Libellen kehren dank verbesserter Wasserqualität ins Lippe-Gebiet zurück

An Lippe und Seseke

Sie sind faszinierende Geschöpfe: Auch in Lünen kommt die Prachtlibelle an der Lippe und der Seseke immer häufiger vor. Die verbesserte Wasserqualität und neue Lebensräume machen es möglich.

Lünen

30.03.2019, 12:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine Prachtlibelle an der Lippe.

Eine Prachtlibelle an der Lippe. © Blaszczyk

Sie sind faszinierende Geschöpfe, die schon seit jeher mit Gewässern in Verbindung gebracht werden. Der Dichter Heinrich Heine beschrieb die Libelle als „schimmernde, flimmernde Gauklerin.“ Auch in Lünen kommt die Prachtlibelle an den Ufern der Lippe und der Seseke immer häufiger vor. Die verbesserte Wasserqualität und neue Lebensräume machen es möglich.

Ein treffender Vergleich für das geflügelte Insekt, das der Lippeverband als Bewohner des Monats im März vorstellt. „In Deutschland finden wir zwei Prachtlibellen-Arten. In den nächsten Monaten können wir beide Arten bei uns im Lippe-Gebiet entdecken“, weiß die biologisch-technische Assistentin Sylvia Mählmann vom Lippeverband.

Auffällig blaue Flügel

Neben der häufiger vorkommenden „Gebänderten Prachtlibelle“, die dunkelblau-grün schillert und auffällig gemusterte Flügel hat – schwarzblau schillernde Binde beim Männchen, ein weißer Flügelfleck bei den Weibchen – kommt auch die „Blauflügel Prachtlibelle“ im Verbandsgebiet vor. Wie ihr Name schon verrät, leuchten ihre Flügel auffällig blau – jedenfalls die der Männchen. Weibchen geben sich mit einem dezenten braunen Farbton zufrieden.

Beide Arten werden zirka fünf Zentimeter groß und haben eine Flügelspanne von bis zu sieben Zentimetern. Allgemein zählen Libellen mit zu den besten Flugkünstlern unter den Insekten. Die großen Arten erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 15 Meter in der Sekunde. Durch einen „Rüttelflug“ können sie in der Luft stehen und sogar kurze Strecken rückwärts fliegen. Zwei Flügelpaare, die sie unabhängig voneinander bewegen können, machen es möglich.

Die gute Wasserqualität an Lippe und Seseke (Foto) ist Voraussetzung für das Libellen-Vorkommen.

Die gute Wasserqualität an Lippe und Seseke (Foto) ist Voraussetzung für das Libellen-Vorkommen. © Lippeverband

Die Flugzeit liegt je nach Witterung zwischen Mai und September. Die heimischen Prachtlibellen fallen vor allem durch ihren flatternden, gaukelnden Flugstil auf, der an Schmetterlinge erinnert. Die Männchen zeigen ein ausgeprägtes Balzverhalten und verteidigen durch spezielle Schauflüge ihr Revier. Doch ist erst mal ein Weibchen angelockt, erfolgt das Liebesspiel der Libellen vereint im sogenannten „Paarungsrad“. Dazu umklammert das Männchen mit seinen Hinterleibszangen den Brustbereich des Weibchens. Jetzt müssen sich die Partner kräftig verbiegen – das herzförmige Paarungsrad entsteht.

Wassertemperatur zwischen 16 und 24 Grad

„Für Prachtlibellen ist eine gute Wasserqualität mit genügend Sauerstoff genauso wichtig wie ausreichend Sonne. Gewässer, die im Sommer eine Wassertemperatur zwischen 16 und 24 °C bieten und reich an Wasser- und Röhrichtpflanzen sind, sind als Lebensräume ideal. Besonders aus dem Wasser ragende Blätter sind wichtige Lande- und Paarungsplätze“, beschreibt Sylvia Mählmann den idealen Lebensraum der zarten Insekten.

Gewässerbegradigungen, Uferverbau, Verschmutzung durch Düngemittel oder Pestizide gefährden die Libellen. Auch Mäharbeiten rauben den Insekten ihren Lebensraum. „Im Lippeverbandsgebiet nimmt die Libellenzahl durch die Vielzahl an Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität und der Vielfalt an Gewässerstrukturen kontinuierlich zu“, freut sich die biologisch-technische Assistentin. Immer häufiger würde daher auch die seltenere „Blauflügel Prachtlibelle“ nachgewiesen.

Der Lippeverband übernimmt neben der allgemeinen Pflicht der Gewässerunterhaltung auch die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie an der Lippe. Hierzu hat der Verband 2013 das Programm „Lebendige Lippe“ für seinen Zuständigkeitsbereich aufgelegt und neben der Fortsetzung der bestehenden Projekte mehrere neue Projekte begonnen.
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