Kunst für den Europaplatz: Verein widerspricht Künstler aus Lünen

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Der Lüner Künstler Michael Nolte ist enttäuscht, dass auf dem Europaplatz kein Stück der Berliner Mauer stehen wird. Der zuständige Verein verteidigt indes sein Vorgehen und die Entscheidung.

Lünen

, 28.09.2020, 20:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Michael Nolte kennt sich aus mit der Berliner Mauer: Viele Elemente hat er unter anderem für die Lüner Firma Immoweb künstlerisch gestaltet. Entsprechend groß war die Hoffnung, eines dieser Elemente auf dem Europaplatz aufstellen zu können. Nolte hatte erklärt, mit dem zuständigen Verein in Kontakt getreten und eine Bewerbung abgegeben zu haben. Dieser Vorschlag sei dann jedoch nicht berücksichtigt worden.

So weit, so normal. Der Förderverein für Kunst und Kultur, der die Idee eines Kunstwerkes auf de Europaplatz hatte, widerspricht allerdings der Darstellung von Michael Nolte: „Es hat ein Einladungswettbewerb stattgefunden. Herr Nolte stand bei der Künstlervorauswahl nicht zu Debatte. Er konnte daher auch keine Fristen verpassen und sein Vorschlag konnte daher auch in keine Endrunde gelangen“, schreibt der Vorsitzende Bernhard Schreiter.

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Stattdessen nahm eine elfköpfige Jury, der Schreiter selbst angehörte, vier Vorschläge in die engere Auswahl, von denen am Ende die „Europaschlaufe“ des Berliner Künstlers Jan-Peter E. R. Sonntag das Rennen machte. „Der Förderverein und die Europaunion Lünen wollten dem Europaplatz ein Symbol geben, das dem Namen des Platzes Rechnung trägt und die Bedeutung der EU unterstreicht“, begründet Schreiter die Entscheidung. „Der Wunsch des Künstlers Nolte bezüglich der Mauerstücke ist verständlich und auch lobenswert, geht aber mit seiner Symbolik an den Ideen für den Europaplatz vorbei.“

Die am Wettbewerb beteiligten Künstler hätten hingegen sämtlich die Idee in ihren Vorschlägen umgesetzt. Das Siegerobjekt enthält beispielsweise zwölf autonome Lichtsysteme, die für die Staaten Europas stehen können - und ihr zufälliges Aufleuchten für die verschiedenen Themen, die in Europa aufblitzen.

Lüner Künstler wünscht sich mehr Beteiligung

Michael Nolte selbst zollt dem Wettbewerbsgewinner Respekt: „Zunächst einmal freue ich mich für den Künstlerkollegen, dass dieser sich in die Gestaltung einbringen darf. Es wird sicherlich eine interessante Arbeit.“ Allgemein bedauere er jedoch, dass über Kunst im öffentlichen, urbanen Raum hinter verschlossenen Türen entschieden werde. Er hätte sich gewünscht, dass der Bürger beim Entscheidungsprozess und der Wahl des Kunstobjektes mehr partizipieren darf: „Hier geht es letztendlich um Kunst für den Lüner Bürger, für die Menschen auf der Straße.“

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Allerdings war das Vorgehen des Fördervereins zuvor unter anderem mit den politischen Gremien der Stadt Lünen abgestimmt und genehmigt worden. Das bestätigt auch Bernhard Schreiter. Mehr noch: „Die Idee des Fördervereins und der Europaunion hat auch Sponsoren und den öffentlichen Fördergeber überzeugt und ergänzt die Kunstreihe von ,Hellweg – ein Lichtweg‘.“

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