Das engagierte Künstler-Ehepaar Catharina und Dieter Wagner bei der Verleihung des Lüner Kulturpreises. Nun entwickeln die beiden die Idee einer Jugendkunstschule für Lünen. © PRESSEBILD Bock (Archiv)
Pläne für Jugendkunstschule

Künstlerpaar Wagner will Kinder und Jugendliche kreativ fördern

Kinder und Jugendliche kreativ an Kunst heranführen - das ist die Idee, die die Lüner Kulturpreisträger Dieter und Catharina Wagner umtreibt. Das Künstlerpaar plant eine Jugendkunstschule.

Vor einigen Jahrzehnten hatte der kürzlich verstorbene Grafiker und Kulturpreisträger Hermann Nüdling in Lünen eine Jugendkunstschule etabliert. Als Nüdling Lünen jedoch verließ, war auch die Geschichte der Jugendkunstschule beendet.

Nun könnte es jedoch wieder eine solche Einrichtung für Kinder und Jugendliche geben. Das wünschen sich Dieter und Catharina Wagner, erfahrene Künstler und Pädagogen und seit 2009 auch Kulturpreisträger der Stadt Lünen.

Über seine Idee hat Wagner bereits die Fraktionen im Lüner Rat informiert und auch den Kulturdezernenten Horst Müller-Baß sowie die Lüner Kulturszene. Die Reaktionen waren bislang durchweg positiv, freut sich Wagner.

Zahlreiche Kunstprojekte mit Jugendlichen

„Erste Gedanken haben wir uns immer wieder schon seit 20 Jahren gemacht. Zu Beginn der Corona-Zeit, im Frühjahr 2020, wurde es immer konkreter“, sagt Wagner. Mit seiner Frau hat er schon zahlreiche Kunstprojekte für und mit jungen Menschen realisiert. „Ich denke, eine Stadt von der Größe Lünens braucht eine Jugendkunstschule, so etwas fehlt als außerschulischer Bildungsmoment.“

Catharina und Dieter Wagner bei einer weiteren Kunstaktion, bei der sie  Kunstwerke mit ihrer selbst geschnitzten Holzkugel schufen.
Catharina und Dieter Wagner bei einer weiteren Kunstaktion, bei der sie Kunstwerke mit ihrer selbst geschnitzten Holzkugel schufen. © Jenny Smolka (Archiv) © Jenny Smolka (Archiv)

Gedacht wäre die Einrichtung für Kinder ab dem Grundschulalter bis hin zu Jugendlichen. Wagner: „Das Kernalter wäre von acht bis zwölf Jahren.“ Neben der klassischen Klientel, bei der an Interessen-, Begabungs- und Kreativitätsförderung gedacht ist, könnte die Jugendkunstschule auch für die Bereiche Integration, Migration und Inklusion wichtig sein. „Wie schaffen wir es, Kinder, die normalerweise nicht ins Museum gehen und außerhalb der Schule keinen Kontakt zur Kunst haben, einzubinden? Den Fokus auch auf eine Kombination mit Sozialarbeit zu legen, wäre eine besondere Farbe für das Lüner Projekt“, so Wagner.

Er könnte sich gut eine Zusammenarbeit mit Studenten aus dem sozialpädagogischen Bereich vorstellen. Wagner unterrichtet selbst am Dortmunder Berufskolleg Kunst und Erziehungswissenschaften: „Auch dort könnte man einen gewissen Pool für Projekte an der Jugendkunstschule generieren.“

Museum und Bücherei ziehen um

Derzeit tut sich einiges auf kulturellem Gebiet in Lünen – das Museum zieht in die Nähe des Rathauses, die Stadtbücherei wird in der Persiluhr-Passage ein neues Zuhause bekommen. „Ich dachte mir, vielleicht könnte man sich mit einer Jugendkunstschule räumlich dazu gesellen.“ Möglicherweise könnte man auch ein leerstehendes Ladenlokal nutzen. „Es gab auch von Seiten der Verwaltung die Idee, eine mobile Einrichtung zu verwenden. Das könnte eine Ergänzung sein. Aber es ist schon ein fester Raum als Anlaufstelle und auch fürs Lagern der Materialien nötig“, so Wagner.

Catharina und Dieter Wagner bei einer Kunstaktion im damals leer stehenden Hertie-Kaufhaus.
Catharina und Dieter Wagner bei einer Kunstaktion im damals leer stehenden Hertie-Kaufhaus. © Niehaus (Archiv) © Niehaus (Archiv)

Die durchweg positive Resonanz auf die Idee einer Jugendkunstschule stimmt Catharina und Dieter Wagner optimistisch. „Noch nicht alle Fraktionen haben sich aufgrund des Wahlkampfs und der Sommerferien gemeldet. Wir haben uns aber mit der SPD im kleinen Kreis und mit Vertretern aus dem Bildungs- und dem Kulturausschuss getroffen und die Idee vorgestellt.“

In Unna befindet sich die Geschäftsstelle des Landesverbandes der Jugendkunstschulen NRW. Hier könnte man organisatorische Hilfe beim Aufbau bekommen. „Es gibt sicher auch Landeszuschüsse, auch wenn die Stadt natürlich einen Teil der Kosten selbst übernehmen müsste.“

Kooperation mit dem Museum denkbar

Eine mögliche Kooperation mit dem Lüner Museum sei nach Rücksprache mit der Leiterin Dr. Katja Stromberg, möglich. „Sie kann sich vorstellen, im Rahmen von museumspädagogischen Projekten etwas gemeinsam zu machen.“

Die Idee, so Wagner, müsse wachsen. Und die Verantwortung sollte auf mehreren Schultern ruhen, damit das Ganze langfristig eine Perspektive hat. „Es ist ein dickes Brett zu bohren, aber ich habe einen langen Atem und werde dranbleiben.“

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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