Maria und Josef mit Ochs und Esel im Stall von Bethlehem - aufgebaut im Außengelände der Kita St, Marien. © Kita St. Marien
Weihnachten

Krippenspiel wegen Corona mal ganz anders: Kita aus Lünen dreht Film

Das Krippenspiel gehört für die Lüner Kita St. Marien seit Jahrzehnten zu Weihnachten. In Corona-Zeiten kann es nicht in der Kirche stattfinden. Aber das Erzieher-Team hat eine Lösung.

Am Heiligabend gibt es in der St. Marien-Kirche in Lünen ein Krippenspiel der Maxi-Kinder aus der Kita St. Marien. Das ist seit über 30 Jahren so. In diesem Jahr jedoch macht Corona auch dieser Tradition einen Strich durch die Rechnung. „Es ist alles anders, aber muss nicht unbedingt schlechter sein“, sagt Gudrun Sieding, Leiterin der Kita St. Marien.

Im Team überlegte man, wie man das Krippenspiel auch in Corona-Zeiten mit den Maxi-Kindern realisieren kann, die im nächsten Jahr zur Schule kommen. Dann hatten die Erzieher eine gute Idee – warum nicht die Geschichte von der Geburt Jesu als Film realisieren?

Kulissen von Bethlehem

Auf dem Außengelände entstanden die Kulissen wie der Stall von Bethlehem, der Rastplatz der Hirten und Raum für einen Engelschor. Auch die verschiedenen Herbergen, in denen Maria und Josef keinen Platz fanden, wurden gestaltet. So wie das Tipi, das zur Herberge wurde. Die Hirten standen rund um ein Lagerfeuer, als der Engel ihnen die Geburt Christi verkündete.

Eine Woche lang fanden die Dreharbeiten unter Corona-Bedingungen statt. „Wir haben jeder Gruppe einen Part gegeben“, so Gudrun Sieding. So gab es die Hirten mit dem Engel, den Engelschor sowie Maria und Josef mit Ochs und Esel im Stall und die Wirte in den Herbergen.

„Jede Gruppe wurden einzeln abgedreht, damit sich die einzelnen Gruppen nicht begegneten“, sagt die Kita-Leiterin. Zum Schluss gab es dann noch ein gemeinsames Foto mit allen Kindern – und mit Abstand. Anschließend wurde alles in der Kita vertont. Die Texte wurden einzeln eingesprochen und nun wird das Ganze professionell zusammengeschnitten.

Gudrun Sieding: „Die anderen Kinder, die sich auch einbringen wollten, haben auf dem Spielplatz dann ,Kling Glöckchen´ gesungen und gespielt, jede Gruppe eine Strophe.“ Die Kleinen waren so begeistert, dass manche einfach nur staunend dabeistanden, während andere gar nicht mehr aufhören wollten, die Glöckchen zum Klingen zu bringen.

Die einzelnen Gruppen, die das Krippenspiel im Film gestaltet haben.
Die einzelnen Gruppen, die das Krippenspiel im Film gestaltet haben. © Kita St. Marien © Kita St. Marien

Der komplette Film wird etwa 16 bis 17 Minuten lang. Kirchenmusiker Andreas Rohne hat auch Musik dafür eingespielt. Das ganze Kita-Team hat zudem einen weihnachtlichen Gruß gefilmt.

Damit das gefilmte Krippenspiel auch zu Weihnachten in den Familien präsentiert werden kann, können die Eltern einen USB-Stick in der Kita bestellen. Darauf zieht Gudrun Sieding dann den Film. „Wir basteln auch noch einen kleinen Weihnachtsumschlag dazu und bitten die Familien, das Krippenspiel auch wirklich erst am Heiligabend anzuschauen“, so die Kita-Leiterin.

Alle drei katholischen Kitas nördlich der Lippe, die das Familienzentrum Lünen-Nord bilden, haben sich auch für den Heiligabend selbst eine Alternative für einen Gottesdienst einfallen lassen. Sieding: „Alle Kitas organisieren einen Wort-Gottesdienst, der jeweils draußen stattfinden wird.“ Die Familien müssen sich dazu vorher anmelden.

Wort-Gottesdienste wohl nur in einer Kita

Die Kita St. Marien feiert den Gottesdienst mit 40 Familien (rund 140 Personen) an einem Lagerfeuer auf dem Kita-Spielplatz. Jede Familie bekommt eine eigene Bank, die sie dann auch während des Gottesdienstes nicht verlassen darf. Man kann sich Decken mitbringen. Organisiert wird das Ganze vom Kita-Team. Alle Familien sollen Laternen mitbringen, die dann mit dem Licht von Bethlehem entzündet werden.

Die Eltern organisierten in der Kita St. Norbert und der Kita St. Gottfried die Wort-Gottesdienste für den Heiligabend. Doch nun werden dort die Gottesdienste ausfallen wegen des Lockdowns und der Schließung der Kitas. Gudrun Sieding sagt zur allgemeinen Situation: „Die Kinder haben in diesem Jahr andere Highlights, sie vermissen nichts.“

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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