht, dass es Anlass gibt, weiter zu warten“, sagte Landrat Michael Makiolla mit Verweis auf die insgesamt positive Entwicklung der Corona-Lage im Kreis Unna. „Wir werden uns darauf einstellen müssen, dass wir die nächsten ein, zwei Jahre mit dem Coronavirus werden leben müssen, deshalb werden wir auf Dauer unsere Verhaltensweisen ändern müssen“, so Makiolla, der auch von wachsendem Druck aus der Bevölkerung berichtet.

Unverständnis in der Bevölkerung zuletzt gewachsen

Wiedereröffnung

So läuft der Gang ins Kreishaus

  • Die allgemeinen Öffnungszeiten der Kreisverwaltung sind montags bis donnerstags von 8 bis 16.30 Uhr und freitags von 8 bis 12.30 Uhr.
  • In den Kreishäusern in Unna und Lünen gibt es Einlasskontrollen: Es darf nur rein, wer einen Termin nachweisen kann und eine Mund-Nasen-Maske trägt.
  • Um Warteschlangen zu vermeiden, werden Besucher gebeten, pünktlich zum Termin zu erscheinen.
  • Termine für Angelegenheiten rund ums Fahrzeug können online unter kreis-unna.de/kfz-termine vereinbart werden; für alle anderen Anliegen sollen Bürger sich per E-Mail an post@kreis-unna.de wenden oder Tel. (02303) 27-0 wählen.

Er habe in der letzten Zeit zahlreiche Briefe und E-Mails erhalten, die „zum Teil auch in einer sehr deutlichen Form“ Lockerungen gefordert haben. Demnach haben die Menschen zum Teil „mit Unverständnis reagiert, dass zum Beispiel die Zulassungsstelle überhaupt geschlossen war“ – und haben das, so Makiolla, mitunter auch lautstark zum Ausdruck gebracht, wenn sie am Kreishaus in Unna vor verschlossenen Türen standen. „Ich kann die Erwartungshaltung der Menschen verstehen, dem müssen wir nachkommen – aber unter Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen.“

An Spitzentagen normalerweise über 1000 Bürgerkontakte

Kreisdirektor Mike-Sebastian Janke, der unter anderem für Personal und Organisation beim Kreis Unna zuständig ist, betonte am Dienstag mehrfach, dass Bürger nur dann kommen sollen, „wenn es unabdingbar notwendig ist“. Er betonte, dass sich viele Angelegenheiten telefonisch oder per E-Mail regeln lassen. Ferner warb er vorab um Verständnis für den Fall, dass es mal nicht reibungslos funktionieren sollte. „Wir werden nicht ansatzweise das Volumen an Fällen abarbeiten können wie vor der Krise“, so Janke. An Spitzentagen verzeichnet die Kreisverwaltung in Unna normalerweise über 1000 Bürgerkontakte. „Wir haben uns viele Gedanken gemacht und versucht, die Abläufe bestmöglich zu organisieren.“

Übrigens: Das Jobcenter geht einen anderen Weg und teilte fast zeitgleich zur Pressekonferenz des Landrates mit, dass die Dienstsitze vorerst noch den gesamten Mai geschlossen bleiben. „Es ist mein Wunsch, dass wir unsere Kunden und Mitarbeiter auch künftig bestmöglich vor einer Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus schützen“, wurde Geschäftsführer Uwe Ringelsiep in der Mitteilung zitiert.

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