Hans Bäcker in seinem Geschäft an der Kamener Straße. © Möbel Bäcker
Corona-Krise

Lieferengpässe für Elektroartikel – So ist die Lage in Lüner Geschäften

Corona-bedingte Lieferengpässe sind spätestens seit dem ersten Lockdown bekannt. Diesmal trifft es aber nicht Mehl - sondern Elektro-Artikel - mit Auswirkungen auf Lüner Geschäfte und Kunden.

„Derzeit nicht lieferbar“ – eine Statusmeldung, die aktuell vermutlich häufig zutrifft. Doch anders, als Toilettenpapierengpässe während des ersten Lockdowns hat der derzeitige Lieferengpass größere Ausmaße. Denn er betrifft essentielle Elektrogeräte wie Kühlschränke, Geschirrspüler und Herde. „Die derzeitige Lage betrifft so gut wie alle Hersteller von Elektrogeräten“, sagt Hans Bäcker, Geschäftsführer von Möbel Bäcker in Lünen.

Das trifft nicht nur auf die deutschen Großfirmen wie Miele oder AEG, sondern auch andere Unternehmen wie Beko oder Zanussi zu. „Die Zulieferteile sind nicht verfügbar – das liegt an Corona.“

Besonders Kühlschränke, Spül- und Waschmaschinen seien seit dem Sommer gefragt, berichtet zum Beispiel die Tagesschau. Bei Haushaltsgeräten habe die Branche von Juli bis Oktober 15 Prozent mehr Umsätze gemacht als im Vorjahresvergleich.

Die Konsequenzen bekommt vor allem der Möbelhandel zu spüren. Die Geräte werden für maßgeschneiderte Möbel bestellt, sodass eine Lagerung vorab nicht möglich ist. Das stellt den Handel vor eine Herausforderung. „Wenn eine Küche schon vier Wochen vor Lieferung bestellt wurde und dann kurz vorher zum Beispiel der Kühlschrank nicht geliefert werden kann, bemüht man sich, schnellstmöglich Ersatz zu finden“, erklärt Bäcker. Dann gilt es, verfügbare Geräte zu gleichen Preisen zu liefern, die auf die Maße der Küche passen – nicht immer mit zufriedenstellenden Ergebnissen.

Nicht alle Kunden reagieren verständnisvoll

Und nicht alle Kunden reagieren verständnisvoll. „Der Kunde wollte ein bestimmtes Gerät haben und man kann kein Produkt in vergleichbarer Qualität aushelfen – natürlich ist das schwierig. Uns ist es auch immer lieb, dass wir alles in einem Rutsch erledigen können. Aber leider muss man zurzeit auf das Gerät auch manchmal warten.“

Im Zweifelsfall sogar Monate. Eine der Großfirmen hat entschieden, nur noch die höherwertigen Geräte zu produzieren und die preisgünstigeren Modelle erst nachzulegen, wenn die Zulieferungen wieder flüssig funktionieren. „Am Ende fällt das auf den Verbraucher zurück“, so Bäcker. „Denn der müsste entweder das teurere Gerät nehmen oder sehr viel länger auf sein Gerät warten.“

Andere Situation beim Elektrohandel

Anders sieht es zurzeit aus bei Elektrohändlern wie Saturn-Mediamarkt. „Aktuell haben wir ausreichend Lagerbestände, da wir sowohl in unseren Märkten als auch im Saturn-Onlineshop entsprechend Ware geordert haben – das gilt auch für den Saturn in Lünen“, sagt Geschäftsführerin Berit Behl.

Dennoch könne es vorkommen, dass besonders beliebte Produkte trotz guter Planung kurzfristig nicht mehr im Markt vor Ort verfügbar seien – in diesem Falle, so Behl, könne der Onlineshop genutzt werden.

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Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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Denise Felsch

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