Alkohol und Drogen halfen einem Lüner nicht gegen Liebeskummer, sondern machten die Sache nur schlimmer. © Isaac Quesada on Unsplash
Gericht

Liebeskummer eines Lüners (35) hat drastische Folgen

Der Frust eines Lüners (35) mündete in Alkohol- und Medikamentenmissbrauch, Aggressionen, Sachbeschädigung und auch Bedrohungen. Das kam ihn jetzt - trotz Einsicht - teuer zu stehen.

Seine Beziehung stand kurz vor dem endgültigen Aus. Trost suchte ein Lüner (35) im Alkohol und in Drogen. Der Rausch machte ihn allerdings zu einem Zeitgenossen der unangenehmen Art. Seine Ausfälle brachten ihn nun auf die Anklagebank.

Das große Liebesglück war Geschichte, und als Schuldigen wähnte der Mann aus Lünen einen Nachbarn. Wut und Eifersucht zerrten an ihm. Also betäubte er sich. Keine gute Idee. Der Griff zur Flasche und zu Betäubungsmitteln ließ ihn aggressiv werden. In dem Zustand sorgte er im vergangenen Jahr gleich mehrfach für Aufsehen. Er zerstach Reifen von den Autos seiner Nachbarn, beschimpfte einige von ihnen durch die geschlossene Wohnungstür, besprühte bei der Gelegenheit einen Türspion mit schwarzer Farbe, bespuckte und beleidigte eine Frau auf offener Straße und holte danach Polizeibeamten gegenüber auch zu verbalen Tiefschlägen aus.

Sachbeschädigung, Bedrohung und Beleidigung wurden dem 35-Jährigen nun in einem Verfahren vor dem Amtsgericht zur Last gelegt. Er tat sich zunächst etwas schwerer damit, seine Taten einzuräumen. Leicht nebulös deutete er anfangs an, dass das mit den Reifen und der Sache mit den Polizisten stimmen könne. Er sprach von einem Eifersuchtsdrama und betonte: „Ich war volltrunken und ich weiß nicht, was passiert ist.“

„Er schämt sich dafür“

Etwas später räumte er die Vorwürfe über seine Verteidigerin ein. Die verwies auf die Trennung und auf Streitigkeiten, die sich hochgeschaukelt hätten, auf Aussetzer und Alkohol. „Er schämt sich dafür“, versicherte die Anwältin. Mittlerweile sei das Paar endgültig getrennt. Ihr Mandant sei trocken und bemühe sich um Arbeit. Auch betonte sie, dass 2020 nicht das Jahr des Lüners gewesen sei. Damit zielte sie darauf ab, dass er bis dahin ein ordentliches und straffreies Leben führte und zum ersten Mal im vergangenen Jahr wegen einer Sachbeschädigung vor Gericht stand. Der 35-Jährige selbst formulierte es etwas drastischer: „War eine scheiß Aktion. War asozial. Da müssen wir uns nichts vormachen.“

Etwas diplomatischer beschrieb es die Richterin letztlich: „Im Jahr 2020 hatten Sie sich nicht im Griff – und das ist das Ergebnis.“ Andererseits hielt sie dem Lüner Geständnis und Einsicht zu Gute, verwies auf die Enthemmung durch den Alkohol und die Drogen. Auch rechnete sie nicht damit, dass der 35-Jährige künftig erneut mit dem Gesetz in Konflikt geraten könnte. Teuer kamen ihn seine Taten dennoch zu stehen. Er wurde wegen Beleidigung, Bedrohung und Sachbeschädigung zu 120 Tagessätzen à zehn Euro Geldstrafe verurteilt.

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