Lange Wartezeit im Bürgerbüro Lünen wegen Bugwelle durch Corona

mlzBürgerbüro

Wer Angelegenheiten im Bürgerbüro Lünen zu erledigen hat, muss aktuell Geduld haben. Durch die Corona-Krise hat sich viel Arbeit angehäuft. Die Stadt appelliert für Solidarität und Verständnis.

Lünen

, 27.05.2020, 11:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weil ihr Personalausweis bald abläuft, hatte Heide Hirschmann aus Lünen vor einigen Wochen Post von der Stadt im Briefkasten. Eine Erinnerung, das Ausweisdokument verlängern zu lassen.

Allerdings: Einen Termin im Bürgerbüro zu bekommen ist zur Zeit ziemlich schwierig, wie die Lünerin berichtet. Seit Wochen versuchte sie es, auch über die Online-Terminvergabe der Stadtverwaltung. Ohne Erfolg. Am Montag (25.5.) schließlich meldete sich die Verwaltung zurück.

Am Telefon erklärte man Hirschmann, dass die Lage im Bürgerbüro zur Zeit schwierig sei, sie sich aber keine Sorgen machen müsse. Der abgelaufene Ausweis werde, aufgrund der außergewöhnlichen Lage in der Corona-Krise, auch noch bis zu einem Jahr nach Ablauf akzeptiert. „Ich solle es in einigen Wochen noch einmal versuchen.“

Bugwelle durch Schließung wegen Corona

„Wir schieben eine Bugwelle vor uns her“, bestätigt Stadtsprecher Benedikt Spangardt die Lage im Bürgerbüro auf Anfrage der Redaktion am Dienstag (26.5.). Aufgrund der wochenlangen Schließung der Behörden wegen Corona hat sich einiges angesammelt, dass nicht so bearbeitet werden konnte, wie unter normalen Umständen.

Wegen der Sicherheitsbestimmungen dürfen sich aktuell nur 20 Personen gleichzeitig im Bürgerbüro aufhalten, inklusive der Mitarbeiter. Eine Grenze, die in Lünen schnell erreicht ist. Unter diesen Umständen könne man momentan 120 Termine pro Tag unterkriegen. Gerade genug für das Tagesgeschäft.

Appell an Solidarität und Verständnis

Deswegen der Appell an alle Bürger der Stadt: „Zeigen Sie Solidarität und Verständnis. Kommen sie nur, wenn es wirklich nötig ist“, so Spangardt weiter. Das Problem: Was dringend ist oder noch warten kann, lässt sich für die Verwaltung selbst bei einer Online-Terminvergabe nur schwer abschätzen.

Das kann natürlich auch ein neuer Personalausweis sein. Unter Umständen. Etwa, wenn die Bank einen Ausweis für das neue Konto verlangt oder wenn man Leistungen bezieht und dafür das Papier braucht. „Das sind Einzelfallentscheidungen“, so Spangardt. Man sei darauf angewiesen, dass die Bürger auch selbst abschätzen, wie dringlich ihr Anliegen sei.

Benötige ein Lüner beispielsweise ein polizeiliches Führungszeugnis, um den neuen Job im Juli antreten zu können, dulde das keinen Aufschub. Ein neuer Personalausweis falle für gewöhnlich eher unter die Kategorie, die noch warten könne.

Weil das von Fall zu Fall sehr verschieden sei, würde auch niemand wieder nach Hause geschickt, der bereits einen Termin habe.

Täglich neue Termin für die nächste Woche

Täglich werden diese Termine um 8 Uhr auf der Homepage der Stadt neu frei geschaltet. Immer für eine Woche im voraus. Sprich: Am Mittwoch (27.5.) um 8 Uhr gibt es die Termine für Mittwoch (3.6.).

In dringenden Fällen können Bürger auch anrufen unter Tel. 02306/104 20 30. Aber auch hier bittet Spangardt um Geduld und Verständnis. Zur Zeit gingen zwischen 500 und 600 Gespräche auf dieser Nummer ein. Jeden Tag.

Kein Bußgeld, Ausweise länger akzeptiert

Aufgrund der Corona-Pandemie werden laut Bundesinnenministerium (BMI) zur Zeit keine Bußgeldverfahren wegen abgelaufener Ausweisdokumente eingeleitet. Gesetzt den Fall, sie haben ihre Gültigkeit nach dem 1. März verloren.

Laut BMI gibt es Vereinbarungen mit Nachbarländern, nach denen Ausweisdokumente noch bis zu einem Jahr nach Ablauf zum Nachweis der Identität anerkannt werden sollen. Zu diesen Ländern zählen unter anderem Belgien, Frankreich, Griechenland, Italien, Lichtenstein, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Österreich, Schweiz, Slowenien.

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